Dialog 305

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Wenn dein Glaube so fest wäre, wie er sein sollte, könntest du alle Tiefen der menschlichen Möglichkeiten erforschen und würdest keinen Druck empfinden, sondern nur Freude und Einverstandensein spüren.

Dialog 305 – 16.11.1987

Jörg:
Wenn ich eine Botschaft empfange, spüre ich dich so nahe bei mir, als stündest du praktisch hinter mir und schaust mir beim Schreiben über die Schulter. Und alles was du sagst, ist für mich in diesem Augenblick auch wirklich nützlich und verständlich. Es hilft mir fast immer sofort eine Situation besser zu verstehen oder wenigstens ertragen zu können.

Aber gleichzeitig fühle ich mich „den Rest des Tages“ über oft entsetzlich alleine, besser gesagt, unendlich weit entfernt von dir.

Auch fühlt es sich in mir oft sehr seltsam an, wenn ich von dir empfange, dass sich die Geburt eines Neuen Zeitalters in uns abspielt, ich aber selbst mich eher fühle wie einer, der im Wasser nach Luft schnappt und wild um sich schlägt, um nicht unterzugehen. Da ist nichts Feierliches zu spüren und nach etwas Neuem fühlt sich das eigentlich überhaupt nicht an. Ich habe oft einfach Angst.

Die Tage vergehen, einer nach dem anderen, und nichts geschieht. Weder kippt unser Bott um, noch haben wir endlich freie Fahrt. Es ist für mich schwer etwas aus alledem zu lernen. Ich komme mir manchmal vor, als säße ich in einem Käfig und würde gleichzeitig selber davor sitzen und mich beobachten und mir Notizen machen.

Oh, Gott, hilf mir doch das alles besser zu begreifen! Mein Kopf behauptet zwar es zu verstehen, aber dennoch habe ich oft so jämmerliche Angst. Mein Glaube muss noch immer sehr klein sein. Doch wie kann er wachsen, wenn er so geprüft wird?

Was dir Angst macht ist deine sogenannte Persönlichkeit oder was du dafür hältst. Ich sage dir: Du kennst dich noch überhaupt nicht. Deine Persönlichkeit ist eine Vogelscheuche im Vergleich zu dem was wirklich in dir steckt. Und vor dieser lächerlichen Vogelscheuche hast du eben Angst.

Die Vorstellung irgendetwas von dem aufgeben zu müssen, was du für deine Persönlichkeit oder für ein unentbehrliches Teil deines Lebens hältst, macht dir panische Angst. Du weißt ja nicht, was du stattdessen erhalten würdest. Du glaubst, wenn du etwas verlierst, seist du um dieses Stück ärmer geworden. Du willst einfach nicht an die Möglichkeit glauben, dass du reich werden könntest, wenn du etwas von dem gibst, was du jetzt hast und woran du dich so klammerst. Du bist in Lumpen gekleidet und ich bitte dich, mir die Lumpen zu geben, damit ich dich in schöne Gewänder kleiden kann. Und du springst zurück und schreist „Nein!“ und hältst dich an deinen Lumpen fest, als ginge es um dein Leben.

Und ja, es geht um dein Leben. Du wirst durch einen Tod gehen müssen, um neu geboren werden zu können. Aber ich verspreche dir: Ich werde dich Schritt für Schritt führen und es wird nie mehr von dir verlangt als du auch verkraften kannst. Doch der Tod muss sein. Ich meine natürlich nicht den des Leibes.

Solange du mir nicht alles übergeben kannst, solange wirst du Qualen erdulden müssen. Dein Glaube ist noch sehr klein, stellst du richtigerweise fest. Und dann fragst du, wie er wachsen könne, wenn er gleichzeitig ständig solchen Belastungen ausgesetzt ist.

NUR in diesem Klima kann ein Glaube wachsen. Ein Glaube, der nicht durch ein wirkliches Leben in meinem Geiste gehärtet worden ist, ist ohne Form und Bedeutung. Er ist ein Lippenbekenntnis und weich wie Wachst am Ofen. Glaube muss hart sein, härter als Stahl, härter als Diamanten.

Du zum Beispiel fühlst dich wie ein Taucher, der langsam nach unten steigt und mit jedem Meter Wassertiefe ein Vielfaches an Luft ertragen muss. Und du fragst dich, wie lange du diesen Druck noch wirst aushalten können.

Ich sage dir: Wenn dein Glaube so fest wäre, wie er sein sollte, könntest du alle Tiefen der menschlichen Möglichkeiten erforschen und würdest keinen Druck empfinden, sondern nur Freude und Einverstandensein spüren.

Manche können über glühende Kohlen schreiten, ohne sich zu verletzen. Andere verbrennen sich die Füße dabei. Aber jeder kann es lernen, die Hitze zu ertragen. So ist es auch mit eurer Situation.

Außerdem beklagst du dich schon sehr frühzeitig. Was ist denn so schlimm an eurer Situation? Es gibt Menschen, die ich ganz anders prüfe. Es lohnt sich, ab und zu auch einmal daran zu denken! Mit euch gehe ich so behutsam um, weil ihr bewusst zu mir gekommen seid und euch mir anvertraut habt. Andere Menschen muss ich zwingen zu sehen, welchen Irrweg sie gehen, und das kann sehr schmerzhaft sein. Ihr seid wirklich in einer privilegierten Situation und deine Klagen sind nicht besonders angebracht.

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