Dialog 300

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Die Welt der Menschen spielt sich nämlich fast immer vor den Türen der Häuser ab. Die wenigsten lassen andere bei sich eintreten. Und selbst auf der Straße, wo man sich also ziemlich förmlich begegnet und man selten ganz und gar man selber ist – selbst dort wird noch viel Maskerade betrieben. Die Angst, dass jemand einen durchschauen könnte, ist bei den meisten Menschen enorm.

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Dialog 300 – 2.11.1987

Monika soll unbedingt wissen, dass sie keinerlei Grund hat sich unsicher damit zu fühlen, ob die Kritik von C. berechtigt ist oder nicht.

Du hast, Monika, wieder einmal einen Menschen angesehen und ihm direkt bis auf den Boden seiner Persönlichkeit geblickt. Dann hast du alles an Maskerade beiseite geschoben und diesen Menschen direkt auf sein Innerstes, direkt in sein Zentrum geblickt. Unter diesem Blick krümmen sich manche Menschen vor Schreck und Schmerz, denn sie sind es nicht gewohnt, von niemandem, dass er sie entlarvt und sich von dem Schein, der sich gemeinhin Persönlichkeit nennt, nicht blenden lässt, sondern seinen Blick direkt auf das Zentrum richtet.

Die Welt der Menschen spielt sich nämlich fast immer vor den Türen der Häuser ab. Die wenigsten lassen andere bei sich eintreten. Und selbst auf der Straße, wo man sich also ziemlich förmlich begegnet und man selten ganz und gar man selber ist – selbst dort wird noch viel Maskerade betrieben. Die Angst, dass jemand einen durchschauen könnte, ist bei den meisten Menschen enorm.

Du hast nun die erstaunliche Fähigkeit, mit einem Blick das eigentlich Wesentliche zu erkennen. Das ist eine sehr kostbare Fähigkeit, mit der du aber selbst noch lernen musst umzugehen. Im Moment weißt du nicht einmal, dass du diese Fähigkeit überhaupt besitzt! Und noch weniger weißt du mit dem umzugehen, was du kannst und oft ungewollt auslöst.

Du musst lernen Vertrauen zu dir zu haben und von deinen Möglichkeiten den richtigen Gebrauch zu machen. Noch hast du die Zügel alles andere als fest in der Hand und die Gäule machen mit dir was sie wollen.

Habe Vertrauen zu mir und allem was dir und Jörg widerfährt. Es ist gut und richtig so.

Monika:
Vielen Dank für deine Worte. Es ist so schwer für mich, meinen Wahrnehmungen zu vertrauen, denn sie widersprechen allem, was ich während meiner psychologischen Schulung gelernt habe. Und wie kann ich mir denn auch sicher sein, dass es nicht ungeliebte Seiten von mir selbst sind, die mich an anderen so stören? Ich bin doch nicht vollkommen, das gibt es doch nicht, dass ich ohne Projektionen lebe. Oder doch? Warum berühren mich die Unvollkommenheiten anderer Menschen dann so stark?

Ich bitte dich sehr mir zu helfen, meine Fähigkeiten zu entwickeln und damit umgehen zu lernen. Gibt es vielleicht eine konkrete Hilfestellung oder Übung?

Lass dich nicht auf diese Ebene ein, auf der C. steht. Es ist nicht die deine, sondern lerne dich dort wahrzunehmen wo du bist und wo es etwas zu lernen gibt für dich. Es hat zurzeit überhaupt keinen Sinn, dich mit C. oder mit R. auseinanderzusetzen, denn sie würden dich nicht verstehen.

So geht es zum Beispiel doch gar nicht um Projektionen, Unvollkommenheiten, ungeliebte Seiten und so fort. Das sind Möbel aus C‘s  Zimmer, die nicht in eine Wohnung passen. Du hast mit einem Blick klar erkannt, dass sie nicht ist, was sie zu sein vorgibt, und sie hat es gemerkt. Alles was C. jetzt an Gedanken dazu produzieren mag hat mit dir nichts zu tun. Lass dich gar nicht darauf ein und beschäftige dich lieber mit dir und mit euch und eurer Situation.

Ihr beide sprecht nämlich dieselbe Sprache und du hast in Jörg einen Partner, der unbedingt an dich glaubt, weil auch er dich erkennt und das sehen kann, was du wirklich bist.

Antworte C. gar nicht. Du würdest doch auch niemandem einen Brief schreiben, von dem du weißt, dass er deine Sprache gar nicht beherrscht!

Ja, es gibt eine Übung für dich.
Ein Grund dafür, dass du so oft abgespannt, kraftlos und kränkelnd bist ist, dass du sehr viel in dich aufnimmst, was Menschen an Negativität und Unoffenheit ausstrahlen. Und zwar nicht nur Menschen deiner unmittelbaren Umgebung, sondern du nimmst auch solche Strahlungen auf, die von Menschen kommen, die du nie gesehen hast und niemals sehen wirst.

Es ist ein Zeichen deiner großen Sensibilität, dass du solche fehlerhaften Schwingungen auf solche Distanzen wahrnehmen kannst. Und solange du nicht damit umgehen kannst, schwächt es dich. Du musst lernen, diese Negativität in Positivität umzuwandeln und wieder an die Menschen zurückzugeben.

Das zu lernen ist natürlich ein langer Prozess. Aber eine Übung, die du jetzt machen kannst, ist diese:

In einer ruhigen Minute lege dich entspannt auf den Rücken, die Arme an deinen Seiten, und fühle was in deine Körpermitte eindringt. Es können Schwingungen sein, die dir wohl tun und es können solche sein, die dich regelrecht schmerzen. Du musst lernen dies auseinanderzuhalten, feiner wahrzunehmen was in dich eindringen will, was an Schwingungen an dich herankommt. Und dann lasse alle diese Schwingungen zu, lass sie eins werden mit den deinigen und spüre wie ich alles in Kraft umwandeln kann, wenn du ich darum bittest.

Diese Übung kann ein sehr inniges Beisammensein mit mir werden, wenn sie dir erst einmal richtig gelingt (üben, üben, immer wieder üben und nicht entmutigen lassen). Und sie wird dir selber sehr viel Kraft geben können, wenn du lernst bewusster wahrzunehmen, dass ständig viele Angriffe auf dich gerichtet sind, weil du dich in einer exponierten Stellung befindest und für viele Menschen bedrohlich bist, und wenn du lernst positive und negative Schwingungen zu trennen, bevor du sie in dich einlässt, um sie dort mit meiner Hilfe in Kraft umzuwandeln, die du wieder zurückgeben kannst. Wenn du das geschafft hast, wirst du nicht mehr mutlos und kraftlos sein.

 

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