Dialog 294

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© Monika Laube

Letzten Endes ist man sich immer sicher, man weiß es nur nicht. Du musst dich aber nur lange genug befragen. Es gibt niemals zwei Möglichkeiten. Sich nicht sicher zu sein bedeutet nur, dass sich mehrere Stimmen in einem überlagern. Das muss man trennen lernen.

Dialog 294 – 02.10.1987

Jörg:
Nach einem so schönen Tag wie gestern, fühle ich mich heute Morgen wieder einmal ziemlich ernüchtert. Der graue Himmel sieht aus, als wollte er jetzt für eine ganze Weile so bleiben. Und unsere finanzielle Lage kommt mir auf einmal auch noch eine Ecke grauer vor, als sie ohnehin schon ist. So wenig Lust ich dazu habe, ich glaube, ich muss auf den Markt. Und sei es nur, Um Geld für das Benzin zu verdienen. Wer weiß, was morgen für ein Wetter ist. Und wir besitzen nur noch 30 Francs. Hier und jetzt dagegen wäre eine kleine Verdienstquelle möglich, also …

Ach, ist das schrecklich so denken zu müssen, aber ich sehe keinen anderen Weg.

Es ist wirklich schrecklich so zu denken. Es gibt nichts „Schlechtes“, nichts „Besseres“, nichts „Gutes“ oder „Sehr Gutes“, sondern alles ist ein und dasselbe. Solange du das nicht verstanden hast, kommst du nicht weiter.

Die Arbeit auf dem Land mag dir im Augenblick wertvoller oder schöner erscheinen, aber du solltest jetzt auch nicht alles an dieser Latte messen. Das schafft nur irreale Werte, die es in Wahrheit nicht gibt.

Wenn du der Meinung bist, heute auf den Markt gehen zu müssen, dann tue das ohne Zweifel und ohne Groll gegen dein Schicksal, das dich zu einer Arbeit nötigen will. Gehe neugierig und offen für das, was auf dich dort wartet. Es gibt immer etwas zu lernen bei dem was man tut. Und vielleicht machst du heute eine wichtige, neue Entdeckung oder lernst einen wichtigen Menschen kennen? Kannst du das wissen?

Es ist ja nicht immer einfach nur deine Angst, die dich zum Marktmachen auffordert. Vielleicht weiß ja auch dein Höheres Selbst, das deine Ziele besser kennt als du, warum so etwas wichtig wäre und meldet sich zu Wort?

Etwas anderes ist es, in eurer Lage immer noch regelmäßig jeden Markt abklappern zu wollen. Das wäre wirklich nicht mehr der Situation angemessen. Aber flexibel hier und da zu entscheiden, das ist zurzeit eure Situation.

Und wenn ich mir mal nicht sicher bin?

Letzten Endes ist man sich immer sicher, man weiß es nur nicht. Du musst dich aber nur lange genug befragen. Es gibt niemals zwei Möglichkeiten. Sich nicht sicher zu sein bedeutet nur, dass sich mehrere Stimmen in einem überlagern. Das muss man trennen lernen.

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