Dialog 37

Wichtig ist, dass ihr lernt euch auf mich zu verlassen und nicht auf den Markt mit seinen Einnahmen.

Dialog 37, 20.01.1986

Das ist nun schon der dritte Tag, wo wir nicht auf den Markt können. diesmal wieder wegen des Autos. Der Kühler ist kaputt.

Warum zögerst du so lange? Nun frag schon: Du willst wissen, ob ich etwas damit zu tun habe?

Ja. Willst du uns damit irgend etwas mitteilen.

Wenn ich euch etwas mitteilen möchte, haben wir dafür ja bessere Möglichkeiten, nicht wahr? Außerdem habe ich mich nicht heute Nacht auf euer Grundstück geschlichen und den Kühler angebohrt. du hast schon manchmal eine seltsame Vorstellung von meinem Wirken.

Trotzdem habe ich mit der Sache natürlich zu tun, wenn auch auf ganz andere Weise, doch die ist jetzt nicht wichtig. Wichtig ist, dass ihr lernt euch auf mich zu verlassen und nicht auf den Markt mit seinen Einnahmen.

Dann ist das eine Übung für uns, dass wir nicht auf die Märkte können?

Natürlich, es ist eine Übung.

Als der Wagen heute morgen stehen blieb, hatte ich keine Sekunde lang das Gefühl alleine zu sein. Ich habe es zwar etwas bedauert, dass ich diesen schönen Morgen nicht mit dem neuen Stand auf dem Markt verbringen durfte, aber Sorgen habe ich mir keine gemacht. Ich glaube, ich habe dein Wirken schon gespürt. Es war nicht wie sonst.

So ganz stimmt das zwar nicht, denn als allererstes hast du überlegt, welche Konsequenzen es für euch haben könnte, wenn der Wagen jetzt nicht mehr zur Verfügung stünde. Und du hast auch schon spekuliert, welchen Rat ich eventuell jetzt geben könnte und so weiter. Doch im Wesentlichen hast du dich schon richtig verhalten und den Mut nicht sinken lassen, wie es früher deine Art war.-

Das ändert natürlich nichts daran, dass der Kühler kaputt ist. Wie du gesehen hast, ist der Fehler nicht groß und wenn du morgens Wasser auffüllst und einige Reserveflaschen dabei hast, kannst du den Wagen schon noch benutzen. Du solltest aber dennoch die Besitzerin anrufen und ihr den Fall schildern. Das Loch kann nämlich größer werden.

Mein Gefühl sagt mir: Wenn wir uns darauf verlassen können, dass du immer für uns sorgst, brauchen wir auch nicht zu sparen. Denn wenn wir Geld zurückhalten, vertrauen wir dir doch nicht, oder?

Sehr pfiffig, aber trotzdem nicht richtig. Es gibt eine Art Geld WEISE auszugeben und es gibt eine andere, die würde darauf hinauslaufen, Geld unnötig auszugeben. Das Erstere sollt ihr lernen, das Zweite ablegen. Wenn du jetzt schnell alles Geld bis auf den letzten Centime ausgibst, versuchst du mich, deinen Herrn! Siehst du das?

Ja, ich sehe es. Also holen wir nur Milch und Salat? Das eine ist nötig, das andere gerade sehr billig zu haben.

Richtig. Und weil du das begriffen zu haben scheinst, gestatte ich euch wahlweise noch eines der anderen Dinge: 1 Beutel Nüsse oder Orangen oder Quark oder 1 Flasche Wein.

Anmerkung:
Diese Art der Abstimmung des Einkaufszettels fand regelmäßig statt. Ich gebe aber nur beispielhaft einige dieser Dialoge wieder.

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