Dialog 75

Ihr mögt über meine Entscheidungen den Kopf schütteln, aber sie in ihrer Echtheit anzuzweifeln ist ein riskanter Weg für euch. Damit setzt ein Prozess ein, der euch sofort von mir entfernt, dass solltet ihr euch vor Augen halten.

Dialog 75, 01.03.1986

Ich habe heute Abend versucht, den anderen etwas darüber zu sagen, wie es in mir aussieht in Bezug auf dich, aber meine Beschreibung war nicht unbedingt zutreffend. Die Wahrheit ist einfach, dass ich mich zur Zeit nicht mehr so dicht an deiner Seite fühle wie früher. Ich empfange zwar noch immer deine Botschaften, aber ich finde, sie sind nicht mehr dieselben wie vorher. Manchmal bin ich regelrecht unzufrieden mit der Antwort.
Als du uns noch so straff geführt hast, war das Leben zwar anstrengender, aber ich habe mich näher bei dir gefühlt. Ich habe eben dich gespürt. Jetzt hast du die Zügel wieder lockerer gelassen und ich fühle mich oft alleine. Einerseits wünsche ich mir die früheren Zustände zwar nicht mehr herbei, aber andererseits fehlt mir etwas.

Es kommt jetzt aber auf andere Dinge an, als auf die Korrektheit eurer täglichen Haushaltsführung. Das müsst ihr inzwischen begriffen haben in seiner Wichtigkeit und habt es ja auch, soweit ich sehe. Du musst mich jetzt auf einer anderen Stufe erleben lernen. Da steckst du gerade mittendrin und das Neue ist noch nicht konkret geworden für dich.

Ihr habt jetzt eine sehr wichtige Aufgabe vor euch und es passt wirklich nicht zusammen, dass ich euch jetzt noch in derselben Weise führe wie am Anfang. Ich bin keinen Schritt weiter von dir entfernt als vorher und sehe sogar großzügig über die vielen kleinen Sünden hinweg, die du dir immer wieder einmal leistest. Das muss ich, da ich dir und euch eben jetzt „die Zügel lockerer“ gelassen habe.

Wie gesagt, ihr habt jetzt eine wichtige Aufgabe vor euch, vielleicht die wichtigste eures ganzen bisherigen Lebens und ich will, dass ihr euch darauf KONZENTRIERT.

Aber wir alle scheinen irgendwie etwas zurückgeworfen zu sein, nicht nur ich.

Um ein Bild zu gebrauchen: Die erste Welle ist jetzt über euch hinweg gegangen und die zweite noch nicht heran gerollt. Ihr befindet euch gerade in der Talsohle zwischen den beiden.

Ihr alle seid noch sehr instabil und werdet von den Ereignissen hin und her geworfen wie Spielbälle. Niemand von euch ruht auch nur andeutungsweise in seiner eigenen Mitte und das geringste Ereignis kann euch schon aus der Balance bringen.

Das ist zum Beispiel das, was du dann als mehr oder weniger Nähe von mir erlebst. Dein Glaube an mich ist noch längst nicht fest und daher noch längst nicht allen Anfechtungen gewachsen. Aber das ist jetzt eine der Lernerfahrungen, die du ohne mich machen musst: Du  weißt jetzt, dass es mich gibt und dass ich zu dir spreche, und ich habe mich deiner und eurer recht ausführlich angenommen. Jetzt sind viele Fragen beantwortet und es tritt eine Phase der Beruhigung ein, das ist ganz normal. Du musst lernen, dass es sich dabei um diese Phase handelt und um nichts anderes. Aber das kann ich dir nicht SAGEN, das musst du selbst herausfinden.

Wir haben das Gefühl, dass wir mit dem Haus jetzt wieder weiterarbeiten können. Was wäre da jetzt für uns zu tun?

Antwort vertagt bis morgen früh. Dir fallen ja fast die Augen zu, da kann ich dir nicht antworten. Du musst schon wach sein für mich.

Ach, das war doch nur ein vorübergehender Anfall von Müdigkeit. Ich würde wirklich schon jetzt gerne mehr darüber hören. Bin wieder hellwach!

Nein, das bist du nicht. Antwort vertagt auf morgen früh.

Bist du ansonsten zufrieden, was zum Beispiel die Vereinsarbeit angeht?

Ja, sehr. Ihr habt bisher eine gute Arbeit geleistet. Daran ist nichts auszusetzen.

Ich kann aber nicht ins Bett gehen, ehe ich nicht noch diese eine Frage losgeworden bin: Monika hat heute behauptet, bei ihrer Frage damals wegen der Bio-Coop wäre die Antwort „stark von mir beeinflusst“ worden, wie sie sich ausdrückte. Mir ist da nichta bewusst. Solche Vermutungen verunsichern mich aber. Hat sie denn damit recht?

Damit hat sie nur zu einem kleinen Teil recht: Da meine Antwort damals sich zufällig wieder einmal mit deiner persönlichen Meinung gedeckt hat, hast du selber mehr von dir in die Worte gelegt, als eigentlich richtig gewesen wäre.

Ich habe das so stehen lassen, weil meine Antwort trotz allem klar zum Ausdruck gekommen ist. Von der Sache her, hat sie also nicht recht, und es gefällt mir nicht, wenn solche Vermutungen auch nur angestellt werden. Das ist ein Zeichen mangelnden Vertrauens in mich. Ich habe nun einmal meine Gründe, warum ich manche Dinge so und nicht anders anordne. Es bringt euch nicht weiter, wenn ihr dem eure eigene Ansicht entgegen setzt. Wie oft hast du kein Verständnis dafür gehabt, wenn ich dich bei Wind und Wetter auf den Markt geschickt habe?! Wie wenig Sinn schien für dich dahinter zu stecken und doch hatte es immer seinen Sinn.

Ihr mögt über meine Entscheidungen den Kopf schütteln, aber sie in ihrer Echtheit anzuzweifeln ist ein riskanter Weg für euch. Damit setzt ein Prozess ein, der euch sofort von mir entfernt, dass solltet ihr euch vor Augen halten.

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