Dialog 373 – Ohne Ziel

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Mit einem echten Kampfziel vor Augen, also mit einem inneren Plan, einer Absicht, stellen sie keine unüberwindbaren Schwierigkeiten mehr dar, sondern sind nur noch Hürden, die man eine nach der anderen überspringt.

 

Ohne Ziel

Dialog 373 – Juni 1992

Ihr habt kein Ziel im Leben. Südfrankreich ist kein Ziel, sondern ein Traum. Und er wird auch einer bleiben, wenn ihr beide euer Leben nicht ändert. Ihr befindet euch auf einem Boot, dessen Kurs ihr nicht bestimmt. Es ist aber euer Boot! Und ihr seid die Skipper. Euer Platz ist am Steuerrad. Aber stattdessen sitzt ihr träge in der Kombüse und trinkt Bier, während das Boot auf einen Wasserfall zusteuert. Das könnt ihr doch nicht wollen.

Du träumst, du hoffst auf einen schlagartigen Erfolg als Autor. Monika leistet zwar gute Arbeit im astrologischen beratenden Bereich. Aber wo ist das Ziel?

Jörg, denke mal zurück, als du mit einem Filmexposé in der Hand zur Ökobank gingst. Und nur aufgrund dieses Exposés und der überzeugenden Haltung , die du damals hattest, bei einer wildfremden Bank einen Kredit von 10.000,– DM bekamst. Und anschließend eine Drehbuchförderung von 20.000,– DM.

Damals warst du glasklar von deiner Sache überzeugt. Du hattest ein Ziel. Das hast du heute nicht. Du bist nicht glasklar von deiner Sache überzeugt und ein Ziel hast du deshalb auch nicht. Eines hängt vom anderen ab. Du findest „ganz gut“, was du geschrieben hast. Aber hast du die relevanten Leute angerufen? Mit derselben Nonchalance, mit der du damals dein Exposé zu Geld gemacht hast? Mit der du die verschiedensten Leute veranlasst hast, dir wohlwollende Statements zu geben, um bei der Bank den Kredit zu bekommen? Lieber verkriechst du dich im Wohnwagen und trinkst Bier. Das ist nicht die Art des Kriegers.

Von mir aus kannst du ja soviel Bier trinken, bis du umfällst – solange dein Ziel unverrückbar ist. Aber ohne Ziel ist das Bier tödlich! Ich meine das nicht auf die Leber bezogen. Und das gilt für euch beide!

Wärest du ein Krieger, dann wäre der Gang zur Bank morgen nur ein Teil deines Plans. So wie damals mit dem Exposé. Heute aber hast du keinen Plan. Du willst nur Löcher stopfen. Das geht noch ein paar Wochen gut, vielleicht auch länger. Aber es ist abzusehen, wann damit Schluss ist. Und dann ist die Talfahrt gewaltig!

Mutet euch das nicht zu. Ändert euer Leben! Solange ihr keinen festen Plan habt, der euch unverrückbar vor Augen steht, ist Alkohol von großem Schaden. Trinkt den Kasten Bier so schnell wie möglich leer und versucht euch dann Alkohol. Das ist mein erster Rat.

Rauche deinen Tabak weg und versuche es ohne Tabak. Das ist mein zweiter Rat. Daraus wird Druck entstehen, möglicherweise konfliktreicher Druck, aber den müsst ihr durchstehen. Damit ihr Klarheit gewinnt! Studiert eure Ziele und legt einen inneren Plan fest. Wenn ihr mir bis hierhin gefolgt seid, dann wird sich dieser Plan auch entfalten können. Das ist mein dritter Rat.

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Alkohol, aber euch schadet er im Moment gewaltig, weil ihr ihn benutzt um abzuschalten. Ihr sollt aber nicht abschalten.

Freunde, Kinder, hier geht es um nichts geringeres als um eure physische und psychische Existenz! Ihr müsst einen Plan fassen. Und der kann nicht lauten: Wir wollen ein Haus da und da. Das sind Träume! Euer Plan kann nur lauten: Wie erledigen wir unsere Schulden?

Und dann kann kommen: Schreiben, Astrologie, Beratung usw. Aber mit einem glasklaren Bewusstsein, das durch den ganzen Tag trägt. Und in dem die „Widrigkeiten des Lebens“ nicht als solche, sondern als selbstverständliche Bestandteile erlebt werden.

Wenn ihr den Weg des Kriegers geht – und ich sage euch gleich, das ist der, der ansteht und um den ihr nicht herumkommt – dann ist der Tag voller wunderbarer Überraschungen, zu denen auch eure Kinder zählen oder deine Widrigkeiten an deinem Arbeitsplatz. Mit einem echten Kampfziel vor Augen, also mit einem inneren Plan, einer Absicht, stellen sie keine unüberwindbaren Schwierigkeiten mehr dar, sondern sind nur noch Hürden, die man eine nach der anderen überspringt.

Ich fasse zusammen: Hofft nicht auf das große Wunder, sondern schafft es euch. Wie heißt es doch? „A star is born“, wenn ein neuer Lichtblick am Künstlerhimmel erscheint. Wenn es ein wirklicher Star ist, dann hat er sehr viel dafür getan, darauf könnt ihr euch verlassen.

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