Dialog 49

Ändern kannst du an alledem selber nur sehr wenig. Ich rate dir eher, dich zu schonen, wo es geht und Kräfte zu sammeln.

Dialog 49, 04.02.1986

Seit gestern Abend ist meine Pfeife verschwunden. Ich weiß nicht, ob und wann ich sie wiederfinde. Darf ich mir heute eine andere kaufen?

Ja.

Diese Antwort überrascht mich. Ich hätte mit einem Nein gerechnet.

Da kannst du mal sehen wie ich zu dir bin. Aber warte es nur erst einmal ab. Wer weiß, was dir mit der zweiten Pfeife passiert …!

Nachdem ich gestern mindestens dreimal nacheinander mit wachsender Nervosität Auto und Haus nach dieser Pfeife abgesucht hatte, kam mir der Gedanke, dass eine Botschaft in dieser Angelegenheit enthalten sein könnte.

Ist auch der Fall. Aber da du sie noch nicht entdeckt hast, musst du dir eben jetzt eine neue Pfeife kaufen. Viel Spaß damit! Und jetzt möchte ich das Thema wechseln.

Ich habe eine Frage zu deinen Durchgaben: Oft habe ich das Gefühl, wenn ich eine Frage höre (sofern sie von anderen gestellt wird) oder denke (wenn sie von mir kommt), dass ich die Antwort schon vorher kenne. Wenn ich deine Antwort dann tatsächlich niederschreibe, stelle ich allerdings fest, dass ich mich in der Regel zu 50 % geirrt habe. Mal stimmt es, mal stimmt es nicht so, wie ich es geglaubt habe zu „wissen“.

50 % sind doch schon eine ganze Menge! Zieht man davon allerdings noch die Zufallstreffer ab, bleiben vielleicht noch 20 %. Aber bitte, das ist doch nicht schlecht? In Wahrheit sind es aber nicht einmal 20 % der Fälle in denen du meine Antwort richtig voraus ahnst. Es sind viel weniger, aber das ist ja nicht schlimm. Du sollst im Augenblick auch nicht „ahnen“, sondern schreiben, was das Zeug hält. Das ist nun einmal deine Sache und deshalb habe ich dich ausgewählt.

Dass du dabei im selben Augenblick auch eine Sensibilisierung deiner feineren Sinne erfährst, die meine Stimme empfangen und in Worte eurer Sprache umsetzen können, ist nur natürlich. Und du wirst auf diesem Gebiet noch einige Fortschritte machen.

Übrigens: Du hast heute morgen im Findhorn-Magazin gelesen. Das hat dir gut getan, nicht wahr? Warum liest du solche Sachen nicht öfters? Du bist einer von ihnen. Du bist nicht alleine, du bist Teil dieser großen Gemeinschaft (nicht nur) in Findhorn. Anstatt dich wie ein Schwerarbeiter morgens beim Frühstück im Alleingang durch das Alte Testament zu ackern, solltest du dir für diese Tageszeit etwas leichtere Seelenkost zuführen.

04.02.1986 (abends)

Eine Frage von Monika:
Die Sache mit Rebecca hat mich sehr mitgenommen. Meine Wut und mein Zorn haben mich innerlich zerfressen und ausgehöhlt. Selbst jetzt, wo einige Sachen ausgesprochen worden sind und Rebecca glaubt, „durch“ zu sein, fühle ich mich hilflos und bin misstrauisch.

Ich habe Angst wieder auf die Maske hereinzufallen. In ihrer Gegenwart bin ich wie tot und leer innerlich. Erst wenn sie nicht mehr in der Nähe ist, kann ich meine Gefühle spüren. Wie kann ich das nur ändern und warum geht mir das Ganze so an die Substanz?

Du selbst kannst es nicht ändern, sondern es WIRD sich ändern: In dem Maße, wie Rebeccas Reifungsprozess einsetzt, wirst auch du dich ihr gegenüber anders fühlen. Du selbst bist sehr vital und lebst sehr intensiv im Hier und Jetzt – ganz im Gegensatz zu Rebecca, die bislang von dieser Wirklichkeit, die Ausdruck alles Lebendigen ist, abgeschnitten war. Deine pralle Realität ist bei ihr die ganze Zeit über in ein großes Loch gefallen und war deshalb für dich verloren. Du hast viel geben müssen. Das hat dich ausgehöhlt und entkräftet.

Aber es war keine sinnlose Gabe, denn deine Energie ist nicht ins Bodenlose gefallen, sondern hat geholfen, das Loch aufzufüllen. Jetzt hat Rebecca die Chance, aus eigenen Kräften weiterzuarbeiten an sich. Und wenn sie diese Chance nutzt, wird die nächste Zeit weniger anstrengend für dich sein. Ob sie sie nutzen wird, werden wir bald sehen.

Dein Misstrauen ist also verständlich und deine Gefühle ihr gegenüber sind es ebenfalls. Ich musste dir das aber zumuten, denn keiner von euch dreien hätte diese Leistung besser vollbringen könne als du. Ich musste etwas von deiner Energie abzweigen, um Rebecca auf den Weg zu bringen. Noch hat sich für sie nicht viel geändert, denn derzeit AHNT sie nur etwas von dem, was ich hier eben gesagt habe. Jetzt ist es ihre Aufgabe und ihre Chance, den Strohhalm, den ich ihr
hingehalten habe, mit beiden Händen zu packen und nicht mehr loszulassen.

„Durch“ ist sie noch lange nicht. Im Gegenteil, es fängt erst an für sie. Aber WENN sie ihre Chance wahrnimmt, kann sie das Auffüllen ihres Loches aus eigener Kraft besorgen und braucht nur noch gelegentliche Hilfe von euch.

Ändern kannst du an alledem selber nur sehr wenig. Ich rate dir eher, dich zu schonen, wo es geht und Kräfte zu sammeln. Ich habe Rebecca hart angefasst in den letzten Tagen und ich werde es auch weiterhin. Du kannst also auf meine Hilfe rechnen.

Monika:
Wir haben Platz und im zukünftigen Haus wird es sicher auch dafür Platz geben: Kann ich mir/uns ein Aupair Mädchen besorgen, um etwas mehr Zeit für andere Dinge zu haben?“

Eine ausgezeichnete Idee – wenn ihr jemanden findet, der eure derzeitige Situation mit allen Unsicherheiten zu teilen bereit ist. In diesem Punkt müsstet ihr also möglichen Bewerberinnen gegenüber absolut offen sein.

Monika:
Sind wir jetzt an einem Punkt, bei der Haussuche aktiv weitermachen zu können?

Ja, auf jeden Fall. Nehmt zunächst den Faden dort wieder auf, wo er unterbrochen wurde: Bringt das Bild eures Haus auf den neuesten Stand, indem ihr die Eindrücke mit einbaut, die sich in den letzten Tagen dazu angesammelt haben. Ihr müsst sobald wie möglich DAS BILD EURES WUNSCHHAUSES fertig stellen, sei es gezeichnet, beschreiben oder sonst wie sichtbar gemacht. Dann legt mir diesen Entwurf vor und ich werde mich dazu äußern.

Verliert keine Zeit damit. Jeder Tag zählt. Ich schlage vor, dass jeder von euch, wo wie es schriftlich schon einmal geschehen ist, eine Zeichnung seiner Vorstellungen anfertigt und sie in das Gespräch einbringt. Und zwar:

  1. Eine Zeichnung aus der Vogelperspektive, auf der das Grundstück und die Gebäude in ihrer Anordnung zu erkennen sind, un
  2. eine Zeichnung der Gebäude im einzelnen, für jedes Gebäude ein einzelnes Blatt.

Unnötig zu sagen, dass es nicht um die Perfektion der Zeichnung, sondern um die Sache selber geht.

Monika:
Können wir meinen Bruder und seine Freundin von unserer Situation (also auch von dir) schreiben, damit sie schon einmal eine Art Vorauswahl unter den möglichen Interessentinnen treffen könne, denn für so etwas kommt ja nicht jede in Frage?

Völlig richtig: Für so etwas kommt nicht jede in Frage. Aber ich möchte nicht, dass dein Bruder oder seine Freundin diese Sache selber in die Hand nehmen. Sie wollen wissen, worum es euch geht und sozusagen stillschweigend eine Art Vorauswahl treffen. Endgültig ins Bild setzen müsst ihr die Frau selber und dabei werde ich euch wieder helfen.

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