Dialog 354 – Vom Weg abkommen

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Vertraut mir in allem und ich werde euch in allem führen. Und ihr kommt weiter und verbraucht nicht nur Zeit, sondern lebt sie!

Vom Weg abkommen

Unser Alltag war geprägt von finanziellen Problemen. Unser damals 6jähriger Sohn hatte mit einem Freund zusammen Reifen einer Reihe von Autos zerstochen. Da wir nicht haftpflichtversichert waren, mussten wir 50 % des Schadens und die Anwaltskosten selbst tragen. Das belastete unsere Finanzen noch mehr. Jörg zog sich eine sehr seltene Entzündung im Nabel zu, die – wäre sie nicht zufällig erkannt worden – tödlich ausgegangen wäre. Und wir entfernten uns innerlich von Gott. Ein schleichender Prozess, der uns lange gar nicht auffiel.

Dialog 354 – Mai 1991

Jörg:
Als wir kürzlich beim TÜV so preiswert weggekommen sind und Monika meinte, da habest du sicherlich deine Hand im Spiel gehabt, fand ich das spontan unvorstellbar. Lächerlich: Gott und sich bei TÜV einmischen.

Kurz darauf habe ich mich jedoch ziemlich betroffen gefragt wieso ich das auch eine Sekunde in Zweifel ziehen konnte. Und mir ist bewusst geworden, dass wir in Frankreich jahrelang mit der festen Überzeugung gelebt haben, dass du bei und in allem beteiligt bist. Nur so haben wir die Jahre in Frankreich ja überhaupt schaffen können.

Damals kam uns unser Leben schwierig vor. Heute merke ich, es ist eher noch schwieriger geworden. Insbesondere aber fühle ich mich im Vergleich zu Frankreich endlos weit weg von dir, mache wieder alles alleine und komme nicht einmal auf den Gedanken, dass du bei mir sein könntest.

Es macht mir Kummer, dass es so weit gekommen ist. Ich will wieder zu dir zurückfinden, möchte mein Leben wieder in deine Hände legen. Um wie vieles froher und zuversichtlicher war ich doch in der Zeit in Frankreich gewesen. Und wie wenig bin ich es jetzt. Ich fühle mich oft alt, mutlos und verzweifelt innerlich, sehe oft keinen Ausweg mehr und muss dann die Augen verschließen vor dem ganzen Elen, weil ich es sonst nicht ertragen könnte.

Ich bitte dich um Kraft und Hilfe. Und um deinen Rat: Was muss ich tun, um wieder bei dir zu sein?

Wenn ich mir überlege, dass du mir vor ein paar Wochen das Leben gerettet hast und ich dir nicht einmal dafür gedankt habe, schäme ich mich.

Menschen wie du und Monika, die sich einmal auf einen Weg begeben haben, können nicht mehr alleine weitergehen, denn wenn sie es tun, bewegt sich nichts mehr. Man verbraucht Lebenszeit, das ist alles, aber man kommt nicht weiter.

Andere Menschen, die vielleicht nie bewusst meinen Weg gegangen sind, sind mir oft dennoch näher, weil sie an sich glauben. Und das ist dasselbe, wie an mich zu glauben. Menschen wie ihr aber, die bereits einmal an mich geglaubt haben, können nicht mehr an sich glauben ohne mich. Verstehst du das?

Es wäre euch wirklich zu wünschen, dass ihr beide euren Weg zu mir zurückfindet, so wie früher, als ihr doch schon so weit gekommen wart!

Vertraut mir in allem und ich werde euch in allem führen. Und ihr kommt weiter und verbraucht nicht nur Zeit, sondern lebt sie!

Betrachte deine Krankheit doch einmal unter dem Aspekt, dass dein Körper nicht mehr leben wollte! Gerade einmal 2 % der Menschen erkranken an solch einer gefährlichen Entzündung, wie sie dir passiert ist. Gibt dir das denn nicht zu denken? Dein Körper hat Signale gegeben, das er keinen Sinn mehr im Leben sieht und du hast sie schließlich auch empfangen, wie mir deine Fragen zeigen.

Ja, es ist höchste Zeit wieder auf den Weg zurückzukehren. Für euch beide. Denn nur gemeinsam schafft ihr auch ein gemeinsames Fortkommen.

Wie das geht, wisst ihr ja wohl: Beten, gemeinsam beten, alleine beten, sich aber – und das ist das Entscheidende – immer wieder bewusst werden über das, was man tut, was geschieht und geschehen ist. Es würde euch beispielsweise enorm weiterbringen, wenn ihr immer wieder einmal darüber reflektieren würdet, was euch in den vergangenen Tagen widerfahren ist, wo meine Hand dabei zu spüren war und was das für euch bedeutet hat, ob es etwas bedeutet hat und wenn ja, was. Das muss nicht täglich sein, aber alle paar Tage solltet ihr das tun.

Ich habe euch immer wieder gesagt: Ihr könnt mich in allem spüren! Auch in euren Ängsten und euren Versagern. Erst recht natürlich in allem, was euch widerfährt. Und je bewusster ihr seid, dass ich neben euch stehe und meine Hand ausstrecke um euch zu führen und zu stützen, desto rascher gewinnt ihr euer Selbstvertrauen zurück und könnt mit euch selbst weiterkommen.

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