Dialog 59

Wer sich entschlossen hat meinen Weg zu gehen, betritt IMMER einen sehr, sehr einsamen Pfad.

Dialog 59,13.02.196

Ich hatte heute während meiner Meditation eine sehr kurze aber heftige Vision eines bestimmten Hauses, das für eine Sekunde, vielleicht auch nur für den Bruchteil einer Sekunde, vor mir auftauchte. War das unser Haus gewesen?

Du weißt, dass ich dir diese Frage nicht beantworten kann. Also stelle sie anders. Du weißt, wie sie gestellt werden muss.

Monika misst dieser Sache jedenfalls viel Bedeutung bei. Sollen wir mit diesem Bild zunächst einmal weiterarbeiten?

Ja, das könnt ihr tun.
Ich möchte das noch einmal deutlich machen: Das Finden eures Hauses ist ein wichtiger innerer Klärungsprozess für euch. Für jeden einzelnen, aber auch für euch als Gruppe. Es gibt viel dabei zu lernen und ich denke nicht daran, diesen Prozess dadurch abzukürzen, dass ich dir schon viel zu früh Hilfestellungen geben werde wie die, die sich in deiner ersten Frage ausdrückt. Es geht bei dieser Sache nur zum Teil darum, das Haus zu finden. Tatsächlich ist das Haus selber nur ein Mittel zum Zweck – und das weißt du sehr gut. Also erspare dir und mir solche Fragen.

Ich habe dir gesagt (und ich habe es auch Rebecca gesagt), dass ihr mit der Meditation eine Möglichkeit habt, diese Aufgabe auf eure Weise zu lösen. Wenn du also in der Meditation das Bild eines Hauses empfängst, sollt ihr selbstverständlich auch damit arbeiten. Wie ihr damit arbeitet und was ihr daraus macht, ist zunächst eure Sache.

Rebecca hat von Ihren Erfahrungen gestern berichtet:
Ich will einmal beschreiben, wie es mir ergangen ist. Als es soweit war, dass wir mit der Haussuche beginnen konnten, spürte ich große Lust und Energie loszuziehen und etwas zu tun. Gestern Nachmittag versuchte ich es auf die Weise, die Monika vorgeschlagen hatte und kehrte am Abend völlig ausgelaugt und angestrengt und unzufrieden nach Hause zurück. Das ganze Herumfahren erschien mir vergeblich. Ich hatte keinen Moment einen eindeutigen Impuls für oder gegen eine bestimmte Möglichkeit gespürt. Alles schien willkürlich und gleich richtig oder falsch zu sein.

Ich habe nicht die Möglichkeit, dir irgendwo schnell eine Frage zu stellen, wie Jörg. Und ich habe nicht die intuitive Sicherheit wie Moni. Und so habe ich mich ganz verloren gefühlt. Ich hatte versucht, mich auf dich einzustimmen, doch ich blieb allein.

Überhaupt bin ich überall nur noch alleine. Alleine am Rand einer Gruppe, die mich nur duldet und lieber andere Leute um sich hätte. Alleine in meinem Alltag mit meiner Tochter, die ich nur noch anbrülle, abgeschnitten von alten Freunden, denen ich mich nicht mehr mitteilen kann oder darf, und du bist auch so fern.

Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich mit der Haussuche weitermachen soll. Ich will es morgen noch einmal versuchen mit Einstimmung und danach losfahren. Kann mit das weiterbringen? Oder mache ich etwas falsch?

Ja, du bist abgeschnitten von alten Freundschaften, und du bist alleine. Und doch liegt darin deine größte Chance! Du kannst nichts Neues in dir wachsen lassen, wenn dein Leben so stark von den Schatten deiner Vergangenheit verdunkelt wird, wie es immer noch der Fall ist. DU MUSST DICH ENTSCHEIDEN, WAS DU WILLST und hast es immer noch nicht getan.

Was du stattdessen bisher getan hast ist nur dies: Du hast versuchsweise ein Stückchen Altes hergegeben und wolltest sofort dafür etwas Neues von mir haben. Möglichst mehr Neues als du Altes herzugeben bereit gewesen bist. Du hast das Haus mit großen Worten durch die Vordertüre verlassen, aber dir noch genügend Hintertüren offen gelassen, um notfalls sofort wieder zurückkehren zu können. Du trauerst dem nach, was du bisher aufgegeben hast, weil du glaubst, für deine Opfer noch nicht entsprechend entschädigt worden zu sein. Das aber ist ein schlechter Handel, wie ich überhaupt keinen Handel mit dir einzugehen bereit bin.

Ich verlange nicht mehr von dir, als du verkraften kannst, auch wenn dir das manchmal anders erscheinen mag, aber auf dem, WAS ich verlange, bestehe ich auch.

Ich bin dir so fern, weil du dich noch immer nicht für mich entscheiden hast! Du selbst schaffst diese Entfernung, nicht ich. Und aus demselben Grund stehst du auch noch immer am Rande eurer Gruppe, anstatt in ihrer Mitte zu leben. Du hast dich noch immer nicht wirklich entschieden! Du bist wie ein Schwimmer, der am Rand des Beckens steht und anstatt den Sprung zu wagen, ängstlich mit den Zehenspitzen die Temperatur des Wassers prüft. Du willst den Versuch mit mir nicht wagen. Du traust mir nicht.

Was aber nützen dir deine alten Freundschaften? Worüber wolltest du dich mitteilen? Rebecca, das ist nicht mehr dein Weg! Du kannst zwar immer zurück, jederzeit, aber was willst du dort finden? Was kann dir dein altes Leben geben?

Wer sich entschlossen hat meinen Weg zu gehen, betritt IMMER einen sehr, sehr einsamen Pfad. Alles, was sein Leben bisher auszufüllen und zu bereichern schien, wirkt mit einem Male hohl und sinnlos. Die kleinen Vergnügungen schmecken nicht mehr. Sie werden schal wie abgestandenes Bier. Alte Freundschaften zerbrechen, weil dir niemand auf deinem Weg zu folgen bereit ist, ja, weil die allermeisten nicht einmal den Weg SEHEN können, auf den du dich begeben hast. Das alles ist richtig so und muss so sein. Denn du kannst nicht die Herde verlassen wollen und zugleich noch immer ihre alten Trampelpfade benutzen. Du musst dir deinen eigenen Weg suchen. Und ich habe nie gesagt, dass das einfach wäre.

Wer sich aber fallen lassen will und im entscheidenden Moment noch nicht los lässt, so wie du, der hängt im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft. Entscheide dich, tue es wirklich und mit ganzem Herzen, und deine Situation wird sich schlagartig ändern! Da wo du gestern noch Mauern gesehen hast, tun sich Türen und Tore für dich auf und geben dir völlig neue Wege frei. Sie zu begehen wird zwar deshalb noch immer nicht einfach sein, aber immerhin bist du von diesem Moment an in BEWEGUNG und jeder Schritt bringt dich einer neuen Wirklichkeit näher.

Frage mich nicht ,wie du es anstellen sollst, von ganzem Herzen ja zu mir zu sagen. Dafür gibt es kein Patentrezept. Und sage nicht, du könntest es nicht oder seist dafür noch nicht reif. Du kannst es und du bist dafür reif, sonst hätte ich dich niemals ausgewählt.

Du musst versuchen, DEINEN Weg zu finden, und das Finden eures Hauses ist eine vorzüglich Übung dazu. Suche auch hier DEINEN Weg und kopiere nicht die anderen. Wenn du der Meinung bist, du habest nicht Monikas intuitive Sicherheit, dann verhalte dich doch einfach danach und suche nach DEINEN Stärken. Mache es auf DEINE Weise und nicht auf Monikas. Oder gar auf die von Jörg, der in der Tat andere Möglichkeiten hat durch seine Verbindung zu mir. Es gibt sehr viele Wege zum Ziel zu kommen bei dieser Aufgabe. Und jede hat ihren gleichen Wert. Am Ende zählt nur das Ergebnis.

Jörg:
Mich bewegt zur Zeit viel, was eigentlich mit der jetzigen Aufgabe gar nichts zu tun hat. Obwohl die Gruppe noch nicht einmal ihr Haus gefunden hat und die Gemeinschaft also praktisch nur in Form eines Namens besteht, drängt mich irgendetwas, mich mit ihrer künftigen Seinsform zu beschäftigen, mir Gedanken über ihre wirtschaftlichen Fundamente zu machen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich im Augenblick noch nicht einmal genau sagen könnte, was ich damit eigentlich mein. Mich hat dieser Artikel im Findhorn-Magazin dazu angeregt und ich habe das Gefühl, für mich wird das Haus, das wir finden sollen, auch dadurch realer (und findbarer), indem ich außer dem Gebäude auch im Geiste an der Zukunft dieser Gemeinschaft arbeite.

Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden. Nur brauchst du wenigstens gewisse feste Stützpunkte, in denen du deine Gedankenkonstruktionen verankern kannst. Sonst besteht die Gefahr, dass du dich in der Sache verlierst. Aber trotzdem möchte ich dich ermutigen, dieser Spur weiter nachzugehen.

Ich habe euch immer wieder aufgefordert, eure Visionen stets auch mit Leben zu erfüllen, um das Bild plastischer zu machen. Und wenn dich etwas dazu drängt, dir die wirtschaftlichen Bedingungen und Möglichkeiten einer solchen Gemeinschaft vorzustellen und daran zu arbeiten, dann ist das durchaus eine Möglichkeit, das Bild zu formen und eurer Vision Gestalt zu geben.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

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