Dialog 296

photocd019

Alles was ihr tun müsst ist einzig und alleine darauf zu vertrauen, dass alles was geschieht MEIN WILLE ist UND ZU EUREM BESTEN!

Dialog 296 – 21.10.1987

Jörg:
Ich merke, dass ich mich einerseits danach sehne, mein Leben dir zu übergeben. Aber, wenn ich das noch nicht geschafft habe, dann doch nur deshalb, weil ich immer noch nicht weiß, wie ich das machen soll!

Das kannst du auch nicht „wissen“, das musst du erfahren. Ich führe euch an diese Punkte, lasse euch die Erfahrungen machen, die dafür nötig sind. Alles was ihr tun müsst ist einzig und alleine darauf zu vertrauen, dass alles was geschieht MEIN WILLE ist UND ZU EUREM BESTEN! Wenn euch das tief in eurem Inneren wirklich klar geworden ist, wenn ihr nicht mehr festhalten wollte, sondern bereit seid alles herzugeben, um euch nur noch MIR anzuvertrauen. Dann werdet ihr wirklich verstanden haben.

Wir leiden beide zurzeit sehr stark unserer Situation und sind sehr verunsichert, was von unserer Seite aus zu tun ist.

Lernt von nun an besser als bisher, immer das Nächstnaheliegende zu tun. Das ist der beste Rat, den ich euch geben kann.

Aber was ist das Nächstnaheliegende, wenn es ein ganzes Bündel von Problemen zu lösen gibt? Angefangen bei den Bäumen auf dem Land bis zu den Finanzen. Was die Bäume betrifft: Es erschreckt mich, wieviel mir das ausmacht, dass ich diese eine dicke Eiche nicht aus dem Weg räumen kann. Ich fühle mich auf einmal wie gefangen, wie in einer Falle. Ich hatte aber immer schon das Gefühl, dass ich mir eine Art „Fluchtweg“ freihalten müsste für den Wohnwagen. Jetzt liegen da diese unüberwindlichen Barrieren herum und das macht mir sehr viel aus. Ich kann im Moment nicht mehr an „das Land“ denken, nicht mehr an Minze und Salbei und Naturgeister. Und auch all die schönen Tage der letzten Zeit dort draußen sind wie vergessen. Im Moment denke ich nur noch „Wie komme ich da wieder raus?“ Wieso fühle ich mich auf einmal gefangen? *

Das müsst ihr selbst herausfinden. Du fragst und forderst zu viel. Alles muss fix und fertig geliefert werden. Du willst dir selber nicht erst die Mühe machen. Monika wird krank, anstatt sich den Problemen zu stellen. Ihr verliert das Vertrauen! Konsequenz: Die Lage spitzt sich immer weiter zu. Denk einmal selber nach: Warum willst du dir auf dem Land einen Fluchtweg offen halten? Wohin willst du fliehen?

Ich weiß es nicht. Ich habe ja nicht einmal gewusst, dass ich Fluchtgedanken hatte. Es ist einfach ein Impuls. Allerdings hatte ich auch noch nie das Gefühl gehabt, dass es gerade dieses spezielle Stück Land ist, auf dem wir dauerhaft arbeiten würden. Aber sicher ist da noch etwas anderes im Spiel. Ich kann es einfach nicht ertragen gefesselt zu sein. Und genauso fühle ich mich im Moment: Gefesselt an Händen und Füßen.

Der Baum, der das auslöst, ist ja nur ein Bild. Aber weil ihr in euren Bildern lebt, solltest du dich mit diesem Baum auseinandersetzen, wenn du verstehen willst, was da in dir vorgeht.

Das Nächstnaheliegende in diesem Fall ist also, alle Energie darauf zu richten, den Weg wieder frei zu bekommen. Das Hindernis ist nicht unüberwindlich. Kein Hindernis ist unüberwindlich für den der glaubt! Deine Energie, auch wenn sie sich zur Zeit als Panik auswirkt, hat ja schon gewirkt. Frau G. hat innerhalb eines Tages den Baum kleinsägen lassen. Das ist nicht selbstverständlich.

 —-

*) In der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober hatte es in Westeuropa einen Orkan gegeben, der an der Südküste der Bretagne sehr große Schäden angerichtet hatte. Unser Haus war unversehrt geblieben, aber ringsherum war Verwüstung pur zu sehen. Auf dem Stück Land, das wir bewirtschafteten, wurden uralte große Eichen umgemäht wie Streichhölzer. Mittendrin stand – unversehrt – unser Wohnwagen. Alles andere, auch unsere Pflanzen, war verwüstet. All unsere Arbeit dort umsonst.

Schreibe einen Kommentar