Dialog 310

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Durch Blumen strahlt der Geist der Pflanze und wirkt in die Welt des Wahrnehmbaren hinein. Wer Blumen über ihre bloße Erscheinung hinaus begreifen, verstehen, sehen lernt, der erfasst mit feineren Sinnen die Welt der Geisteskräfte, die die einzig wirkliche ist.

Dialog 310 – 07.12.1987

Monika:
Heute habe ich seit langem mal wieder in einem Buchladen gestöbert. Ich hätte mir so gerne ein Buch über Blumen gekauft! Dass ich es nicht konnte, weil andere Dinge dringender waren, hat mir sehr viel ausgemacht. Noch nie vorher habe ich die Dinge, auf die ich verzichten musste, wirklich als Entbehrung empfunden. Es gibt wirklich Dinge, die ich nötiger brauche als ein Buch über Blumen. Aber gerade das ist es, was mein Herz wohl braucht. Anders kann ich mir meine Gefühle nicht erklären.

Ich empfinde eine große Sehnsucht, ein tiefes Verlangen danach, mit intensiv mit Blumenzucht zu beschäftigen. Noch nie habe ich mich nach etwas so gesehnt. Ich stehe etwas ratlos vor diesem Verlangen, denn ich habe von Blumen nicht die geringste Ahnung und bin bis vor kurzem, was Blumen betrifft, blind durch das Leben gegangen. Ich hatte immer unzählige Möglichkeiten mir Wissen anzueignen, habe in Städten gewohnt, die berühmte botanische Gärten besitzen. Aber nie hat mich das angesprochen.

Und jetzt stehe ich hier etwas fassungslos vor mir selbst, weiß, dass ich mich mit Blumen beschäftigen muss und will lernen, lernen, lernen. Jetzt, wo ich weit weg vom jedem botanischen Garten bin und mir kein Buch kaufen kann.

Wenn ich an unser Stück Land denke, dann habe ich jetzt ein Blumenmeer vor Augen und ein Gewächshaus, im dem Blumen gezogen werden. Was ist es, das mich auf einmal so an Blumen anzieht? Ist es das Licht und die Freude, die sie ausstrahlen? Wirkt das Energiefeld von Blumen heilend? Und ist es mein Weg, mich intensiv mit Blumen zu beschäftigen? Oder ist dieses Verlangen „nur“ ein Ausdruck meiner Sehnsucht nach dir?

Jörg:
Ch. hat mir ein Angebot für eine mögliche Arbeitsstelle vermittelt. Wie soll ich mich verhalten?

Durch Blumen strahlt der Geist der Pflanze und wirkt in die Welt des Wahrnehmbaren hinein. Wer Blumen über ihre bloße Erscheinung hinaus begreifen, verstehen, sehen lernt, der erfasst mit feineren Sinnen die Welt der Geisteskräfte, die die einzig wirkliche ist.

Entbehrungen reinigen. Der Körper befreit sich, vor allem aber auch der Geist. Er wird feiner, sensibler für das Wahre, das was wirklich ist. Der übersättigte Mensch nimmt nicht mehr wirklich auf, was er wahrnimmt.

Erst wer durch Entbehrungen geht wird sensibler für das Wesentliche. Er lernt es zu sehen und zu erfassen, wo andere nur äußere Form sehen. Entbehrungen sind reinigende Fastenkuren für den, der den spirituellen Weg beschritten hat. Sie müssen sein. Es gibt keinen Weg an ihnen vorbei. Und je weniger man sich gegen diese Einsicht wehrt, umso besser.

Sieh dein neues Verhältnis zu Blumen als einen Blütenkelch deines eigenen Inneren, der sich jetzt unbemerkt entfaltet hat. Du empfindest, was Blumen wirklich sind, und der Unterschied zu dem, was du vorher gesehen hast, ist so groß, dass du es nur schwer verkraften kannst.

Frage nicht, ob es dein Weg ist, dich jetzt intensiv mit Blumen zu beschäftigen, sondern folge deinem inneren Ruf. Vergiss aber nicht, dass Blumen überall wachsen. Verdirb dir nichts durch eitle Pläne. Lass geschehen, was geschieht, und freue dich daran.

Jörg, Angebote, die von außen an euch gerichtet werden, sind immer wichtig. Also kümmere dich sofort darum. Wie immer gilt: Was für euch vorgesehen ist, wird auch zu euch kommen. Aber ihr dürft keine Zeit verlieren!

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