Dialog 29

Euer Verstand hat aber seine Grenzen und ihr könnt nicht alle Fragen mit ihm beantworten und nicht alle Probleme damit lösen. Er ist ein Werkzeug für ganz bestimmte Aufgaben und dient nur zur Bewältigung eurer täglichen kleinen Probleme.

Dialog 29, 12.01.1986

Wenn ich mir vor Augen halte, dass wir vor vier Wochen und zwei Tagen zum ersten Mal deine Durchgaben erhalten haben, dann habe ich den Eindruck, dass du ein ganz schön scharfes Tempo anschlägst mit uns. Warum diese Eile?

Ich habe nicht das Gefühl, dass euch dieses Tempo überfordert. Oder?

Bis jetzt noch nicht. Auch merke ich, dass wir wirklich Veränderungen durchgemacht haben müssen, seit wir unter deiner Führung leben. Deine Aufforderung, uns mit Rebecca zusammenzuschließen, habe ich zwar aufregend neu gefunden, aber inhaltlich habe ich es völlig gleichmütig aufgenommen. Ich habe mich weder dagegen gesträubt, noch hat mir das Herz höher geschlagen. Es war dein Wunsch und ich fange an zu lernen, deine Wünsche hinzunehmen, ohne mich zu fragen, ob sie mir gefallen oder nicht.

Richtig. Es hat sich wirklich schon etwas geändert in eurem Leben, aber ihr macht auch eine sehr intensive Ausbildung durch. Und nur weil ihr bis heute solche Fortschritte gemacht habt, habe ich mich zu dieser neuen Aufgabe entschlossen und damit begonnen euch Rebecca zuzuführen.

Auch hast du deinen Markt heute zum ersten Mal wirklich so erlebt, wie ich es möchte: Du warst intensiv bei der Sache und alle deine Sinne waren geschärft. Du hast gut gearbeitet und doch war es dir gleich, wie viel du dabei verdient hast.

Nun ja, aber du vergisst, dass unsere finanzielle Situation im Moment wenigstens vorübergehend etwas besser auszusehen beginnt. Das macht einen natürlich gelassener.

Ich vergesse nichts, und du weißt sehr gut, dass eure finanzielle Situation sich kaum geändert hat. Die 3000 Franc sind bereits verteilt, das Geld von euren Freunden ist so gut wie ausgegeben, und wann weitere Gelder für euch kommen, wisst ihr nicht.

Aber wir vertrauen dir.

Das ist es ja eben, was ich meine! Obwohl die objektiven Bedingungen keineswegs rosiger sind, vertraut ihr mir jetzt schon mehr. Das ist doch immerhin ein Fortschritt.

Ich möchte dich bitten, noch einmal zu dieser neuen Hilfe Stellung zu nehmen, die du mir an die Hand gegeben hast, wie du sagst. Ich glaube zwar, dich verstanden zu haben, aber ich bin mir nicht hundertprozentig sicher.

Alles, was ich bisher von euch wollte, waren Übungen in Vertrauen. Ich habe euch immer wieder aufgefordert, ohne zu zögern das zu tun, was ich von euch verlangt habe. Dein Problem bestand und besteht darin, dass du dir in den Kopf gesetzt hast, es könnte mich eventuell gar nicht geben, und dass all die vielen Seiten, die du in den letzten Wochen aufgeschrieben hast, Produkte deiner Phantasie sein könnten.
Oder aber: Du hast zwar nicht prinzipiell an meiner Existenz gezweifelt, aber an dem was du niedergeschrieben hast. Du warst ständig in Sorge, es könnte irgendwann einmal etwas von dir dazwischen geraten sein und man würde dich dafür irgendwann einmal verantwortlich machen. Du bist ein starker Grübler!

Ich sage dir nun: Es gibt keinen einzigen entscheidenden Satz in all diesen Seiten, der nicht von mir stammt! Alles sind meine Worte, wenn du ihnen auch manchmal dein sehr eigenwillige Sprache gegeben hast. In einigen wenigen Fällen hast du den Kontakt zu mir verloren. Sei es, weil du zu viel getrunken hattest. Sei es, weil du mutwillig geworden bist und dir deine neue Aufgabe zu Kopfe gestiegen ist. In diesem Fällen hast du tatsächlich Unsinn niedergeschrieben – doch das habt ihr beide sehr rasch gemerkt. Und so wurde kein Schaden angerichtet.

In allen anderen Fällen hast du deine Arbeit sehr gut gemacht. Wärst du dazu nicht wirklich in der Lage, hätte ich dich niemals ausgewählt. Da du aber ein Grübler und Zweifler bist und dich gerade in Vertrauen sehr schwer tust, warst du dir niemals wirklich sicher. Deshalb konntest du den Wert deiner Leistungen gar nicht einschätzen. Darum habe ich dir heute diese neue Hilfe gegeben:
Ich habe dir versprochen, dass ich deine Niederschriften auch dann als meine Worte akzeptieren würde, wenn sie tatsächlich von dir (versehentlich oder bewusst) missverstanden worden sein sollten. Und dass ICH AUCH DANN MEINEN VOLLEN SCHUTZ UND MEINE GANZE HILFE GEWÄHRE, WENN IHR DADURCH EINEN WEG GEHEN SOLLTET, AUF DEN ICH EUCH GAR NICHT SCHICKEN WOLLTE! Ich gebe euch also eine Garantieerklärung für meine Hilfe! Das ist sehr viel und ich mache es auch von einer Bedingung abhängig:

Ihr müsst auch weiterhin ohne zu zögern tun, was ich verlange. Und was ich verlange, steht in deinen Niederschriften! Ich übe euch derzeit in Vertrauen, um euch auf die Aufgaben vorzubereiten, die ich für euch ausgesucht habe. Ich verlange also noch keine Entscheidungen von wirklicher Tragweite. Ihr spielt noch im Sandkasten und alles was ich will ist, dass ihr lernt, meinen Anweisungen ohne zu zögern und ohne zu zweifeln nachzukommen.

WENN IHR DAS TUT, habt ihr meine erste wirkliche Aufgabe erfüllt. Dann ist es gleichgültig, ob die Anweisung von mir oder zum Teil von dir gekommen ist. Mir geht es darum, dass ihr handelt.
Wohlgemerkt: Das ist eine Hilfe, und sie gilt nicht für alle Zeiten. Du wirst bald sicherer werden und solche Krücken nicht mehr brauchen. Im Augenblick mag sie dir aber von Nutzen sein.

Noch einmal: Ich sage dir, dass du dich niemals irren kannst bei dem was du niederschreibst, weil ich alles als meine Worte zu akzeptieren bereit bin – solange ihr nach ihnen handelt! Sollten dir also zum Beispiel morgen Zweifel an dem kommen, was du niedergeschrieben hast, lass es samt dieser Zweifel stehen und führe meine Anweisungen in dem Bewusstsein aus, dass ich trotzdem und in jedem Falle hinter dir stehe und dich und euch beschütze. Hast du das verstanden?

Ja. Nur macht das alles nur dann einen Sinn, wenn man deine Existenz nicht grundsätzlich in Zweifel zieht, nicht wahr?

Du stellst meine Geduld wirklich auf die Probe, aber ich bin geduldiger als du glaubst. Und ich WEISS, dass du meine Existenz schon lange nicht mehr in Zweifel ziehst. Deine rhetorischen Spielereien sind also überflüssig. Du wirst mich nur dann zornig machen, wenn ich sehe, dass du bewusst und um mich zu prüfen böswillig gegen eine Anordnung verstößt. Das solltest du dir gut überlegen!
Ich habe Pläne mit euch und ich schule euch derzeit darin, für diese Pläne zu reifen. Alle Zeit, die wir bis dahin brauchen, steht euch zur Verfügung. Aber wir haben keine Zeit für dumme Spielereien! Das ist jetzt eine Warnung an deine Adresse!

Ich habe sie verstanden und ich … es tut mir Leid! Ich weiß, dass ich eben wirklich gespielt habe mit deiner Geduld. Vater, ich vertraue dir und dein Wille geschehe!

Das kam ehrlich heraus und ich nehme es an. Es ist gut, wie es ist. Sei ohne Sorge und vertraue mir und euer Leben wird noch viele überraschende und reichhaltige Wendungen nehmen.

Du hast heute morgen im Auto noch etwas zum Thema Intuition gesagt, das ich nur noch bruchstückhaft in Erinnerung habe. Ich würde da gerne noch einmal nachfragen.

Es ging um deine Zweifel an mir und warum deine Frau die ideale Partnerin für dich ist. Ich habe gesagt:
Ich habe euch Menschen mit einem Verstand ausgerüstet, damit ihr euer Leben bewältigen könnt. Euer Verstand ist das, was dem Hirsch sein Geweih, dem Büffel seine Hörner und dem Löwen seine Zähne sind. Euer Verstand hat aber seine Grenzen und ihr könnt nicht alle Fragen mit ihm beantworten und nicht alle Probleme damit lösen. Er ist ein Werkzeug für ganz bestimmte Aufgaben und dient nur zur Bewältigung eurer täglichen kleinen Probleme.

Das gilt auch dann, wenn dieser Verstand hoch entwickelt und geschult worden ist. Auch dann ist er begrenzt. Auch ein hoch entwickelter Denker kann die wirklichen Probleme des Lebens mit dem Verstand nicht besser erfassen als der ungeschulteste Analphabet. Nur weiß er das meistens nicht.

Einige Menschen unter euch – und du selber lebst mit so einem Menschen zusammen – sind im
Laufe ihrer Entwicklung und in vielen gelebten Leben so weit gekommen, dass sie zu ihrem Verstand die Intuition erworben haben. Die Intuition ist die Durchdringung des Geistes, den ihr Verstand nennt. Die Intuition denkt nicht – sie weiß. Sie hat die Dreidimensionalität überschritten, die die Grenzen des menschlichen Verstandes bilden, und kann Raum und Zeit auf eine ganz andere Weise erfassen.

Eine intuitive Erkenntnis ist ein göttlicher Funke, womit zugleich auch eine Grenze beschrieben werden kann: Ich bin das Feuer, aus dem ein solcher Funke entspringt. Aber der Funke kann niemals das Feuer werden.

Intuition ist eine sehr hohe Stufe der menschlichen Entwicklung. Sie kennt verschiedene Grade und sie endet im Einswerden mit mir! (Was nicht bedeutet, im „Gottwerden“!) Es bedeutet: Der wahrhaft intuitive Mensch hat den Weg beschritten, der ihn aus dieser Welt hinaus führen wird.

Auch das ist ein Reifeprozess, der seine Zeit benötigt, aber in menschlichen Dimensionen gesehen ist es bereits eine sehr weit entwickelte Stufe. Der wahrhaft intuitive Mensch, der alle Reifegrade durchlebt hat, stirbt nicht mehr. Er verlässt diese Welt, wenn sein Zeitpunkt gekommen ist – und er kehrt zu ihr zurück, sobald er das möchte. Er durchwandert alle Zeiten und ist doch nirgends mehr. Er kann Mensch sein und sich eine Zeit lang scheinbar auf alle irdischen Fesseln einlassen, die das Menschsein bedeuten, aber er kann diese Fesseln auch jederzeit mühelos abstreifen und diese Welt verlassen, um in einer anderen zu wirken.

Der wahrhaft intuitive Mensch ist der, der auch bis zur Grenze dieser Möglichkeiten vorgestoßen ist und sie durchdrungen hat. Dann tritt er in einen Zustand ein, für den eure Sprachen keine Worte bereithalten, und er ist mein Gast und geht bei mir aus und ein.

Deine Frau gehört zu diesen Menschen und sie hat bereits einige Grade erworben. Ich zähle diese Grade nicht mit Zahlen, sondern ich bewerte die Fortschritte, die gemacht wurden. Manche tun sich schwerer mit dieser Stufe menschlicher Möglichkeiten, andere schreiten rascher voran. Mit dieser Frau an deiner Seite hast du die beste Partnerin, die du für deine Aufgaben finden konntest, und ich beobachte eure Fortschritte mit großem Interesse.

Warum hast du die Rollen dann so verteilt und nicht Monika zu deiner Stimme werden lassen?

Ein Stimme muss gehört werden und dazu bedarf sie der Sprache. Du hast diese Sprache geschult in deinem Leben und du hast die Sensibilität entwickelt, mich empfangen zu können. Monika hat ganz andere Wege zu gehen, um selber zu reifen. Und eine ihrer Aufgaben ist es, jetzt an deiner Seite zu sein. Das ist ihr Weg, die nächste Stufe zu erreichen.

Es mag albern klingen, aber was du sagst, entmutigt mich. Ich fühle mich plötzlich sehr gering.

Euch trennen Jahrhunderte, um in euren Begriffen von Zeit zu reden, aber ihr geht jetzt trotzdem eine kurze Wegstrecke gemeinsam. Weil ihr für dieses leben und für diese Aufgabe, die ideale Ergänzung seid. Was bist du für ein Narr, dich deshalb „gering“ zu fühlen? Freue dich und sei dankbar, eine solche Frau an deiner Seite zu haben. Siehst du denn nicht, was für eine Gnade das ist? Denn auch du kannst auf diese Weise gewaltige Fortschritte machen auf dem Weg zu mir. Oder hast du vergessen, dass du gerade mit mir redest? Das kann ich nur deshalb, weil du diese hoch entwickelte Frau an deiner Seite hast!

Verzeih mir. Ich habe das wirklich vergessen. Aber diese Dinge übersteigen mein Begriffsvermögen.

Nein, das tun sie nicht. Und du weißt es sehr gut. Wenn du es nicht begreifen könntest, hättest du es nicht auf schreiben können. Du gibst meinen Worten die Sprache, also weißt du sehr gut wovon ich rede.

Es ist phantastisch, was du sagst!

Das magst du immerhin glauben.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Schreibe einen Kommentar