Dialog 39

Bis die Vision langsam zu einem festen Bild zusammenwächst, das schließlich so klar und deutlich ist, dass man ein Bild davon zeichnen könnte.

Dialog 39, 22.01.1986

Anstatt mit mir zu reden, hast du eben mindestens 10 Minuten vor der Schreibmaschine gesessen und innere Dialoge mit allen möglichen Behörden geführt. Hast dich als der ungerecht Behandelte aufgespielt und getan, als hättest du das Messer an der Kehle. Was soll dieser Unfug? Wenn du mit den Vertretern solcher Behörden sprichst, ist immer noch genügend Zeit, die Worte zusammen zu suchen und eine innere Vorbereitung auf solche Gespräche sieht ganz anders aus. Dafür hast du mich!

Ich gebe dir die Kraft, die du für solche Gespräche brauchst, die Klarheit der Rede, die nötig ist, um verstanden zu werden und die Eindringlichkeit, ohne die solche Behörden auf dich nicht eingehen. Wenn du solche Gespräche führen willst, komm vorher zu mir und lass dich stärken. Bis dahin aber kümmere dich um Dinge die jeweils heute wichtig sind.

Heute ist Mittwoch und du bereitest dich innerlich auf den Freitag vor. Wie willst du dann aber den Mittwoch bestehen?

Ich stelle jetzt eine Frage von Rebecca an dich:
Ich würde gerne S. einen Brief schreiben und ihr Mut machen. Sie ist eine Grüblerin, kann sich nicht entscheiden, weil sich ihre Pros und Contras immer die Waage halten. Ich glaube, dass sie sich ihre Argumente selbst so zurechtlegt, damit sie nicht handeln muss. Sie will eine falsche Entscheidung vermeiden, kann aber nicht wissen, was die Richtige ist. Wenn sie nicht auch das Risiko eines Fehlers eingeht, kann sie ja gar nicht vorwärts kommen.
Ich will sie nicht kritisieren, ich kenne das alles sehr gut von mir. Ich will ihr helfen Klarheit zu finden und Mut zur Entscheidung. Ist das der richtige Zeitpunkt und würdest du mir helfen beim Schreiben?

Nein. Du siehst die Dinge falsch. Du willst ihr nicht helfen Klarheit zu finden, sondern du willst sie auf das bringen, was du für Klarheit hältst. Du meinst, sie käme nicht vorwärts, aber dabei legst du den Maßstab deines eigenen Vorwärtskommens an.

Wenn deine Freundin ihre Situation so gestaltet, dass sich die Pros und Contras die Waage halten, dann ist das auch ein Tun. Dann braucht sie eben im Moment diesen Zustand der inneren Schwebe. Wenn sich beide Waagschalen im Gleichgewicht befinden, wird jedes Gramm an Freude oder Leid, an Angst, Ratlosigkeit oder Hoffnung, das dazu kommt, doppelt sensibel erfahren. Warum willst du eine Freundin um diese Erfahrung bringen?

Du willst sie nicht kritisieren, sagst du, weil du das alles sehr gut von dir selber kennst? Wie viel harte Kritik liegt allein in diesen Worten? Denn sie sagen: „Ich war auch mal so, aber ich bin darüber hinweg“. Sie kommt nicht vorwärts,? Woher willst du das wissen? Welchen Maßstab legst du da zugrunde?

Wenn du ihr wirklich helfen willst, dann lass sie spüren, dass du an ihrer Seite bist. Das kann sehr, sehr viel Hilfe sein! Und mehr von dir verlangen, als du ahnst. Dein Vorhaben zeugt von viel Selbstgerechtigkeit. du bist noch nicht soweit, dass du anderen Menschen Ratschläge für ihr Leben erteilen darfst. Und deiner Anteilnahme fehlt die Liebe. Darüber solltest du einmal nachdenken. Natürlich kannst du ihr schreiben, wenn du das für richtig befindest, aber dein Brief wird nichts erreichen und nichts verändern. Die Waage ist im Gleichgewicht und sie soll es jetzt bleiben.

Später am Tag (In Le Faouet, nachdem sich herausgestellt hat, dass der dortige Markt erst wieder mittags beginnt …):
Ich bin jetzt ziemlich ratlos, fahre hin und her, verbrauche das bisschen Benzin, und weiß überhaupt nicht, wo ich ansetzen soll. Hast du mich aus einem bestimmten Grund zu dieser Zeit und bei diesem schrecklichen Wetter hierher geführt?

Sicher, alles hat seinen Grund, was ich tue. Oder glaubst du, ich würde dich zum Spazierenfahren in der Gegend herum schicken?

Nein, das glaube ich nicht. Deshalb frage ich ja. Aber wenn ich den Grund nicht erkennen kann, hat die Fahrt ihren Zweck jedenfalls nicht erfüllt.

Da du diesen Zweck nicht weißt, kannst du das auch nicht sagen.

Geht es um unsere Haussuche?

Ja, es geht um eure Haussuche. Du sollst beginnen, dich damit zu beschäftigen. Du sollst aufmerksam werden, wenn du von nun an unterwegs bist. Das Haus ist da und es wartet auf euch. Ihr müsst es aber bald binden, sonst ist diese Chance vertan und wir müssen von vorne beginnen.

Warum sagst du uns nicht einfach, wo das Haus ist?

Eure Energie soll es beleben und zu einem Ort der Kraft machen. Deshalb müsst ihr eure Energien auf dieses Haus richten, das ihr noch nicht kennt.

Es gibt verschiedene Weg das zu tun:

  • Man kann danach suchen und wenn man in seine Nähe kommt, wird das Herz höher schlagen.
  • Man kann fragen und nochmals fragen. Das ist zwar mühsam, bringt aber auch weiter.
  • Man kann davon träumen, bei Tag und bei Nacht. Kann dieses Haus in allen Einzelheiten entstehen lassen, jeden Tag und jede Stunde neu und anders, bis das Bild stimmt.
  • Man kann sich in der Meditation darauf konzentrieren und seine Energien bündeln, um sie auf einen Punkt richten zu können.

Das verlangt Übung, aber eben deshalb unterrichte ich dich ja in diesen Dingen, und du machst Fortschritte. 

Und man kann dies alles zusammen tun! Ihr zum Beispiel könnt zu dritt eure Kräfte vereinigen, indem jeder die Vorgehensweise wählt, die ihm am besten zu liegen scheint.

Wer ein Bild des Hauses entstehen lassen kann, gibt dieses Bild dem, der sich darüber in seiner Meditation vertieft. Und wenn dieses Bild für alle drei stimmig und gleichartig ist, wenn ihr alle dieselbe Vision von eurem Haus vor Augen habt, dann könnt ihr sehr gezielt an die Suche gehen.

Bis hierher kam deine Botschaft deutlich an, aber jetzt verschwimmen die Worte.

Dann verfolge das jetzt nicht weiter, denn du vermischt nun deine Gedanken mit meinen Botschaften. Was du jetzt und hier noch tun kannst, ist fragen, wen immer und wo immer du fragen möchtest.

(Als ich an einem Haus anhielt, das mich von außen sehr angesprochen hatte, nachdem ich am Morgen schon mehrfach daran vorbeigefahren war, und dort fragte, bekam ich tatsächlich sofort einen konkreten Hinweis auf ein großes Haus in der Nähe, das zu vermieten sei. Ich suchte es und sah es mir von außen an. Es lag am Stadtrand von Le Faouet.)

Ist das nun das Haus von diesem Monsieur Caderou?

Wenn du dir nicht sicher bist, musst du fragen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es das ist. Aber es löst gar nichts in mir aus.

Dann kann es das auch nicht gewesen sein. 

(Nachmittags, nach einer langen Meditation, in die ich Monikas erste Vorstellungen von einem möglichen Haus „mitgenommen“ hatte:)

Mir gefällt das Bild, das Monika schon seit Tagen entworfen hat, sehr gut. Ich kann es aber noch lange nicht plastisch machen in meiner Meditation und weiß auch nicht wie ich das anstellen soll?

Das entwickelt sich noch, sobald du dich nur lange genug mit dem Bild beschäftigt hast. Und vor allem: Sobald ihr Drei euch darüber einig seid.

Monika fragt auch von ihrer Seite aus, ob es irgendwelche besseren Vorgehensweisen oder Techniken gibt, solche Ideen zu visualisieren.

Nein, mit Techniken wird sie dabei nicht weiter kommen. Sie macht es durchaus richtig. Solche Bilder kommen Menschen wie ihr in allen nur möglichen Augenblicken, gebeten und ungebeten.  Manchmal Stückweise, manchmal vollständig. Sie mögen sich verändern und sie können sich verfestigen. Bis die Vision langsam zu einem festen Bild zusammenwächst, das schließlich so klar und deutlich ist, dass man ein Bild davon zeichnen könnte.

Sprecht gemeinsam über das Bild, das sie bis jetzt entwickelt hat und seht, ob ihr es alle übernehmen könnt. sonst muss es weiter bearbeitet werden – oder ihr müsst es weiter für euch bearbeiten, Rebecca und du, bis ihr es annehmen könnt.

Jetzt zu einer eher praktischen Frage: Deine Wege mögen ja wunderbar sein, aber sie sind manchmal auch ziemlich lang. Ich habe heute das bisschen Benzin, das wir mühsam bezahlen konnten, wieder verfahren müssen. Wie soll ich am Freitag nach Concarneau kommen?

Ist heute Freitag? Also bitte!

Anmerkung von Monika: Wir hatten damals über den Winter ein Ferienhaus gemietet, die außerhalb der Saison recht günstig zu mieten waren. Wir wussten jedoch, dass wir ab Mai spätestens eine neue Bleibe brauchen würden. Eine echte Herausforderung, da in der Bretagne alle leer stehenden Häuser als Ferienhaus vermietet wurden und im Sommer schier unbezahlbar für normale Mieter waren.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Übungen, die wir zur Haussuche damals durch unsere Führung erhielten, allgemein gültig sind. Möglicherweise klärt sich das noch. Ich möchte jedoch euch bitten, immer sehr genau auf eure innere Stimme oder eure Gefühle zu achten, wenn ihr Übungen, die für uns bestimmt waren, ausprobieren möchtet. Ihr werdet wissen, was für euch stimmig und an der Zeit ist und was nicht.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

 

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