Dialog 351 – Träume, Stolz und Überheblichkeit

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Die „Machbarkeit“ von Träumen ist die innere Bereitschaft sie geschehen zu lassen.

Träume, Stolz und Überheblichkeit

Dialog 351 – September 1988

Wir hatten uns eine Woche Urlaub in der Provence gegönnt und waren in einer sehr kraftvollen aber auch harten Landschaft gelandet, die uns mehr und mehr anzog. Wir träumten davon in dieser Gegend zukünftig zu leben. Aber unsere Träume in der Bretagne waren damals nicht in Erfüllung gegangen und das verunsicherte uns stark.

Es liegt auch jetzt wieder an euch, ob ihr eure Träume realisieren könnt oder nicht, denn ich kann nur dann helfen, wenn ihr es wirklich zulasst.

Die „Machbarkeit“ von Träumen ist die innere Bereitschaft sie geschehen zu lassen. Ihr hattet wohl diese Bereitschaft, aber sie war nicht wirklich rein. Es war viel Eigennutz und persönlicher Stolz im Spiel. Der musste ausgewaschen werden. Und kaum etwas ist schmerzhafter, als seinen Stolz aufgeben zu müssen. Er ist es, der oft mit Persönlichkeit verwechselt wird. Die wirklich reife Persönlichkeit aber hat es zu einer Art inneren Stolz gebracht, der mit sich selbst zufrieden ist. Solche Menschen überzeugen ihre Umwelt auf eine ganz andere, stille Weise. Sie leuchten Kraft und Weisheit aus sich selbst heraus. Sie träumen die richtigen Träume, also die „machbaren“, sie träumen im richtigen „Tempo“ und überspringen nichts. Sie gehen ihren Weg Schritt für Schritt.

Schwer zu begreifen, nicht wahr? Diese Worte mögen viel Widerspruch in euch auslösen und doch werdet ihr sie eines Tages verstehen.

Alle Pläne, die ihr in der Bretagne hattet, wären möglich gewesen. Ich habe euch nicht deshalb bestärkt, um euch leiden zu lassen, sondern weil alles was ihr begonnen hattet, im Wesen gut und richtig war. Ihr selber aber wart nicht so weit wie eure Pläne. Eure Projekte waren durchdrungen von Stolz und Überheblichkeit. Alles was ihr vorhattet, war immer wieder mit einem Seitenblick auf die Welt um euch herum geplant. Wie würden andere darauf reagieren? Ihr habt es nicht für euch und für mich getan, sondern es war euch wichtig, dafür auch vor den Augen der Welt Anerkennung zu finden. So aber konnten sich die Träume nicht realisieren lassen.

Der unbedingte Glaube, den ihr mitgebracht hattet – der alleine genügt leider nicht. Es muss auch der Mensch rein und geläutert sein. Seine Ziele müssen ihm heilig sein, ohne eine Spur von Stolz oder Überheblichkeit.

Wenn etwas gut für euch sein soll, dann ist es ohne Belang, was andere davon halten. Und alles muss auch aus euch selbst heraus wirksam werden. Ihr müsst die Motoren sein, die eure Sache vorantreiben.

Träumt eure Träume still vor euch hin und sammelt die Kraft, die dabei entsteht, anstatt sie leichtfertig zu zerstreuen. Geht nicht mit Dingen nach außen, die andere gar nichts angehen. Keiner eurer Freunde beispielsweise kann euch bei euren Plänen unterstützen. Ihr müsst aus euch selbst heraus wirksam werden. Aber jeder, dem ihr von euren Plänen erzähltet, würde euch – wenn auch ungewollt – Kraft nehmen. Er würde euch entweder in Diskussionen verwickeln, würde euch vielleicht seine Zweifel fühlen lassen oder Neid ausstrahlen und könnte somit vieles dazu beitragen eure Pläne zu stören.

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