Dialog 339

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Das Gesetz der Fülle will Fülle schaffen. Es will Mangel abschaffen. Wer also den Mangelzustand sucht, der hat dieses Gesetz gegen sich! Fülle ist im Prinzip grenzenlos. Sie lässt sich nicht einschränken. Trotzdem ist es wichtig, sich an die Regeln zu halten, nach denen dieses Gesetz funktioniert.

Dialog 339 – 26.03.1988

Jörg:
Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht über unsere (Über)lebensstrategie.

Anstatt immer nur zu sitzen und zu warten, dass die Dinge sich von selber entwickeln und die Knoten sich von alleine lösen, werden wir handeln müssen. Das wissen wir schon lange. Aber wir wussten nie, welcher Art dieses Handeln sein sollte. Denn es ist ja nicht so, dass wir in den letzten Jahren nichts getan hätten

Es ist aber so, dass wir immer nur das Allernötigste getan haben. Das nämlich, was zum Erreichen der gesetzten Ziele nötig zu sein schien oder schlicht unumgänglich war. Mit anderen Worten, wir haben immer nur das Allernötigste gewollt und dementsprechend auch immer nur das Allernötigste getan. Und wie das Allernötigste immer nahe verwandt ist mit der Entbehrung, standen wir oft genug schon mit einem Fuß im Mangel.

Es schein mir aber so zu sein, dass es nicht nur eine Polarität der Fülle gibt, nach der bekanntlich Geld im Speziellen und Besitz im Allgemeinen dorthin gezogen wird, wo es bereits welches gibt. Sondern es gibt ebenso auch eine Polarität des Mangels gibt: Dort, wo zu wenig ist, besteht immer die Tendenz, dass auch dieses Wenige sich noch verflüchtigen will. Oder wie es so schön in einem Gleichnis heißt: Dem der viel hat wird noch dazu gegeben werden. Dem der nichts hat wird aber noch genommen was er hat.

Nun habe ich zumindest immer geglaubt, Luxus sei unmoralisch und ich hatte keinen Grund, die Wünsche nach einem guten Leben in Sorglosigkeit vor mir selbst zu legitimieren. Ich hatte auch kein Maß um festzulegen, was denn herbei fließen müsse, damit es ein gutes und sorgloses Leben sei.

Ein Maß hatte ich dafür eher für das Leben im Mangel, denn daran war ich gewohnt. Dieses Leben war überschaubar und dessen Gesetz waren mir bekannt: Das zu halten was da war, nicht mehr.

Speziell in der Bretagne waren wir immer vollauf damit beschäftigt, das zu halten was da war und es nicht auch noch zu verlieren, denn die Gesetzte der Polarität sind nun einmal gegen den, der mit dem Mangel zufrieden ist. Das Gesetz der Fülle häuft Fülle für den an, der die Fülle will und deshalb auch verdient. Und es zieht die Güter notwendigerweise dort ab, wo sie schlecht verwaltet und nicht verdient werden.

Das Gesetz der Fülle will Fülle schaffen. Es will Mangel abschaffen. Wer also den Mangelzustand sucht, der hat dieses Gesetz gegen sich! Fülle ist im Prinzip grenzenlos. Sie lässt sich nicht einschränken. Trotzdem ist es wichtig, sich an die Regeln zu halten, nach denen dieses Gesetz funktioniert.

Regel Nr. 1:
Schränke dich niemals ein! Sage niemals: Dies oder jenes steht mir doch gar nicht zu!
Wenn es für dich eine wirkliche Bedeutung hat, dieses oder jenes zu besitzen oder diesen oder jenen Lebensstil zu führen, dann wünsche ihn dir auch und fühle dich gut dabei.

Was ist eine wirkliche Bedeutung? Es ist ein Ziel, das du dir gesetzt haben musst und dieses Ziel muss unbedingt ein sehr hohes, ehrgeiziges Ziel sein, es darf nicht den billigen Geruch von Bratkartoffeln und altem Fett haben, sondern muss einen Wohlgeruch verbreiten, der dich anzieht, auch über weite Entfernungen hinweg.

Es ist nicht wichtig, dass irgendjemand erst diesem Ziel einen moralischen Gütestempel aufgedrückt haben muss. Wichtig ist, dass dieses Ziel für DICH von Bedeutung ist! Solch ein Ziel mag für den einen schlicht und einfach lauten: Ich will reich und unabhängig werden und nie mehr Mangel leiden müssen! Darüber mögen andere die Nase rümpfen, es bleibt dennoch ein klares Ziel, das in seinem Wesen der Regel Nr. 1 vollkommen entspricht.

Das einzige, worauf es ankommt, ist: Dieses Ziel muss das einzig wichtige für dich sein. Es darf kein wichtigeres für dich geben!

Regel Nr. 2:
Suche nach realistischen Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen

Viele, die ein wirklich gutes Ziel hatten, scheitern auf dem Weg dorthin, weil sie die falschen Mittel wählen oder die falschen Schritte zu falschen Zeit tun.

Damit das Gesetz der Fülle für dich arbeiten kann, musst du zunächst für dieses Gesetz arbeiten. Ein Motor muss erst angeworfen werden, bevor er von selber laufen kann. Die meisten Versuche bleiben bereits in dieser Startphase stecken.

Realistische Möglichkeiten suchen heißt, seine vorhandenen Mittel genau zu prüfen, um die besten davon auszuwählen und sie dann gezielt einzusetzen. Niemand, der im Hochsprung nicht geübt ist, kann aus dem Stand heraus die Zwei-Meter-Marke überspringen. Wer sich dieses Ziel gesetzt hat, wird um das Training nicht herumkommen. Er wird aber nicht alleine trainieren, sondern sich einen guten Ausbilder besorgen, gute Trainingsbedingungen, sich vielleicht ein Stipendium beschaffen, das ihm Zeit zum Trainieren lässt usw. Er wird alles tun, was diesem Ziel dient und alles unterlassen, was ihm entgegensteht.

Und wer zum Beispiel reich und unabhängig werden will, der wird wissen, dass ihm dies nicht in den Schoß fallen wird. Er weiß aber auch, dass er dieses Ziel mit harter Arbeit alleine nicht erreichen kann. Harte Arbeit ist nur die Schmiere, ohne die der Motor nicht laufen kann, es ist aber nicht der Treibstoff!

Untersuche deine Möglichkeiten und wähle die aus, die sich am schnellsten in Erfolg umsetzen lässt, ganz gleich, ob es sich dabei um ein attraktive oder eine weniger attraktive Möglichkeit handelt. Wenn du erst zögerst und sagst: „Ach, da will doch lieber noch warten, ob sich nicht noch etwas besseres für mich findet, bevor ich so etwas tue“, hast du dich schon ins Abseits begeben. Natürlich sollst du nichts tun, was dir zuwider wäre. Aber du sollst die nächste Möglichkeit nutzen, die sich dir bietet, so viel Geld wie im Moment möglich zu verdienen, und dann die Augen wie ein Adler schweifen lassen, welche Möglichkeit sich als nächstes bietet, um wiederum so viel Geld wie möglich zu verdienen und so fort.

Du musst dir diesen Weg vorstellen, wie ein Tanz über treibenden Eisschollen auf einem eisigen Fluss: Auf dem Ufer an dem du stehst bist du sicher. Auf der anderen Seite aber wartet deine Chance. Eine Brücke gibt es nicht. Du musst von Eisscholle zu Eisscholle springen – was natürlich nicht ohne Risiko ist. Der Fluss ist verdammt kalt. Genau aus diesem Grund wirst du auf keiner Eisscholle eine Vergnügungsfahrt machen sondern immer so schnell wie möglich auf die nächstbessere springen wollen. Denn dein Ziel ist ja das andere Ufer, nicht diese oder jene Eisscholle.

Regel Nr. 3:
Verschaffe dir die Mittel für etwas das du brauchst, bevor du dieses Etwas beschaffst!

Hier werden viele Fehler gemacht. Wenn du dieses oder jenes aus guten Gründen für wichtig und richtig sowie seine Anschaffung für an der Zeit hältst, dann wird sich auch ein Weg finden die Mittel dafür zu besorgen. Lassen sich die Mittel nicht auftreiben, war vielleicht mit dem Wunsch etwas nicht in Ordnung. Oder mit deiner Motivation!

Es mag zum Beispiel sein, dass schon der erste Schritt auf dem Weg zu Wohlstand und Unabhängigkeit dich vor unüberwindliche Barrieren stellt: Du brauchst einen neuen Anzug und hast nicht einmal das Geld für neue Turnschuhe.

Wenn deine Motivation stimmt und dein Wille wirklich unbeirrbar ist, dann wirst du auch einen Weg finden, die Mittel für deinen Anzug aufzutreiben. Oder das Auto, das du vielleicht benötigst, oder was immer es auch sei.

Mache dir immer klar: Es gibt nichts, das außerhalb deiner Reichweite wäre! Du kannst alles haben was du willst, wenn es deinen Zielen dient und wenn du an diese Ziele wirklich selbst glaubst und sie dir wirklich das Allerwichtigste der Welt sind. Denn immer gilt Regel 1: Schränke dich niemals ein! Sage niemals, dieses oder jenes steht mir doch gar nicht zu! Stattdessen musst du sagen: Ich will es und ich brauche es, also werde ich es mir beschaffen. Und dann musst du sein wie ein Wolf, der eine Witterung aufgenommen hat, und nichts darf dich, wird dich und kann dich von dieser Spur wieder abbringen.

Regel Nr. 4:
Versuche niemals Geld oder Besitz zu horten, sondern gib so freigiebig wie dir gegeben wird!

Wenn du wirklich verstanden hast, dass du immer alles bekommst was du brauchst (und du das nicht mehr mit dem Allernötigsten verwechselst), dann hast du keinen Grund Geld oder Werte zusammenzuraffen und für dich alleine bewahren zu wollen. Das ist gegen das Gesetz der Fülle.

Natürlich sollst du nicht ziellos mit dem um dich werfen, was du gerade erworben hast. Doch du sollst nicht zögern dort zu geben, wo deine Hilfe gebraucht wird. Du kannst es völlig unbesorgt tun. Wenn du dieses Gesetz auf deiner Seite hast und danach lebst wirst du immer das haben, was du brauchst, um den nächsten Schritt nach oben gehen zu können – und manchmal ist die Voraussetzung dafür auch, einem anderen geholfen zu haben.

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