Dialog 302

winter120213

Es gibt viele Möglichkeiten, denn ich bin alles in einem. Und alles, was du bist, bin ich auch und noch viel mehr.

Dialog 302 – 09.11.1987

Jörg:
Ich stolpere beim Beten immer wieder über die Anrede „Vater“. Ich kann es einfach nicht ändern, aber dieses Wort ist für mich entsetzlich schlecht besetzt. „Vater“ vermittelt mir absolut keine Geborgenheit mehr. Wie könnte ich dich sonst noch anreden?

Es gibt viele Möglichkeiten, denn ich bin alles in einem. Und alles, was du bist, bin ich auch und noch viel mehr. Daher schlage ich dir vor: Gott, der du in uns bist“. Wie wäre das? Du kannst auch sagen: „Gott, der du in mir bist“, aber das verführt leicht zu falschen Gedanken. Denn ich bin ja nicht dein ganz privater Gott, sondern ich bin die Einheit in allem. Und alles auf Erden lebt und atmet in meinem Geist.

„Gott, der du in uns bist“ gefällt mir gut. Und dann bitte ich dich auch um eines Neufassung unseres Gebets bitten. Ich habe oft das Gefühl, dass die alten Worte nicht mehr zu unserem Hier und Jetzt passen wollen.

Gott, der du in uns bist,
nimm uns in deine Arme,
gib uns Kraft und Hilfe,
Schutz und Trost.
Lass uns deine Nähe spüren
und wissen, dass wir bei dir sind.
Und zeige uns den Weg,
den wir an diesem Tag zu gehen haben.
Hilf uns die Welt zu lieben und die Menschen,
hilf uns uns selbst zu lieben und dich in uns.
Sei bei uns!
Lass uns eins mit allem werden!
Lass uns spüren, dass wir eins mit allem sind!
Amen.

Vielen Dank. Wie kommt es denn, dass man ein Gebet „abgegriffen“ finden kann?

Das liegt daran, dass ihr Menschen eben immer wieder den Fehler macht zurückzublicken und in der Vergangenheit zu leben. So verbindest du mit meinem Gebet immer neue/alte Erinnerungen an bereits Vergangenes. Und das Gewicht, mit dem du diesem armen unschuldigen Gebet befrachtest, wird immer größer. Aber es ist natürlich auch richtig, dass ihr euch verändert habt und ein neues Gebet wirklich am Platze war.

Anmerkung von Monika:
Ich benutze dieses Gebet heute noch als Einstieg. Allerdings sage ich „Vater“ und ich nutze die Singular-Form. Ich sage: Vater, der du in mir bist, wie in allem das du erschaffen hast“… Das fühlt sich für mich so stimmiger an. Suche für dich eine Form, mit der du dich wohl fühlst.

Schreibe einen Kommentar