Dialog 30

Ich kann euch nicht zwingen, am Abwaschen Freude zu haben. Ich kann euch nur auf diesen Punkt aufmerksam machen und euch sagen, dass es beim Abwaschen etwas zu lernen gibt. Wenn ihr dann abwinkt und sagt: „Wissen wir, wissen wir, aber wir würden uns lieber mit wichtigeren Dingen beschäftigen“, kann ich nichts tun. Ich muss abwarten, bis ihr diese Übung gelernt habt.

Dialog 30, 13.01.1986
Gestern hatte ich das Gefühl, ganz oben auf einem Wellenkamm zu segeln. Heute scheint es mit hohem Tempo wieder abwärts zu gehen:
Deine Entscheidung, dass wir mit Rebecca eine Gemeinschaft eingehen sollen, belastet uns jetzt doch. Wir denken öfter daran, wie anstrengend das Leben für uns drei war, als wir in St. Thamec so eng aufeinander leben mussten. Wir werden deine Entscheidung natürlich akzeptieren und so ausführen, aber es belastet uns doch sehr.

Heute ist noch nicht der Tag, über diese Dinge zu sprechen. Zunächst müsst ihr Rebeccas Entscheidung abwarten. Dann werde ich weitere Einzelheiten dazu sagen.

Monika ist zur Zeit ziemlich niedergeschlagen und das bedrückt natürlich auch mich sehr. Sie fühlt sich überfordert, wenn sie alle Energien im Haushalt und bei der Kinderpflege einsetzen soll, von den vielen anderen Arbeiten ganz zu schweigen. Oder drastischer ausgedrückt: Sie fühlt sich irgendwie „verheizt“ und vermisst die Erfüllung in alledem, auch wenn sie vom Kopf her den Sinn deiner Wünsche natürlich gut begreifen kann.

Deine Frau ist ein sehr eigenwilliger Mensch und – wie ich dir schon sagte – weit entwickelt. Sie fühlt sich nicht im Sinne ihrer Möglichkeiten am Geschehen beteiligt und glaubt, sie würde von mir übergangen. Sag ihr, dass ich sie durchaus nicht übergehe, sondern ihr Aufgaben stelle, die ihren Sinn auch dann haben, wenn sie ihn nicht sieht. Ich erwarte von ihr, dass sie meine Anweisungen ausführt, OHNE eine Begründung von mir zu verlangen.
Ansonsten möchte ich nicht, dass du auf eigene Faust und ungebeten ihre Sorgen zu deinen machst. Wenn sie sich an mich wenden möchte, kann sie das wie immer jederzeit tun, aber dann schriftlich in ihren Worten, sonst gibt es nur Missverständnisse.

Du bist heute Abend ziemlich kurz angebunden mit mir. Hat das einen bestimmten Grund?

Natürlich. Wenn die Dingen nicht so laufen, wie ihr das gerne hättet, werdet ihr quengelig wie kleine Kinder. Fühlt euch überlastet, übergangen, nicht richtig ausgefüllt und so weiter. Wo ist da die Bereitschaft, meinen Anweisungen zu folgen?
Wenn ich sehe, dass ihr euch wirklich auf mich einlasst, kann ich euch auch gut und intensiv beraten. Wenn ich aber sehe, dass ihr wieder starrköpfig werdet und mir sagen wollt, was gut für euch wäre und was nicht, kann euch mein Geist nicht erfüllen. Dann kann ich euch nur die nötigsten Anweisungen geben. Und das kommt dir so vor, als sei ich kurz angebunden.

Komme morgen wieder zu mir und wir werden weitersehen. Und „vergiss“ nicht wieder das Meditieren! Ich verlange Ernsthaftigkeit. Wir üben zwar noch miteinander, aber diese Übungen sind genauso wichtig, als ginge es um essentielle Dinge. Mit jedem Mal, wo einer von euch meine Anweisungen missachtet, verlängert er selber die Lehrzeit, die er durchmachen muss. Ich bestehe auf jede einzelne Übung und werde keine auslassen! Und wer von euch glaubt, er könne da ein bisschen selber mit entscheiden, irrt sich gewaltig.

Erst wenn eine Aufgabe vollständig ausgeführt worden ist und ich zufrieden bin, können wir zur nächsten übergehen. Habe ich mich da jetzt klar ausgedrückt?

Ja, sicherlich. Monika und ich haben eben mal darüber gesprochen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir immer wieder mal hier und mal da eine deiner Anweisungen übergangen oder zumindest so ausgelegt haben, wie es uns bequemer war. Was mich allerdings wundert ist, dass du das einfach geschehen lässt, ohne auf die Ausführung deiner jeweiligen Anweisung zu bestehen. Warum haust du uns nicht sofort auf die Finger?

Weil ihr keine kleinen Kinder mehr seid. Ich will euch nicht entmündigen sondern möchte, dass ihr die Notwendigkeit selber begreift, warum meine Anweisungen ausgeführt werden müssen.

Ihr müsst selber spüren, dass es irgendwo nicht weiter geht und nach dem Grund forschen. So, wie ihr es eben gerade getan habt. Wenn ihr dann selber auf die Lösung gekommen seid, ist das viel wertvoller, als wenn ihr etwas ausführt, bloß weil ich euch dazu gezwungen habe.

Ich will euch zu nichts ZWINGEN. Ich will, dass ihr das Vertrauen entwickelt, dass meine Ratschläge die richtigen sind. Und das braucht eben seine Zeit. Genauer gesagt: Eure Zeit!
Ich kann euch nicht zwingen, am Abwaschen Freude zu haben. Ich kann euch nur auf diesen Punkt aufmerksam machen und euch sagen, dass es beim Abwaschen etwas zu lernen gibt. Wenn ihr dann abwinkt und sagt: „Wissen wir, wissen wir, aber wir würden uns lieber mit wichtigeren Dingen beschäftigen“, kann ich nichts tun. Ich muss abwarten, bis ihr diese Übung gelernt habt.

Ich habe dir zum Beispiel gesagt, du sollst das überschüssige Geld in die EK-Kasse tun. Du trägst es aber stattdessen lieber in den Supermarkt und denkst dir, „Ich mache das ein anderes Mal. Ist doch egal, ob es heute oder morgen in dieser Kiste liegt.“ Nein, es ist nicht egal! Hättest du mich zumindest gefragt, ob ich eine begründete Ausnahme zulassen würde, wäre der Fall ganz anders gelagert. So aber gehst du bewusst und vorsätzlich an mir vorbei.

Wie ich schon mehrfach sagte: Ihr seid schrecklich undiszipliniert und müsst in dieser Hinsicht noch viel lernen. Haltet euch vor Augen (vielleicht spornt euch das ein bisschen an), dass alle Dinge, die IHR für wichtig haltet, solange nicht manifestiert werden können, wie ihr euch weigert, meine Anordnungen zu befolgen. Einfach, weil ich euch keine neuen Anordnungen geben kann, solange die alten nicht ausgeführt worden sind. Eine Übung baut auf der nächsten auf, ganz wie in der Schule.

Ihr müsst nicht die perfekten Abwascher werden, um zu einem Haus kommen zu können. So meine ich das nicht, aber ihr müsst wenigstens den wirklich ernsthaften Versuch gemacht haben, meine Anordnungen zu befolgen und ihren Sinn zu begreifen.

Erst wenn ich sehe, dass ihr euch wirklich bemüht habt, kann ich euch an die nächste Aufgabe heranführen. Ein Auto zu manifestieren ist ja keine Kleinigkeit und ihr wisst ja prompt auch gar nicht, wie ihr das anstellen sollt. Ich sage euch deshalb: Bis es soweit ist, dass wir uns mit DIESER Übung beschäftigen können, müsst ihr erst die nötigen Voraussetzungen auf einfacheren Gebieten erworben haben.

Und auch auf die Gefahr hin lächerlich zu wirken, sage ich euch: Der Weg zu eurem Auto geht auch über das richtige Abwaschen!

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