Dialog 31

Ihr müsst lernen, jeden Schritt nun mit mir gemeinsam zu gehen. Das ist wie bei einem Kind, das erst laufen lernen muss. 

Dialog 31, 14.01.1986

Monika, ich habe deinen Hilferuf gehört und es schmerzt mich, dich so leiden zu sehen. Könntest du den Weg so überschauen wie ich und wüsstest du schon heute, wohin er dich führen wird, wäre vieles leichter zu ertragen. Aber du kannst es nicht wissen und darfst es auch nicht. Du musst durch Dornen und Gestrüpp nach deinem Pfad suchen, das ist dein Schicksal und hat tatsächlichen seinen Sinn. Doch ich kann dir nicht einmal dadurch Trost bringen, dass ich dir ein baldiges Ende solcher Leiden versprechen kann. Was ich aber für dich tun kann ist, dich mit Kraft zu erfüllen, diese Lasten besser ertragen zu können. Wenn du damit einverstanden bist und deinen Teil dabei übernimmst, wird vieles leichter werden.
Ich werde noch mehr dazu sagen, aber nicht heute. Für den heutigen Tag sage ich dir: Wenn dich die Verzweiflung am Hals würgt, bete, bete und bete zu mir. Ich höre dich, auch wenn du mich nicht zu hören vermagst. Das Gebet gibt dir Kraft, wenn du WEISST, dass ich es höre. Leider bezweifelst du das immer wieder und deshalb kann auch das Gebet dir oft nicht viel helfen. Dennoch ist es der einzige Weg, der dir derzeit alleine offen steht. Bete und denke immer daran: Ich BIN bei Dir, VOR ALLEM bei dir!

Ich lege dir hiermit Rebeccas Antwort und Entscheidung vor, wie du es gewünscht hast und bin bereit deine Worte niederzuschreiben.

Ich kenne die Antwort und kannte sie von Anfang an. Mir ging es darum, dass Rebecca sich Gedanken macht. Für sie ist also dieses Papier im Grunde bestimmt gewesen, das nun seinen Zweck erfüllt hat.

Eure Gemeinschaft ist nun gewachsen und ganz neue Aufgaben liegen jetzt vor euch. Es wird Veränderungen geben für jeden von euch, denn eure Bindung wird enger werden müssen, weil ich will, dass ihr alle Entscheidungen, die euren Weg zu mir betreffen, nun miteinander absprecht und mir vorlegt. Das wird große Umstellungen mit sich bringen, wie ihr euch denken könnt, und es wird nicht immer einfach sein. Ich möchte aber, dass ihr wisst, dass alles dies mein Wunsch
und mein Wille ist. Alles dies dient zu eurem Besten – wenn ich auch nicht NUR euer persönliches Wohlergehen im Auge habe.

Ich habe euch zusammengeführt, weil es zukünftig Aufgaben für euch zu lösen gibt, die eine Gemeinschaft zunächst von euch Dreien verlangen. Das ist es, was im Vordergrund steht, und daran sollt ihr auch jederzeit denken, wenn ihr mir eure persönlichen Fragen vorlegt. Ich führe euch nicht deshalb, weil ich euch den Weg ebnen will und euch vor persönlichen Schwierigkeiten bewahren möchte. Das steht erst an zweiter Stelle, wenn nicht an dritter. Ich führe euch, weil ich Ziele mit euch und für euch habe.

Meine Führung wird deshalb auch für Rebecca in erster Linie Training sein, so wie es bei euch auch war und ist. Training in Vertrauen in die Weisheit meiner Entscheidungen, die wir ihr wisst nicht immer verständlich und schon gar nicht immer angenehm sein müssen.

Sag deshalb Rebecca, dass sie ihre Erwartung in meine Führung verändern muss. Sie darf nicht erwarten, dass von nun an alle ungelösten Fragen in ihrem Leben eine Antwort erhalten, die sie selber der Verantwortung für ihr Handeln entledigt. Das betrifft bereits ihre ersten drei Fragen, zu denen ich mich später noch äußern werde.

Fragen, die ihr an mich richtet, dürfen nur den jeweils nächsten Schritt betreffen, den ihr gehen müsst, weil die Umstände es so mit sich gebracht haben. Sobald sie in eine Zukunft zielen, zu der erst noch viele andere Schritte gegangen werden
müssen, kann die Frage nicht beantwortet werden. Ihr lebt im Jetzt und nur das Jetzt zählt. Ihre geht im Dunkeln und ich halte euch an der Hand.

Ihr müsst lernen, jeden Schritt nun mit mir gemeinsam zu gehen. Das ist wie bei einem Kind, das erst laufen lernen muss.  Dies ist meine erste Botschaft an die neue Gemeinschaft.

Ich verstehe da etwas nicht. Rebecca darf, wie du sagst (und das gilt ja dann sicher auch für uns) nicht erwarten, dass von nun an alle ungelösten Fragen in ihrem Leben eine Antwort erhalten, die sie selber der Verantwortung für ihr Handeln entledigt.  Ist es denn nicht der Zweck einer Führung, dass ungelöste Fragen beantwortet werden? Und wenn ich nach wie vor für mein Handeln die Verantwortung trage, worin liegt dann die Führung? Du hast doch bisher immer betont, dass DU für deine Anweisungen die Verantwortung übernimmst.

Die Frage ist richtig. Du hast meine Antwort auch nur verstümmelt niedergeschrieben, weil du dich unter Druck gesetzt gefühlt hast.

Zum ersten Teil deiner Frage: Du weißt aus den bisherigen Gesprächen mit mir, dass ich immer wieder betont habe, wie wichtig es ist, jetzt NUR an das Morgen zu denken und keinen Tag weiter. Und dass alle Fragen, die in eine fernere Zukunft zielen – auch wenn sie noch so dringlich zu sein scheinen – Vertrauensbrüche zu mir bedeuten. Ich führe euch Schritt für Schritt und ihr müsst lernen darauf zu vertrauen, dass ich euch nicht stolpern lasse, wenn ihr meine Hand nicht los lasst.

Auf Rebecca bezogen bedeutet das: Sie muss sich darüber im Klaren sein – genau wie ihr – , dass ich Pläne mit ihr und mit euch habe und dass diese Pläne immer im Vordergrund stehen werden.
Meine Führung bedeutet also nicht, ich betone es noch einmal, dass ich ihr persönlich jetzt alle Steine aus dem Weg räumen werde. Es wird Erfahrungen geben, die sie alleine und die ihr gemeinsam machen müsst, die euch eventuell auch in große Konflikte stürzen können. Wenn das geschieht, dann geschieht es aus einem Grund, den nur ich kenne und ihr müsst lernen, auf diese Entscheidungen zu vertrauen. Ihr befindet euch in einer Lernphase. Ihr müsst euer Leben verändern lernen und dazu muss ich euch Aufgaben stellen. Eure Unsicherheiten im Umgang mit mir werden dazu führen, dass ihr euch an diesen Aufgaben immer wieder stoßt und reibt. Jetzt als Gemeinschaft noch mehr als bisher.

Was ihr lernen müsst ist, euch nur und immer wieder mit den Fragen zu beschäftigen, die täglich vor euch liegen und die sich täglich neu stellen. All die vielen anderen ungelösten Fragen eures Lebens, die jetzt vielleicht stürmisch nach außen drängen und nach einer Antwort verlangen, müsst ihr zurückhalten und sie stellen, wenn es dafür an der Zeit ist.

Zum zweiten Teil deiner Frage: Natürlich habe ICH die Verantwortung, wenn ich von euch Handlungen verlange. Du hast das nicht deutlich niedergeschrieben, wie du selber gemerkt hast. Das gilt aber nur – und so war es auch gemeint -, wenn ihr euch auch genau daran haltet, was ich verlange. Jeder Schritt, den ihr von meinem Weg abweicht, wird ein Schritt ins Dunkle sein, für den ihr alleine die Verantwortung übernehmen müsst. Sag nicht, das kann doch nie geschehen. Du weißt sehr gut, wie schnell das geschehen kann.

Dafür, dass wir uns mit großen Hoffnungen und Erwartungen auf deinen Wunsch hin zu einer Gemeinschaft zusammengetan haben, gehst du gleich ganz schön streng mit uns ins Gericht.

Das erscheint dir nur so. Was ich hier gesagt habe, habe ich euch schon dutzende von Malen gesagt, weil es ungemein wichtig ist, sich das immer und immer wieder klar zu machen. Was fehlt dir denn bisher an meinen Worten?

Na, sagen wir mal die Herzlichkeit. Irgendwie gute Wünsche und ein paar Sätze, die einem etwas Mut machen. Das Ganze ist doch keine Kleinigkeit für uns.

Wenn du dich mutlos fühlst, stehst du bereits vor deinem ersten Problem mit dieser Gemeinschaft und anstatt dir ein paar aufmunternde Worte zu wünschen, tätest du besser daran, Deine Sorgen mit den anderen Beiden zu besprechen oder zu mir zu tragen. Am besten beides.

Ich habe tatsächlich ein Problem. Einmal fühle ich mich der Aufgabe, die du mir stellst, nämlich deine Stimme zu sein, nicht recht gewachsen. Du hast zwar gesagt, ich solle mich für Rebecca und Ihr Kind nicht verantwortlich fühlen, weil du verantwortlich seist. Aber das ist leichter gesagt als getan. Ich HABE nämlich Angst, dass ich etwas falsch aufnehme und dann Rebecca (und die Gruppe) in die Irre schicke.

Das kann unmöglich geschehen. Das Schlimmste, was dir passieren kann ist, dass du in der Eile in der du schreiben musst missverständliche Worte niederschreibst, dass du etwas verkürzt oder nicht so klar empfängst, wie ich es gesagt habe. Das ist dir auch bisher immer wieder einmal passiert und ihr habt das selber jedes Mal gemerkt. Oder wenn nicht, habe ich dich meinerseits darauf aufmerksam gemacht. Das werde ich auch weiterhin tun.

In die Irre führen kannst du aber niemanden. Alle meine Wünsche und Anweisungen empfängst 
du klar und deutlich und hast sie immer klar und deutlich empfangen. So klar, dass ich dir kürzlich eine Art Garantieerklärung als meinen Vertrauensbeweis gegeben habe.

Du hast dich deiner Aufgabe bisher durchaus gewachsen gefühlt und hast auch bewiesen, dass 
du ihr gewachsen bist. Was also sorgst du dich jetzt? Du wirst noch viel mehr Verantwortung tragen müssen in Zukunft und daran musst du dich schulen. Auch denke immer daran: Noch befindet ihr euch in einer Lernphase und ich verlange noch keine Entscheidungen von wirklicher Tragweite. Ich übe euch derzeit in Vertrauen und werde auch Rebecca darin zu üben beginnen. Alles was ich in diesem Zusammenhang durchgeben werde, kann euch nur festigen, aber niemals in die Irre führen.

Ich betone es noch einmal: du bist meine Stimme und was du niederschreibst sind meine Worte! Du gibst ihnen zwar die Sprache und verwendest deine Formulierungen, aber deshalb sind es dennoch meine Worte, meine Wünsche, meine Anweisungen. In diesen Dingen wirst du dich niemals irren, weil ich das nicht zulasse. Welche Sorgen quälen dich?

Ob wir als Gruppe der Belastung gewachsen sein werden, in Harmonie miteinander leben zu können. Ich denke noch mit Schrecken an die Zeit in St. Thamec, wo unsere Freundschaft fast an der Enge zerbrochen wäre, der wir nicht ausweichen konnten.

Es kommt darauf an, was du unter Harmonie verstehst. Eure Situation ist jetzt eine völlig andere als damals. Die Voraussetzungen, unter denen ihr euch enger zusammenschließen werdet, haben sich geändert und die Praxis wird zeigen, was das für jeden einzelnen von euch bedeutet. Lass diese Dinge auf dich zukommen und wende dich mit deinen Sorgen an mich, wenn sie konkret geworden sind.

Vor allem aber: Sprich über diese Dinge mit den Menschen, die es betrifft, und handele das nicht mit dir und mir alleine ab.

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