Dialog 317

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Ihr müsst nicht nur lernen vertrauensvoll dorthin zu gehen, wo ich euch hinführen möchte, sondern auch, dass ihr alle Möglichkeiten habt, euer Schicksal so zu gestalten, wie ihr es wünscht.

Dialog 317 – 25.12.1987

Jörg:
Als ich mir gestern so vorstellte, wie das mit uns hier weitergehen soll, konnte ich einfach nichts anderes mehr sehen als die totale Katastrophe: Bankrotterklärung an alle, denen wir Geld schulden, Scheckbuchsperrung, aus der Wohnung raus müssen (wohin?), Hunger, Kälte.

Irgendwie weiß ich aber auch, dass es nicht so kommen muss. Dass sich ohne weiteres noch das berühmte Wunder ereignen könnte. Oder dass, selbst wenn es so kommen würde, es nicht unbedingt eine Katastrophe sein muss, sondern vielleicht eine Erleichterung und ein Neuanfang.

Mir ging gestern auch durch den Kopf, dass wir unmöglich dazu hier sein können, das Land zu bearbeiten und dort etwas entstehen zu lassen. Das mag ein wichtiger Teil von allen Erfahrungen sein, die wir hier machen können. Aber ich glaube einfach nicht, dass es unsere Bestimmung ist. Und genauso wenig kann es unsere Bestimmung sein, in der Rue des Sports zu beweisen, dass wir es immer wieder irgendwie schaffen, uns von einer Rechnung zur anderen zu helfen.

Worum es geht, ist doch bestimmt unsere innere Entwicklung. Und die stockt im Moment, weil wir nicht wissen wohin die Reise gehen soll. Und weil wir das nicht wissen, geht es auch nirgends richtig weiter. Unserem Leben fehlt die eigentliche Zielrichtung, um die herum sich alles andere in der richtigen Weise gruppieren könnte.

Und nun sehe ich, dass es nicht mehr so weiter geht mit diesem Wurstel-Leben. Die Quellen, die schon lange nur noch getröpfelt haben, scheinen nun ganz zu versiegen. Und wenn sie das tun, dann wird es hier bei uns schon sehr bald nicht mehr weitergehen können wie bisher.

Das macht mir Angst, gewaltige Angst sogar, weil ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, was dann im Einzelnen passieren wird. Aber ich bin bereit auch diesen Weg mit dir zu gehen, wenn das dein Wille ist. Denn dann glaube ich daran, dass auch so ein Schritt gut für uns sein würde, egal wie scheußlich er auf den ersten Blick aussehen mag. Doch bitte ich dich, uns noch etwas dazu zu sagen. Deine Worte haben uns schon so oft geholfen, eine Situation besser zu verstehen und zu ertragen.

Es ist noch etwas früh zu deiner Frage etwas zu sagen. Was du gesehen hast (die Katastrophe) ist tatsächlich nur eine von verschiedenen Möglichkeiten. Welche von allen denkbaren eintreffen wird, hängt von vielen Bedingungen ab. Richtig ist aber, dass Änderungen anstehen und ihr euch innerlich darauf vorbereiten solltet.

Es stimmt ebenfalls, dass ihr in eurem Leben die Zielrichtung verloren habt. Das was ihr tut (beispielsweise das Land bearbeiten) kann immer nur der äußere Rahmen für einen inneren Prozess sein. Wenn der Blick für den inneren Wert verlorengegangen ist, dann wird der äußere Rahmen zur Hülle ohne Inhalt.

Das jedenfalls trifft stark auf dich zu. Monika hat den Anschluss an den inneren Wert noch nicht soweit aus den Augen verloren, aber sie weiß leider nur wenig darüber. Viele ihrer Handlungen, Träume und Wünsche sind deshalb wenig zielgerichtet. Und das nimmt ihnen viel von ihrem Potential Probleme lösen zu können.

Natürlich ist eure innere Entwicklung der einzig wichtige Schritt, um den es bei allem geht. Natürlich lebt ihr nicht in der Rue des Sports, weil das ein so guter Platz für euch wäre, dass ich für euch keinen besseren wünschen kann. Natürlich müsst ihr aus alledem lernen.

Aber: Ihr müsst nicht nur lernen vertrauensvoll dorthin zu gehen, wo ich euch hinführen möchte, sondern auch, dass ihr alle Möglichkeiten habt, euer Schicksal so zu gestalten, wie ihr es wünscht. Das mag euch wie eine Veralberung vorkommen im Moment, doch es ist natürlich alles andere als das.

Um ein Bild zu gebrauchen: Stelle dir vor, jemand saust mit einem Schlitten zu Tal und direkt auf einen Baum zu! Er bräuchte eigentlich nur seinen Fuß in den Schnee drücken und im Bogen um den Baum herum fahren. Doch er ist so erschrocken, dass er zu keiner Bewegung mehr in der Lage ist. Deshalb ist der Zusammenstoß unvermeidlich. Er wäre aber vermeidbar gewesen.

Was ihr in der Rue des Sports lernen sollt ist unter anderem, welche Möglichkeiten euch eigentlich zur Verfügung stehen. Wie stark ihr jetzt schon geworden seid, ohne dass euch das bewusst ist. Ihr habt tatsächlich keinerlei Vorstellungen von euren Möglichkeiten und haltet euch sogar für klein, schwach und hilflos!

Sicher, ihr habt noch viel zu lernen. Sehr viel sogar. Aber schon jetzt bringt ihr mehr fertig, als ihr wisst. Und ihr hättet das Zeug, eure Situation selbst zu bereinigen. Das ist es, was du empfindest, wenn du sagst: „Ich habe zwar die Katastrophe gesehen, aber ich weiß auch, dass es dazu nicht kommen muss!“ Nein, das muss es wirklich nicht.

Ihr sollt lernen, dass ihr die Schmiede eures Schicksals seid. Dass ihr nicht abhängig von fremden Kräften außerhalb von euch seid, die mit euch Ball spielen, wie sie wollen, sondern dass ihr euch eure Wirklichkeiten selber schafft. Ihr sollt lernen, dass es nur einen wahrhaftigen Wert in eurem Leben geben kann – mich. Die Liebe. Und damit die grenzenlose Kraft der Energie, aus der alles hervorgeht.

Wie immer ihr die nächsten Wochen für euch gestalten werdet, es ist im Grunde einerlei, ob es zu einer Katastrophe kommt oder sich eine andere Lösung findet. Ob ihr gegen den Bau fahrt oder um ihn herum ist nicht das Entscheidende, sondern was ihr für euch dabei lernt. Wie nahe ihr mir dadurch gekommen seid, das ist das Entscheidende. Eine Katastrophe, in die ihr im Vertrauen auf meine Führung geht, wird alles andere als eine Katastrophe sein.

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