Dialog 345 – Zweifel

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Nichts muss aussichtslos sein, wenn ihr mich auf eurer Seite wisst! Dazu ist es aber nötig, dass ihr nicht nur dann zu mir kommt, wenn es dunkel um euch zu werden beginnt. Sondern, dass ihr jeden Schritt an jedem Tag mit mir gemeinsam tut.

Zweifel

Inzwischen war die Atmosphäre in der WG unserer Freunde, die uns aufgenommen hatten, unerträglich geworden. Wir fühlten uns behandelt wie Asoziale. So waren wir einerseits erleichtert, ein Haus zur Miete gefunden zu haben. Andererseits stellten sich auch große Zweifel ein, ob wir das Richtige taten angesichts unserer erdrückenden Schulden, die durch das Darlehen des Sozialamts für unseren Unterhalt noch erdrückender geworden waren.

Dialog 345 – April 1988

Jörg:
Es tut so weh, wie der letzte Asoziale behandelt zu werden. Und es ist schwer zugleich auch noch den Kopf hochzuhalten und nach außen hin Sicherheit vorzuspielen, wo einfach nur Verzweiflung ist. Wir haben Schulden wohin wir blicken und nirgendwo taucht ein Lichtstrahl auf. Jetzt mieten wir dieses teure Haus und haben nicht einmal Geld dafür, uns eine Spüle in die Küche zu stellen.

Bitte hilf uns, Vater! Sage uns, ob wir auf dem richtigen Weg sind und Vertrauen haben sollen oder ob wir Fehler machen. Ich komme in der letzten Zeit nicht mehr so oft zu dir und ich habe auch nicht mehr immer das Gefühl dich gut zu hören. Vielleicht bin ich schon wieder zu stolz oder zu selbstsicher geworden und meine, ich könnte alles alleine. Wenn das so ist, dann sag es mir bitte! Ich bitte dich in unser beider Namen um deine Hilfe und einige Worte, die Mut machen!

Ich möchte in der Tat, dass ihr wirklich zu mir findet, dass ihr wirklich bereit seid, alles in meine Hände zu legen. Doch das könnt ihr nicht, solange ihr noch so viel darüber nachdenkt, wie ihr die Dinge alleine regeln könnt.

Nichts muss aussichtslos sein, wenn ihr mich auf eurer Seite wisst! Dazu ist es aber nötig, dass ihr nicht nur dann zu mir kommt, wenn es dunkel um euch zu werden beginnt. Sondern, dass ihr jeden Schritt an jedem Tag mit mir gemeinsam tut.

Ihr alleine könnt es niemals schaffen. Was ihr euch vorgenommen habt, ist viel zu schwierig für eure Kräfte. Dass ihr das zu spüren beginnt, ist ein Zeichen dafür, dass ihr mich noch immer zu wenig in euer Leben einbezieht – und ich bin doch ein Teil von euch!

Ihr regelt viel mit dem Verstand und ihr seid sensibel für euer Gefühl. Aber das alles bin nicht ich! Ich bin das tiefe, unverrückbare Vertrauen in euch, dass es so wie es ist richtig ist und dass ihr das Beste haben sollt, wenn euer tiefstes Inneres es so wünscht.

Jeder Zweifel ist ein Schritt zurück, fort von mir. Ihr dürft nicht zweifeln und ihr dürft auch nicht verzweifeln! Glaubt mir, ich habe alles so gewollt wie es ist und deshalb ist es gut für euch! Ihr braucht auch diese Nacht noch, die ihr jetzt durchwandert, denn sie soll euch festigen im Glauben an mich und meine Güte und Weisheit. Seid euren Freunden dankbar, sie erfüllen meinen Willen und sie tragen schwer daran. Seid ihnen dankbar, auch wenn ihr leiden müsst. Leid reinigt. Schmerz wäscht Schuld ab und jeder von euch wird immer wieder schuldig, indem er an mir gezweifelt hat und deshalb mich bezweifelt. Zu mir findet nur, wer Last und Entbehrung auf sich zu nehmen bereit ist. Und zurzeit müsst ihr ein weiteres Paket davon tragen.

Ihr habt in Frankreich nur eine Phase abgeschlossen. Ihr wart noch nicht etwas durch alles durch. Es steht euch noch manches bevor. Aber dennoch wird es besser werden – wenn ihr wirklich stark im Glauben werdet!

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Foto Pixabay

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