Dialog 70

Wisst ihr nicht, dass ihr euch kein Bild machen sollt? Eure Bilder sind Ausdruck eurer menschlichen Begrenztheit. Sie entstehen, wenn ihr mich mit eurem unzulänglichen Begriffsvermögen erfassen wollt.

Dialog 70, 23.02.1986

Monika ist verunsichert über eine deiner Botschaften J. betreffend. Sie tut sich schwer mit dem Negativen, was darin ausgedrückt ist, und meint, dass passe nicht in ihr Gottesbild.

Eure Gottesbilder bringen euch allesamt nicht sehr viel weiter. Wisst ihr nicht, dass ihr euch kein Bild machen sollt? Eure Bilder sind Ausdruck eurer menschlichen Begrenztheit. Sie entstehen, wenn ihr mich mit eurem unzulänglichen Begriffsvermögen erfassen wollt. Ihr aber solltet doch wissen, wie real ich sein kann und habt doch gar kein Bild mehr nötig.
Ich rede zu euch in eurer Sprache, weil ihr nur diese Sprache verstehen könnt. Vieles, was ihr sonst noch von mir hört oder lest ist „geschönt“, eben weil es für ein breites Publikum aufgearbeitet worden ist und in das allgemeine „Gottesbild“ passen muss.

Monika fühlt sich innerlich und äußerlich erschöpft und hätte heute zumindest für den Rest des Tages gerne „frei“ gehabt: Also Urlaub vom Kind und von sonstigen Verpflichtungen. Bist du damit einverstanden?

Vollkommen. Monika investiert viel in diese Gruppe und den Prozess ihrer Selbstfindung und braucht von Zeit zu Zeit solche Pausen. Ich bin einverstanden.

23.02.1986 (abends)
Ich würde ganz gerne deine Meinung zu Handzettel hören.

Wie gefällt er dir denn selber?

Als ich ihn heute morgen geschrieben hatte, war ich sehr erleichtert und hatte das Gefühl, den Punkt endlich getroffen zu haben. Monikas Reserviertheit hat mich etwas zurückgeworfen, und heute Abend, nachdem ich ihn selber noch einmal gelesen habe, hatte ich meinerseits das Gefühl, dass der „Pepp“ noch fehlt. Das Feuer brennt noch nicht. Es ist ein sehr kühler Text.

Ganz genau das ist es, was ihm noch fehlt. Ihm fehlt das Feuer deines persönlichen Engagements. Es ist ein ausgezeichneter Rohtext, aber jetzt muss er noch deine Sprache bekommen. Es muss ein engagierter Jörg-Text werden. Er muss die Menschen, für die er bestimmt ist, anfeuern können. Was du geschrieben hast ist Stoff zum Gähnen. Ihr seid in einer Gründungsphase und braucht das Engagement vieler Menschen, um zu einer lebendigen Gemeinschaft werden zu können. Diese Menschen müsst ihr erst einmal von euch und euren Zielen ÜBERZEUGEN. Das leistet dieser Text noch nicht.
Dennoch hast du gute Arbeit geleistet. Ich bin zufrieden mit dir. Du hast den Punkt tatsächlich getroffen. Jetzt musst du es nur noch in DEINE Sprache fassen. Vergiss nicht: Du bist mein „Pressesprecher“, ich habe dich ausgewählt und ich erwarte etwas dafür!

Also gut, Chef. Wenn ich morgen früh nicht auf den Markt muss, werde ich mich des Feuers meines persönlichen Engagements annehmen.

Du musst morgen früh nicht auf den Markt. Also … !

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