Dialog 65

Du musst die Dinge die jetzt noch sehr vage im Raum stehen, zu Papier bringen. Du musst die Idee eures Vereins beziehungsweise Eurer Gemeinschaft in viele Worte fassen, musst sie von allen Seiten beleuchten.

Dialog 65, 17.02.1986

Wir haben es heute irgendwie schwer gehabt mit der Haussuche. Haben uns beide „abgeschnitten“ gefühlt,  Monika noch mehr als ich, aber ich auch. Haben wir etwas falsch gemacht?

Nein, das habt ihr nicht. Ihr habt heute gesehen, was ihr sehen solltet. Und ihr habt erlebt, was ihr erleben solltet. Warum haltet ihr euch bei Höfen auf, von denen ihr doch eigentlich sofort wissen müsstet, dass sie es nicht sind? Was soll eure ganze Vorarbeit für einen Sinn haben, wenn ihr euch nachher nicht nach den Visionen richtet, die ihr empfangen habt? Ihr habt bei euren Vorarbeiten einen Eindruck davon erhalten, wie euer Haus aussehen muss.

Wenigstens wisst ihr jetzt, wie es zumindest im Prinzip beschaffen sein müsste. Und wie war das heute? Hat irgendetwas in euch gesagt: „Ja, das könnte es sein, da müssen wir näher ran gehen?“ Doch wohl kaum.

Wir sind uns in diesen Dingen halt noch ziemlich unsicher. Und du hast uns bis jetzt auch noch nie gesagt, ob unsere Visualisierungen das künftige Haus tatsächlich genau beschreiben. Was sollen wir denn dann anderes tun als ausprobieren?

Gegen das Ausprobieren habe ich ja auch nichts, aber heute habt ihr euch viel zu lange mit diesem Haus aufgehalten. Das hat euch nicht gut getan.

Also haben wir doch etwas falsch gemacht?

Nein, nicht in meinem Sinne. Ich habe euch dieses Haus heute gezeigt, damit ihr einmal erfahrt, wie viel Kraft es euch kostet, wenn ihr euch von dem entfernt, was wir schon gemeinsam erarbeitet hatten.

Also sollen wir konkret nach dem Bild suchen, das wir haben?

Ihr sollt konkret nach dem suchen, was euch wirklich anspricht und keine sinnlosen „Übungsgespräche“ führen. Ihr sollt euch nicht in Umgebungen aufhalten, die euch nur belasten. Wenn ihr das nächste Mal merkt, „das ist es nicht“, dann steigt wieder ins Auto und fahrt weiter. Und wenn das Haus zehn Mal zu verkaufen ist.

Wir sind uns nicht einig darüber, in welchem Zustand das Haupthaus sein sollte. Moni und Rebecca finden, es sollte in einem sehr guten Zustand sein, so dass höchstens noch Verschönerungsabeiten zu leisten sind. Ich finde, es darf in jedem Zustand sein (von Ruinen abgesehen), wenn es das Haus ist. Wer hat Recht?

Moni und Rebecca haben Recht.

Monika:
Ich hatte heute morgen die Intuition (?), dass eine der Hauptaufgaben des Vereins darin bestehen könnte, eine Zeitschrift namens „Les temps nouveaux“ beziehungsweise „Neue Zeit“ zu publizieren, weil es so etwas auf dem deutschen Markt nicht gibt und sicherlich ein großer Bedarf dafür da ist. Ist meine Wahrnehmung richtig?

Ja, sie ist richtig. Sehr richtig sogar. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins sein, diese Zeitschrift herauszugeben, wenngleich das natürlich jetzt noch lange nicht ansteht. Aber es ist richtig, das bereits jetzt im Sinn zu behalten, denn auch solche Dinge müssen vorbereitet werden.

Jörg:
Wie gehen wir weiter vor mit der Haussuche?

So wie bisher: Ihr sucht euer Haus und ihr arbeitet an eurem Verein. Derzeit ist die Vereinsarbeit viel deine Sache: Es geht um das Schreiben, du musst denken, schreiben, denken und nochmals schreiben. Das ist zwar hart für dich jetzt, aber es muss sein. Du musst die Dinge die jetzt noch sehr vage im Raum stehen, zu Papier bringen. Du musst die Idee eures Vereins beziehungsweise Eurer Gemeinschaft in viele Worte fassen, musst sie von allen Seiten beleuchten.

Stell dir einfach vor, die Zeitschrift bestünde bereits, und du müsstest Artikel für sie schreiben. Beleuchte eure derzeitige Arbeit, die für viele Menschen doch schon hochaktuell ist, von allen denkbaren Seiten. Schreibe! Je mehr du begrifflich in Worte fassen kannst, um so besser wird sich auch eure Haussuche gestalten.

Aber heute Abend nicht mehr. Ich bin immer noch erschöpft und sehne mich nach Ruhe.

Ja, heute Abend ist nicht der richtige Zeitpunkt. Aber deine Erschöpfung ist nicht nur mangelnder Schlaf. Du steckst auch in einer Krise, weil dein Handzettel dir so große Mühe macht. Das hat dich enttäuscht und in neue Zweifel gestürzt. Du musst aber wissen: Die einzige Art, über diesen Punkt wegzukommen, ist ihn zu bearbeiten. Du MUSST diesen Artikel schaffen, dann wirst du sehen, dass dir alles weitere viel besser von der Hand gehen wird.

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