Dialog 73

Das freut mich für dich. Es ist für den Fortschritt der Gemeinschaft von großer Bedeutung, dass meine Energie durch dich fließen kann und Störungen haben weitreichende Folgen.

Dialog 73, 27.02.1986

Monika:
Zu meiner Traurigkeit: Ich bin mir nicht viel klarer geworden und habe bestenfalls Vermutungen. Aber vielleicht kannst du mir von da aus weiterhelfen? Es könnte sein, dass meine Traurigkeit ein Schatten der Vergangenheit ist und das Gefühl betrifft, nicht genügend geachtet zu werden in dem, was ich tue, gebe oder vorschlage. Doch ich bin mir nicht sicher.

Es könnte auch sein, dass ich über diese mühsame Arbeitsweise von uns traurig war, ohne einen Gegenvorschlag zur Hand zu haben. Etwas sagt mir, dass alles, was so mühsam vonstatten geht, die falsche Vorgehensweise sein muss. Oder es liegt daran, dass ich wohl ein Stück weit zugemacht haben muss gestern. Ich weiß nicht warum und habe es auch erst heute gemerkt, durch meine misslungenen Briefversuche an Freunde.

Bitte hilf mir!

Ich kann dir nicht in der Weise helfen, wie du es jetzt von mir möchtest. Es nützt dir einfach nichts, wenn ich dich auf die Ursache aufmerksam mache, die deiner Traurigkeit zugrunde liegt. Wenn es wichtig ist, wenn es also nicht nur eine Traurigkeit, sondern eine wirkliche Trauer ist, dann musst du auch dieses Gefühl, wie jedes andere, in dir reifen lassen, damit du es in seinen ganzen Ausmaßen erleben kannst, denn dieses Gefühl will dir ja etwas sagen, was dein Verstand dir nicht sagen konnte!

Im Übrigen ist deine Theorie über mühsame Arbeitsweisen an sich schon richtig, nur in diesem Fall trifft sie nicht ganz zu: Ihr habt vorgestern mühsam zusammengearbeitet, weil ihr alle viel zu zurückhaltend zueinander gewesen seid und euch nicht aufeinander einlassen wolltet. An eurer Arbeitsweise selbst war nichts auszusetzen.

Du hast dich tatsächlich „ein Stück weit zugemacht“, wie du es ausdrückst, und das ist schade. So lenkst du den stetigen Stahl meiner Energie und meiner Liebe, den ich auf dich richte, von dir ab. Du bist mir wichtig und deine Arbeit für diese Gruppe ist mir wichtig. Deshalb solltest du unbedingt versuchen, die Verbindung zu mir wieder herzustellen. Das kannst im Augenblick nur du selber, denn du hast dich abgeschnitten, nicht ich.

Halte dir vor Augen, dass ich bei dir bin und meine Energie und meine Liebe auf dich richte. Lass sie in dich einströmen und dich wieder von ihnen erfüllen. Es gibt keine köstlichere Nahrung für deinen Körper und deine Seele als meine Liebe und meine Kraft. Und du solltest ihnen diese Speise nicht vorenthalten. Sie haben bereits angefangen, sich daran zu gewöhnen!

Versuche heute noch einmal an eure Freunde zu schreiben und gib diese Aufgabe nur dann an Jörg weiter, wenn es absolut nicht geht. Nur du empfängst meine Energie in ihrer ganzen Fülle. Auch wenn du nur einen kleinen Teil davon in dich eintröpfeln lässt, ist es doch genug, um kraftvolle, ungewöhnliche Briefe schreiben zu können. Das kann Jörg nicht.

Meine Mahnung damals an dich, die dich heute zu hemmen scheint, war damals schon angemessen, nur hast du sie falsch ausgelegt. Damals warst du tatsächlich im Begriff, mit Riesenschritten vorauszueilen, was vielleicht für dich kein Problem war, aber für deinen Mann. Und ich wollte, dass ihr Seite an Seite bleibt. Du hast es aber als eine Kritik ausgerechnet an dem Teil von dir ausgelegt, der mir am allerwichtigsten ist: An deiner Fähigkeit Intuitionen fließen lassen zu können. So war das aber von mir nicht gemeint. Und heute würde ich keinen Grund mehr haben, die Zügel bei dir anzuziehen, denn du arbeitest zu meiner vollen Zufriedenheit und hast deinen Platz in der Gruppe gut eingenommen. Und dein Mann hat es mit dem seinen ebenso getan.

Monika, denke immer daran: Niemals und zu keinem Augenblick würde ich dich hemmen wollen! Nie!

Jörg:
Der letzte Satz ist eben klar und deutlich durchgekommen, so wie immer. Aber das andere, was ich dazu aufgeschrieben habe, der letzte Absatz also, das kam recht mühsam bei mir an. In solchen Fällen frage ich besser noch einmal zurück, ob das alles seine Richtigkeit hat.

Es kam deshalb so „mühsam“ bei dir an, weil du ein schlechtes Gewissen wegen dieser Sache hast! Du warst damals verärgert über deine Frau und hast völlig überflüssigerweise eine Schärfe in die Mahnung gelegt, die ich Monika zukommen lassen wollte, die von mir aus darin nicht enthalten gewesen ist. Das hat die Mahnung erst wirklich zur Kritik werden lassen. Jetzt windest du dich innerlich und sträubst dich, diese Dinge erneut aufrollen zu müssen.

Warum hast du mich denn dann nicht schon damals korrigiert?

Frage mich nie, warum ich etwas tue!

28.02.1986 (abends)
Monika:
Die Energie fließt wieder. Wahrscheinlich war ich gekränkt, weil meine Impulsivität so kritisiert wurde in Bezug auf unsere Freunde. Jetzt haben die Dinge wieder ihr Gleichgewicht. Danke!

Das freut mich für dich. Es ist für den Fortschritt der Gemeinschaft von großer Bedeutung, dass meine Energie durch dich fließen kann und Störungen haben weitreichende Folgen.

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