Dialog 319

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Bildnachweis: Pixabay.com, Stux, Lizenz: CC0 Public Domain

Manifestieren heißt eine Sache zu wollen, für deren Verwirklichung die Zeit gekommen ist. Und es heißt intensiv zu leben, sich selbst anheim zu stellen, das Risiko „Wachstum“, das Risiko „Gott“ jeden Tag neue und freudig einzugehen.

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Dialog 319 – 29.12.1987

Monika:
Du hast gesagt, nur Ideen von denen man auch leben kann, sind keine brotlosen Künste. Von den beiden Ideen die ich habe, Gartenbau und Astrologie, kann ich nicht leben. Jedenfalls zurzeit nicht. Und irgendwie sind sie auch nur Teil eines Ganzen, das sich erst noch entwickeln muss. Das ist mir klar. Aber trotzdem stimmen sie jetzt, muss ich jetzt lernen. Oder liege ich da falsch?

Und noch eine Frage zum Träumen:
Wann legt man etwas fest? Gilt das nur zeitlich oder auch räumlich, womit ich nicht einen Ort meine, sondern eher in welcher Umgebung man sich zum Beispiel ein Haus vorstellt. Und wie ist das mit den Einzelheiten? Also, konkrete Entwürfe, wie man sich sein Haus vorstellt. Natürlich können sich solche Entwürfe ändern, wenn man sich selbst verändert. Und wie ist das mit der Realisierbarkeit, finanziell gesehen? Kann man beim Träumen vom Optimum ausgehen oder muss man sich da auf seine Möglichkeiten besinnen? Obwohl das ja bei uns im Moment egal ist, wir haben ja nichts.

Wenn du für etwas ein tiefes und ernsthaftes Interesse hast, dann ist es natürlich nur richtig und auch notwendig, dich intensiv damit zu beschäftigen. Doch du sagt bereits selbst: Sowohl die Astrologie als auch der Gartenbau stellen deiner Meinung nach nur Teile eines Ganzen dar, mit dem du zu tun haben wirst. Betrachte dich deshalb nicht als Spezialistin auf dem einen oder anderen Gebiet. Vielmehr wird es so kommen, dass eines der beiden Gebiete einmal in deinem Wirken eine dominierende Rolle übernehmen kann. Doch auch das ist nicht sicher! Meine Warnung, dich nicht im Studieren zu verlieren, hat folgenden Hintergrund: Zu viel Astrologie oder zu viel Gartenbau kann dir den Blick verstellen für das, was du AUCH noch sehen musst. Es ist schwierig für dich das zu verstehen, denn es mag sehr nebelhaft erscheinen. Doch deutlicher lässt es sich zu diesem Zeitpunkt leider nicht sagen.

Deine Frage zum Träumen zeigt noch viel Unbeholfenheit damit. Man darf nichts festlegen und muss doch alles Wesentliche wissen! Man muss es wissen, aber man darf es nicht erfinden. Sich hinsetzen und eine Zeichnung anfertigen mag ein amüsanter Zeitvertreib sein, aber deshalb manifestiert sich so etwas nicht.

Nein, man kann Träume nicht zwingen so oder so zu sein. Träume sind Abbilder dessen, was dem Blick noch verborgen ist, was aber gleichwohl schon existiert oder in dieser oder ähnlicher Weise einmal existieren wird.

Man muss wissen, was mal will. Beispielsweise ein Haus in der Provence mit einer Quelle, das genügt bereits. Das ist die Aufforderung an die höheren Sinne in einem, die Fäden zur Materialisation des Gewünschten zu weben. Und wer richtig lebt, bei dem wird dieses Gewebe auch ständig dichter- bis er das Muster eines Tages erkennen kann. Das kann in einem Traum sein, es kann auch „einfach so“ geschehen und man weiß wie das Haus aussehen wird. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Aber auf keinen Fall darf man das Bild vorher schon festlegen wollen.

Und das gilt auch für solche Fragen wie der finanziellen Realisierbarkeit. Man muss wissen, dass man ein Haus, das so und so beschaffen ist und da und da liegen soll, besitzen oder mieten möchte. Alles Weitere ergibt sich dann schon von selber. Vom Optimum ausgehen, sich auf seine Möglichkeiten besinnen, was sind denn das für Worte? Wenn ihr euch nur mal auf eure Möglichkeiten besinnen würdet, dann wärt ihr heute bedeutend weiter! Außerdem: Dass ihr heute nichts habt, heißt ja doch nicht, dass ihr nie etwas haben werdet.

Nur, um das noch einmal klar und deutlich zu sage: Manifestieren heißt eine Sache zu wollen, für deren Verwirklichung die Zeit. Und es heißt intensiv zu leben, sich selbst anheim zu stellen, das Risiko „Wachstum“, das Risiko „Gott“ jeden Tag neue und freudig einzugehen.

Jörg:
Freudig? Darf einem das auch schwerfallen?

Es muss einem sogar schwerfallen. Aber man muss es dennoch wollen. Und man darf keinen Tag, keine Stunde, keinen Augenblick der gemachten Erfahrungen bedauern. Dann lebt man richtig und wächst, auch wenn man das selbst am wenigsten wahrnimmt.

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