Dialog 44

Keiner von euch kann die gesamte Aufgabe alleine lösen. Du nicht, Dein Mann nicht und Rebecca nicht. Ihr drei zusammen müsst es tun und ihr könnt es schaffen.

Dialog 44, 27.01.1986

Ich möchte gerne wieder bei unserem Haus anknüpfen und fragen, wie es da weitergehen soll. Was sollen wir nun tun? Das Haus ist skizziert, erste inhaltliche Gedanken wurden gemacht, wie sollen wir nun weiter erfahren?

An sich müsste die Sache jetzt einige Tage in euch ruhen. Weil ihr aber diese Ruhe nicht habt, sollt folgendermaßen verfahren:

Jörg und Rebecca erhalten den konkreten Auftrag, dieses Haus und seine Zukunft in ihre Meditationen einzuschließen. Zwingt euch nicht gewaltsam zu Bildern. Bilder habt ihr bereits. Richtet eure Aufmerksamkeit einfach nur auf diesen Punkt. Wenn Gedanken kommen, die euch beiseite führen wollen, lasst sie sanft an euch abgleiten und kehrt wieder zu dem Haus zurück. Das Haus soll euer Mantra sein. Von nun an muss die Energie um dieses Gedankengebäude fließen und darf nie wieder versiegen.

Außerdem: Besorgt großformatige Zeichenkartons und übertragt eure Pläne und Skizzen darauf. Hängt diese Bögen zu den Texttafeln an die Wand, damit ihr sie immer vor Augen habt und daran arbeiten und sie gegebenenfalls verändern könnt. Denn euer Bild ist noch NICHT fertig! Diese Arbeit solltet ihr gemeinsam tun und zwar sobald wie möglich.

Entwerft auf einem solchen Wandbogen auch schriftlich in Kurzform noch einmal eine inhaltliche Skizze eurer Pläne und Vorstellungen, in der alle drei Entwürfe eingebaut sind. Ihr werdet staunen, wie viel an eurem Bild noch zu verändern sein wird und wie wichtig es ist, diese Dinge gemeinsam und in dieser Weise zu bearbeiten. Außerdem: Was an der Wand hängt, heftet sich täglich in euer Bewusstsein und kann dort arbeiten. Deshalb sollt ihr auch alles, was ihr an Fotos oder sonstigem Bildmaterial von Häusern seht, die euren Vorstellungen entsprechen, sammeln und ebenfalls an die Wand heften.

Wenn ihr zusammen seid, betet miteinander! Im Augenblick ist mir euer gemeinsames Gebet zu mir wichtiger als eine Einstimmung. Denn dieses Gebet ist pure Energie in konzentriertester Form. Vielleicht könnt ihr es heute Abend schon einrichten, dass ihr euch zum ersten mal als „Arbeitsgruppe“ trefft. Dann findet euch zusammen im Kreis ein bevor ihr beginnt und betet gemeinsam zu mir. Dann könnt ihr sicher sein, dass ich unter euch bin und euch mit meinem Geist erfülle.

Für diese Arbeitssitzungen gilt dasselbe wie für Jörgs Zeiten im Dialog mit mir. Bitte trinkt keinen Alkohol dabei! Wenn ihr arbeitet, braucht ihr eure ganze Energie und Alkohol schwächt diese Energie und lässt sie unkontrolliert auseinander fließen. Das Neue Zeitalter ist kein Thema für den Stammtisch!

Richtet es so ein, dass die Arbeit möglichst kontinuierlich eingeteilt werden kann. Jeden Abend ein bis zwei Stunden intensiver Beschäftigung mit dem Thema bringen euch mehr als lange Marathonsitzungen mit großen Pausen dazwischen.

Ist der Brief von Monika an Findhorn nun trotzdem gut so und kann er abgeschickt werden?

Der Brief ist gut so, denn ich HABE ja auch ihre Hand geführt. Bei solchen wichtigen Angelegenheiten lasse ich euch nicht alleine basteln. Ja, sie kann ihn abschicken.

Hier noch eine Frage von Monika:
Vater, bitte hilf mir, aus diesem Chaos von Gefühlen heraus zu finden. Irgendetwas in mir sagt, dass das alles nicht stimmt, was heute tagsüber und auch abends gelaufen ist.

Etwas ist zerstört worden. Ich fühle mich zerstört, aber kann es nicht erklären. Ich fühle mich im Recht und kann es nicht erklären. Vater, ich bin so alleine. Bitte hilf mir.

Ich hatte dir eine Aufgabe gestellt und du hast sie klar und sauber gelöst. Der Entwurf deines Hauses stimmt und es gibt nichts daran zu verbessern. Insofern musste es dich wie ein Blitzschlag treffen, dass dein Mann plötzlich damit begann, die Fundamente deines Bildes mit seinen Ängsten zu unterhöhlen. Denn die Aufgabe, die euch allen gestellt hatte, bestand ja darin, deinen Entwurf im positiven Sinne weiter zu bearbeiten und nicht darin, ihn zu demontieren. Deshalb fühlst du dich jetzt alleine und verlassen. Und erklären lässt sich so etwas eigentlich gar nicht.

Ich habe dir diese Aufgabe übertragen, weil ich weiß, dass es eine deiner stärksten Seiten ist, etwas aus dem Nichts heraus zu schaffen, zu visualisieren, ihm Form und Gestalt zu geben. Ich habe dir aber auch deinen Mann an die Seite gestellt, weil es zu seinen Fähigkeiten gehört, ein solches Bild, wenn er es erst einmal angenommen hat, mit dem Geist zu durchdringen, es in Gedanken und Begriffen zu fassen, es zu beschreiben, es lesbar, es verständlich zu machen. Und ich habe euch mit Rebecca zusammengeführt, weil es zu ihren Fähigkeiten gehört, diesem Bild die Wärme zu geben, es fühlbar, begreifbar zu machen.

Keiner von euch kann die gesamte Aufgabe alleine lösen. Du nicht, Dein Mann nicht und Rebecca nicht. Ihr drei zusammen müsst es tun und ihr könnt es schaffen.

Die Erfahrung, die du heute Abend und während des Tages gemacht hast, ist dir nicht neu. Schon viel zu oft bist du mit deinen Fähigkeiten, Unsichtbares sichtbar zu machen, Unbegreifliches zu verstehen, gescheitert – weil man dir nicht geglaubt und weil man dich nicht verstanden hat. Erst jetzt, unter meiner Führung, hast du dich dieser Fähigkeiten, an die du selber schon fast den Glauben verloren hattest, wieder erinnert und meine Unterstützung hat dir viel Mut gemacht.

Was du heute Abend erlebt hast, musste dich deshalb wie ein Schock treffen, denn es ist die vitalste Seite an dir, die auf einmal wieder bedroht wurde. Und das war deshalb so schlimm für dich, weil du jetzt weißt, dass du nicht darauf verzichten kannst, diese Seite von dir, diese wunderbarste und schönste Seite, voll auszuleben.

Wenn aber solche Qualitäten sich entfalten sollen, wenn sie also reale Gestalt annehmen sollen, dann bedarf es noch weiterer Kräfte und Fähigkeiten, die du alleine nicht hast. Und die Menschen, die sie haben, haben die deinen nicht. Zumindest nicht in der reinen, konzentrierten Form, die zusammengeschüttet eine wirksame Mischung ergibt. Die Aufgabe, die ihr jetzt vor euch habt, ist keine Kleinigkeit. Und sie verlangt die vereinigte Kraft von euch als Gemeinschaft – sonst ist sie nicht zu lösen. Jeder muss das maximale von dem geben, was er hat. Und es liegt im Wesen eurer sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, dass es immer wieder zu gefährlichen Spannungen kommen kann, solange jeder nur seinen Teil seiner Persönlichkeit lebt und die der anderen noch nicht teilen kann.

Jörg hat dich an einem deiner vitalsten Punkte berührt und das löst große Angst in dir aus. Aber auch du hast eine seiner größten, nie ganz verheilten Wunden aufgerissen. Du hast seine Angst entblößt, einzubrechen und in einen Abgrund zu stürzen, bevor er Gelegenheit hatte, diesen Weg, den du ihm angeboten hast, zunächst gründlich zu sichern, Brücken zu schlagen, wo er Schluchten sehen muss und Wälle zu errichten, wo er Erdrutsche befürchtet.

Denn so wie du in deinem Leben oft wegen deiner Fähigkeiten verlacht und verhöhnt worden bist, ist er schon mehr als einmal eingebrochen, wenn er seinen Weg nicht gründlich gesichert hatte. Das hat man ihm so gründlich beigebracht, wie man dir deine Fähigkeiten, auf ungesichertem Boden zu gehen, austreiben wollte.

Der Unterschied zwischen euch beiden ist der, dass seine Befürchtungen irreal sind und seine Sicherheitsvorkehrungen daher überflüssig. Das weiß er aber oft nicht. Doch an deiner Seite und mit meiner Führung wird auch seine Fähigkeit zum Zuge kommen, Dinge, Ideen, Träume und Gedankengebäude, die er selbst niemals in dieser Kühnheit errichten könnte wie du, mit seinem Geist zu erfassen und ihnen reale Gestalt zu geben. Wenn seine Angst ins Bodenlose zu stürzen, nicht immer wieder über ihm zusammenschlagen würde, könntest du sehen, wie nah er deinem Wesen eigentlich ist und sein kann.

Es ist gerade deine Fähigkeit und die seine, die sich in idealer Weise miteinander ergänzen können, wenn sie erst einmal miteinander verschmolzen sind. Und daran arbeite ich zur Zeit.

Jörg muss das Vertrauen lernen, dass es unter meiner Führung keine Abgründe gibt, und er macht gerade jetzt in dieser Hinsicht eine sehr gründliche Schulung durch. Und du musst lernen, in deine Fähigkeiten ein unerschütterliches Vertrauen zu erwerben, dass durch nichts und niemanden untergraben werden kann. Auch das steht zur Zeit auf dem Lehrplan. Und heute hast du eine weitere Übung darin erfahren, wenn es auch eine schmerzhafte war.

Zusammen könnt ihr Gedankengebäude Wirklichkeit werden lassen, die im wahrsten Sinne die Welt verändern helfen. Aber weil diese Gebäude auch mit Wärme und Leben erfüllt sein müssen, habe ich euch Rebecca an die Seite gestellt. Ihre Sache ist es nicht , aus dem Nichts zu erschaffen und ihre Sache ist es auch nicht, dieses Geschaffene so gründlich mit Geist zu durchweben, dass stoffliche Materie daraus werden kann. Aber ihre Sache ist es, das Gebäude, wenn es einmal steht, zu wirklichem Leben zu erwecken und ihm Atem einzuhauchen.

Jeder von euch, auch du, muss noch vieles an sich verändern, bevor er diese Fähigkeiten tatsächlich in ihrer ganzen Größe entfalten kann, die möglich ist. Alleine schafft das keiner von euch, aber zusammen könnt ihr es schaffen. Deshalb habe ich diese Gemeinschaft gegründet.

 

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