Dialog 32

Du empfindest es als sinnlos, dich ständig zu bemühen, weil du glaubst, dass dir die Aufgaben schneller über den Kopf wachsen, als du sie lösen kannst? Dann gibst du den Dingen deine eigene Erklärung und legst selber fest, was sinnlos und was sinnvoll ist. Wenn du das auch in anderen Dingen so tust, bräuchtest du mich nicht mehr. Wenn der Kranke im Bett seine Leiden als sinnlos sieht, hat er diesen Leiden selber noch weitere hinzugefügt.

Dialog 32, 16.01.1986
Ich wiederhole jetzt noch einmal Monikas Frage in ihrer ganzen Länge:

Zur Alltagsbewältigung:
Mein Problem liegt darin, dass ich mich total überlastet fühle mit den vielen verschiedenen Aufgaben, die alle ihre Zeit brauchen. Mein Sohn braucht viel Nähe und Aufmerksamkeit und solange er um mich herum ist, bleiben die anderen Sachen liegen oder werden unter extremer Belastung erledigt, was zu großer Erschöpfung führt. Ich muss kochen, putzen, aufräumen, putzen, aufräumen, stricken und nähen, überlegen, was wir mit dem wenigen, was wir haben, kochen können.
Wenn mein Sohn schläft – das sind zur Zeit maximal 1,5 Stunden tagsüber, muss ich die Sachen tun, bei denen ich ungestört sein muss, wie übersetzen, Briefe schreiben, lesen. Oft muss ich dann erst noch aufräumen, weil ich mich sonst nicht wohl fühle. Dann sind da noch die Zeiten, wo er ins Bett gebracht wird.

Selbst für all diese Sachen ist der Tag zu kurz. Für Dinge, die ich für mich tun möchte, ist gar keine Zeit. Und mein Kind muss sich die Zeit mit den Dingen teilen, die getan werden müssen. Wie soll ich das denn alles handhaben, ohne daran zu verzweifeln?

Es ist nicht so sehr, dass ich es nicht gerne tue, nein, das hat sich schon sehr verändert. Es ist die ständige Sinnlosigkeit sich überhaupt zu bemühen, weil einem alles über den Kopf wächst. Es ist die Menge, die ich nicht schaffe, und es ist das Gefühl, dass kein Hahn danach kräht, wie es mir geht. Das war schon immer so.

Schon für meine Eltern bin ich nur eine Arbeitskraft gewesen. Natürlich weiß ich, dass das alles seinen Sinn hat. Aber das Wissen nützt mir nichts. Es hat nur verhindert, dass ich meinen Eltern in den Suizid gefolgt bin.

Natürlich nützt dir das Wissen um einen Sinn wenig, wenn du diesen Sinn nicht selber erkennen kannst. Das Gefühl, dass du versinkst und die Wellen über dir zusammenschlagen, bleibt auch dann noch bestehen, wenn du weißt, dass hinter diesem Leiden ein Sinn liegt.
Aber es ist nicht nur der Sinn, an den du denken solltest. Leiden sind Läuterungsprozesse, aus denen man gereinigt und gestärkt hervorgehen kann. Es GIBT für dich keinen anderen Weg als den, auf dem ich dich führe. Ich kann dir also nicht helfen, deine Schwierigkeiten zu lösen, wenn es gerade die Schwierigkeiten sind, an denen du lernen sollst.

Du empfindest es als sinnlos, dich ständig zu bemühen, weil du glaubst, dass dir die Aufgaben schneller über den Kopf wachsen, als du sie lösen kannst? Dann gibst du den Dingen deine eigene Erklärung und legst selber fest, was sinnlos und was sinnvoll ist. Wenn du das auch in anderen Dingen so tust, bräuchtest du mich nicht mehr. Wenn der Kranke im Bett seine Leiden als sinnlos sieht, hat er diesen Leiden selber noch weitere hinzugefügt.

Was du erlebst, ist meine lebendige Gegenwart. Es gibt für dich nur diesen einen Weg und ich kann dir heute keinen anderen weisen, wenn ich dich zu DEINEN Zielen führen will. Du musst deine Leiden durchleben, denn dazu bist du als Mensch geboren. Und es ist ein großes Privileg für dich zu wissen, dass ich auf diesem Weg neben dir gehe und dich führe.

Weißt du nicht, wie viele Menschen Schlimmeres als du erdulden müssen, OHNE dass sie von mir wissen?

Erinnerst du dich an die Vision, die du einmal hattest, als ihr noch in Deutschland lebtet? Es war der Tag, an dem du auf einmal „wusstest“, dass du viele Schritte auf deinem spirituellen Weg in einer Zeit gehen würdest, für die andere Menschen oft viele Leben benötigen müssten.

Vielleicht hast du damals geglaubt, dass Leiden in irgendeiner Weise großartiger und erhabener sein würde, wenn es mit einer spirituellen Entwicklung einhergeht. Nun findest du aber, dass Leid immer gleich grau und qualvoll daherkommt. Für jeden Menschen ohne Unterschied.

Wenn du dein Leid als unnütz und sinnlos erlebst, glaubst du nicht wirklich an mich. Soll ich dich deshalb von diesen Leiden verschonen, damit du an mich glaubst? Das ist nicht die Art, wie ich Menschen führe. Ich habe euch die Fähigkeit gegeben zu leiden, ob im Hass oder in der Liebe. Erst diese Fähigkeit macht euch zu Menschen und die höchste spirituelle Reife, die ein Mensch erlangen kann, geht nur über das Leid – indem es überwunden wird. 

Wenn ihr Leiden aus dem Weg zu gehen versucht, seid ihr für die Aufgabe, die euch gerade gestellt wurde, noch nicht reif und müsst sie wieder und wieder wiederholen. Das weißt auch du. Nimm deshalb jede Aufgabe, und sei sie noch so qualvoll, freudig an als lebendige Botschaft meiner Gegenwart und gehe den Weg, den ich dir weise. Das wird nicht bedeuten, dass dir die Qualen weniger Kummer und Schmerzen bereiten, aber es wird dich darin stärken, sie zu überwinden.

Betrachte deinen Alltag nicht als einen Sumpf voller Sinnlosigkeiten, sondern tue, was von dir verlangt wird. Gehe eine Aufgabe nach der anderen an und versuche sie gut zu machen. Die Dinge können dir nur über den Kopf wachsen, weil du ständig den Berg vor dir siehst und deine Kräfte falsch einteilst. Dein Tag hat nur 24 Stunden und du packst dir selber Arbeit für 48 Stunden auf. Das erschöpft dich und deshalb kannst du nicht die Kraft aus ihr schöpfen, die darin enthalten wäre. Es erschöpft dich schon, bevor du überhaupt begonnen hast.

Es gibt nur einen einzigen Weg, deine Leiden zu beenden: indem du dich von mir abwendest. Willst du das wirklich? Wenn du aber mit mir gehst und ich führe dich durch dorniges Gestrüpp, dann musst du mir folgen. Bete zu mir, glaube an mich und bleibe an meiner Seite. Dann hat die Nacht einen Morgen und du wirst den neuen Tag großartiger und strahlender erleben als je zuvor. Viele Nächte werden wir so noch gemeinsam durchwandern müssen, aber mit jedem Mal wird es dir auch leichter fallen und du wirst mehr und mehr Licht um dich herum sehen, wo für andere noch finsterste Dunkelheit herrscht.

Denke an diese Gnade, die ich dir erweise, wenn dir die Dinge heute wieder über den Kopf zu wachsen drohen und lasse mich dich mit all der Liebe erfüllen, die ich für dich habe.

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