Dialog 41

Ich kenne die Zukunft, die für euch bestimmt ist, weil ich selber diese Geschicke lenke, aber ich verrate euch immer nur soviel davon, dass eure eigene Energie angespornt wird, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Dialog41, 23.01.1986

Ich habe eine grundsätzliche Frage: Monika und Rebecca erwarten von mir, dass ich deine Antworten auch dann niederschreiben können muss, wenn ich die Frage oder den Zusammenhang nicht kenne, um den es geht. Ich selber habe aber das Gefühl, dass ich diesen Zusammenhang sehr wohl kennen muss, denn ich empfinde mich nicht nur als dein Kanal. Was ist richtig?

Es ist, zumindest derzeit so, wie du es empfindest. Ich schule dich in Sensibilität darin, meine Botschaften richtig zu empfangen und genau nieder zuschreiben. Dabei benutze ich nicht nur deine sprachlichen Möglichkeiten, sondern mache auch Gebrauch von allem, was deine Sensitivität ausmacht. Ich benutze dich in deiner Ganzheit und du bist deshalb viel mehr als ein Kanal. Du bist keine Medium, das in Trance Visionen empfängt, das wäre mir viel zu ungenau.

Sondern du bist, wenn ich durch dich spreche, meine Stimme. Alles, was dein Wesen ausmacht, ist in diesen Momenten auf mich gepolt: Du „siehst“ mit meinen Augen, du „denkst“ mit meinen Gedanken und du „sprichst“ mit meinen Worten. Dass es nach wie vor deine Sprache ist, die auf dem Papier erscheint, ist EIN Beispiel dafür, wie sehr du beteiligt bist, ohne dass DU es selber bist, der da spricht. Deshalb musst du auch deine Augen, deinen Verstand, alle deine Sinne einsetzen und mir zur Verfügung stellen, damit ich sie benutzen kann.

Eine Frage, die du nicht kennst, kannst du mir auch nicht stellen. Gleichzeitig ist es aber so, dass du deine Sensitivität durch die regelmäßige Zwiesprache mit mir auf eine Weise schärfst, die dir selber niemals möglich gewesen wäre, so dass deine Fähigkeiten sich steigern, Dinge mit meinen Augen zu sehen, noch bevor die Frage an die richtig formuliert worden ist. Du wirst also immer mehr in der Lage sein, Zusammenhänge zu erahnen und später auch zu erkennen, wo du jetzt noch gar nichts wahrnimmst. Dann wird es genügen, dass du einen Menschen nur anzusehen brauchst, um seine Fragen zu wissen und sie mir stellen zu können. Davon sind wir aber noch ein ganzes Stück entfernt.

Was nicht möglich sein wird, und was ich auch nicht möchte, weil es Unfug ist, sind Rätselspiele. Angefangen von „Warum funktioniert die Heizung nicht?“ bis „War das richtig, was ich dem Bademeister gestern im Schwimmbad gesagt habe?“.

Wer eine Antwort von mir haben will, muss sein Problem vor mich bringen. Und nur, wenn er es einfach nicht kann, die Sache aber trotzdem von großer Bedeutung für ihn ist; und nur wenn du die Sensitivität entwickelt hast, Denn selbst du musst, wenn du eine Frage hast, diese Frage präzise an mich stellen, obwohl du ja selber dein Problem genau kennst und dir die Frage im Grunde also schenken könntest.

Es gab aber auch schon Fälle, wo du mich angesprochen hast, bevor ich meine Fragen gestellt hatte.

Das war immer dann, wenn ich wusste, dass du selber die Frage nicht stellen würdest, mir an dem Problem aber gelegen war. Außerdem liegen die Dinge bei dir etwas anders.

Du bist meine Stimme und ich bilde dich in dieser Aufgabe aus. Mir geht es bei dir also nicht nur darum, deine persönlichen Fragen zu beantworten. Das ist nur Teil von dem, was unsere Beziehung zueinander bestimmt. Sondern mir geht es um deine Weiterbildung als meine Stimme und in meinem Lehrprogramm verfahre ich, wie ich es für richtig halte.

Wenn also zum Beispiel Rebecca einen Brief geschrieben hat, zu dem sie deine Meinung hören möchte, muss sie ihn mir vorher zu lesen geben?

Wenn es um den Brief als solchen geht, sicherlich. Wenn es um Fragen geht, die sich aus dem Brief ergeben haben, genügen natürlich diese Fragen. Und je genauer sie gestellt werden, um so klarer wird die Antwort ausfallen. Wer sich nicht die Mühe machen möchte, sein eigenes Problem zunächst einmal selber zu sichten und zu einer klaren Frage zusammenzufassen,der kann von mir keine deutliche Antwort erwarten. Und wer sein Problem einfach nicht klar erkennen kann, der muss sich eben mit soviel „Hilfsfragen“ daran heran tasten, bis der Kern frei liegt.

Aber du selbst kennst doch den Kern eines Problems, bevor er freigelegt worden ist. Warum bestehst du dann auf all diesen Mühen, die wir uns machen sollen?

Weil es sehr entscheidend für eure Geschicke ist, dass ihr die Verantwortung für euch selber nicht abgebt. Ich kann euch die Klarheit geben, ein Problem zu erkennen und euch die Kraft leihen, es zu lösen. Aber ich mache euer Problem niemals zu meinem!

Nimm nur das Problem mit euren Geldern, auf die ihr wartet: Ihr könnt euch nicht einfach ins Bett legen und mich die Arbeit tun lassen, sondern müsst das eure leisten, um zu eurem Ziel zu kommen. Ich kann euch auf diesen Wegen begleiten und euch bei jedem eurer Schritte beraten, wenn mir daran gelegen ist euch zu führen und ich meine Gründe dafür habe. Aber handeln müsst ihr immer selber! Deshalb müsst ihr eure Probleme zu mir bringen und dürft nicht denken, dass ich zu euch komme.

Wenn ihr euch schlecht fühlt und zu einem Therapeuten geht, würdet ihr auch nicht einfach nur sagen: „Mir geht es schlecht, woran liegt das?“. Sondern ihr würdet mit seiner Hilfe versuchen, euch an dieses Problem heranzutasten. Ein guter Therapeut kann, wenn er die Sensitivität dafür besitzt, aus vielem, was euch unklar ist, das Entscheidende erkennen, herauslösen und zu einem neuen Bild zusammensetzen. Aber er braucht dazu eure Mitarbeit. Dann kann er sein Wesen mit dem euren an den Rändern verschmelzen lassen, um euch selber die Klarheit zu geben, die euch gefehlt hat.

Die Parallele zu mir liegt darin, dass ich zwar mehr könnte als der Therapeut, aber nicht mehr tun möchte. Denn meine Ziele sind andere als die seinen. Ich bin zwar auf eure Mitarbeit nicht angewiesen, aber ich verlange sie dennoch, weil ich euch darin schulen muss, Verantwortung für euch selber zu übernehmen.

Ihr habt gestern Abend festgestellt, dass ihr Fragen an mich (fast) immer erst dann gestellt habt, wenn ihr euch selber schon für einen Weg entschieden hattet, den ihr gehen wolltet. Solche Fragen sind die richtigen. Während ich alle Fragen zurückweisen muss, wo diese Vorbereitung von eurer Seite aus nicht geleistet worden ist. Ausnahmen mag es auch dabei geben, aber die haben dann eben auch ihren besonderen Grund.

Ich kenne das Haus, das für euch bestimmt ist – aber ich schenke es euch nicht. Ihr müsst es euch verdienen. Ich weiß, was mit den Geldern ist, auf die ihr wartet – aber ich sage es euch nicht. Weil ihr sonst die Hände in den Schoß legen würdet. Ich kenne die Zukunft, die für euch bestimmt ist, weil ich selber diese Geschicke lenke, aber ich verrate euch immer nur soviel davon, dass eure eigene Energie angespornt wird, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Dann hast du mir gerade das Stichwort gegeben. Monika war eben hier und hat die erste konkreteren Zeichnungen von dem gebracht, was sie visualisiert hat. Es gibt also einen ersten Plan unserer künftigen Wohnanlage mit ziemlich genauen Vorstellungen davon, was im Einzelnen wofür da sein müsste. Ihre Frage:
„Sollen wir bei diesen Planungen davon ausgehen, dass wir einmal viele Menschen unterzubringen haben werden, was ja bestimmte räumliche Bedingungen voraussetzen würde. Oder habe ich mich da jetzt in eine Idee verrannt, die gar nicht deinen Plänen entspricht?“

Das war aber gar nicht Monikas Frage, sonder es ist deine und sie ist noch viel zu früh gestellt. 

Arbeitet zunächst noch weiter an diesen Dingen und füllt nun eure Zeichnungen und Ideen mit den Inhalten, zu denen ihr euch hingezogen fühlt. Wenn dann ein Bild daraus entsteht, das für euch zwingend zu sein scheint, dann dürft ihr diese Frage stellen. Und je früher ihr damit anfangt, umso rascher werdet ihr vorankommen.

Also ich für meinen Teil habe da schon so meine Vorstellungen. Ich habe die Ahnung, dass der Kontakt, den du zu mir hergestellt hast, einmal eine wichtige Rolle in dieser Zukunft spielen wird. Dass ich also deinen Geist anderen Menschen vermitteln soll – und das heißt für mich, dass diese Menschen dann auch zu uns kommen würden.

Ich werde dir jetzt noch nicht sagen, ob deine Ahnung stimmt oder nicht, denn das alles ist noch viel zu unklar für dich. Dass Menschen vielleicht zu euch kommen würden, muss noch lange nicht bedeuten, jetzt schon an deren Unterkünften denken zu müssen. Die örtliche Gastronomie wäre euch vielleicht sehr dankbar, wenn ihr das ganze Jahr über Besucherströme in ihre Gegend lenken würdet … !

Außerdem kannst du, wenn ich das möchte, meinen Geist auch aus einer Ein-Zimmerwohnung heraus vermitteln. Baut diese Dinge in euch selber noch weiter aus und lebt euch in eure Pläne selber ein, wenn sie soweit konkret geworden sind, dass sie euch zu gefallen beginnen.

Aber soweit ist es noch nicht. Deshalb geht mein Rat jetzt auch nur so weit: Euer Haus (oder Häuser) muss so groß sein, dass ihr euch auch vorstellen könnt, es mit eurem Leben zu füllen. Alles, was darüber hinaus geht und in euren Vorstellungen noch unbewohnt bleibt, war zunächst zu viel gewesen – was natürlich auch umgekehrt gilt.

Schränkt euch also nicht ein, wenn ihr eigentlich mehr wollt, aber noch keine klaren Vorstellungen davon habt. Wenn es so ist, baut eure Anlage aus, bis ihr den Punkt erreicht habt, wo die Dinge zu verschwimmen beginnen, und schneidet das Bild dann wieder Stück für Stück zurück, bis es besser zu passen scheint. Versucht es einmal, ihr werdet schon merken, wie das gemeint ist.

Dann ist die Frage sicherlich verfrüht, ob wir schon „möbliert“ denken sollen oder diese Dinge noch offen lassen müssen?

Viel zu verfrüht! Wenn eure Pläne erst einmal soweit gereift sind, dass ihr an die Möblierung denken könnt, habt ihr das Haus wahrscheinlich schon gefunden. Und dann stellen sich diese Dinge ganz anders dar als jetzt.

Haben wir es denn bis jetzt richtig gemacht mit dem, was wir getan haben?

Monika hat sehr gute Arbeit geleistet, aber ihr drei habt euch noch viel zu wenig Zeit genommen, eure eigenen Ziele, Ideen und Bedürfnisse auszusprechen und miteinander zu vergleichen. Ihr macht im Moment den Fehlen zu glauben, dass ich euch ausgesucht und zusammengeführt habe, würde eich dieser Notwendigkeit entheben. Ihr glaubt, wenn erst einmal das Haus gefunden ist, würde ich euch schon sagen, was ihr nun dort eigentlich tun solltet.

So geht es aber nicht. Gleichzeitig mit dem Haus, müssen eure eigenen Pläne wachsen – wobei ich euch helfen werde. Aber siehe oben: Die Denkarbeit nehme ich euch nicht ab. 

Das ist so wie mit dem Auto für euer Marktgeschäft. Ihr habt euch in letzter Zeit sehr genau überlegt, welche Bedingungen es erfüllen muss und seid dabei auf einen ganz bestimmten Wagentyp gekommen. Noch vor wenigen Wochen war euch das alles viel unklarer und ihr habt an richtige Lastwagen gedacht, ohne euch die Frage zu stellen, ob ein Auto dieser Kategorie überhaupt nötig sein würde. Nachdem ihr diese Dinge klarer fassen konntet, schrumpfte das Auto dann auf die richtige Größenordnung zusammen.

So muss es auch mit eurem Haus gehen. Ich weiß, dass euch die Sache unter den Nägeln brennt, aber ihr habt noch Zeit genug – wenn ihr sie nutzt!

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

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