Dialog 82

Ihr drei, haltet euch fest bei den Händen, wenn ihr durch solche Erfahrungen geht, und gebt euch gegenseitig dadurch Kraft. Es sind Erfahrungen von unschätzbarem Wert für euch – und ihr müsst sie machen.

Dialog 82, 08.03.1986

Monika:
Ich bin sehr niedergedrückt und mutlos. Ich führe die Gruppe schlecht. Ich bin weit davon entfernt, der Fokus deiner Energie für diese Gruppe zu sein. Ich fühle mich der Aufgabe nicht gewachsen, besonders an Tagen wie heute, an denen wir erst am späten Nachmittag auf die Suche gehen, bereits erschöpft von den Kindern. Doch wie können wir das anders machen, wenn Jörg morgens auf dem Markt ist?

Ich bin enttäuscht darüber, dass sich die intensiven Wahrnehmungen vom Mittwoch heute nicht wiederholten und wir dem Haus kein Stück näher gekommen sind. Wieder ist es uns nicht gelungen, unsere Energie gemeinsam als Strahl auf unser Haus zu richten. Was mache ich falsch?

Zwischen Jörg und mir gibt es anscheinend Berge von unerledigten Sachen. Wie sollen wir das jemals bereinigen, wenn er immer so schnell zumacht? Ich habe das Gefühl, er erkennt mich nicht als Führerin an, denn sobald sich unsere Meinungen nicht decken, gibt es dicke Luft und Spannungen. Wenn ich mich irre, bin ich rechthaberisch, wenn sich meine Meinung als richtig herausstellt, dann macht er einen auf „komm, sei wieder gut“ und beim nächsten Vorfall geht das Spiel von vorne los.

Sag jetzt bitte nicht: Wende dich damit an Jörg. Ich habe mich deshalb schon oft an ihn gewandt, ohne dass sich zwischen uns etwas wesentlich gebessert hätte. Ich bitte dich um Hilfe, alleine schaffen wir es nicht, diese
Konfliktpunkte zu bewältigen.

Zunächst zum Haus: Es stimmt nicht, dass ihr dem Haus kein Stück näher gekommen wärt. Ihr seid ihm sogar ein gutes Stück näher gekommen, wenn auch nicht so wie ihr das versteht.

Auch eure Mutlosigkeit und eure Ratlosigkeit gehören zu euch und müssen erlebt werden, weil euch solche Erlebnisse innerlich reinigen, weil sie bewirken, dass ihr euch noch näher an meine Seite begebt und weil ihr dadurch als Gruppe noch besser miteinander verschmelzt. Ihr müsst diese Gefühle gemeinsam durchleben und gemeinsam gereinigt aus ihnen hervorgehen. Wenn die Angst über euch zusammenzuschlagen droht, werdet ihr zu Gebeten zusammenfinden, die euch jetzt noch nicht in den Kopf, geschweige denn über die Lippen kommen.

Ihr steht nun einmal mitten in einer großen, gemeinsamen Aufgabe und sie hat viele Seiten. Deshalb bin ich auch mit deinen Leistungen als Führerin dieser Gruppe zufrieden – ganz im Vergleich zu dir. Jeder Schritt, den ihr bisher gegangen seid, war richtig und notwendig, und du hast zu allen Zeiten dein Bestes gegeben.

Nur hat sich das Bild, das ich euch gegeben habe, und das euch eigentlich anspornen sollte, das Bild von dem Strahl der Energie, den ihr auf das Haus richten sollt, anscheinend als Handicap denn als Hilfe erwiesen. Dabei hat es schon viele Augenblicke in eurer gemeinsamen Vorbereitung gegeben, an denen das Licht sehr deutlich und ruhig auf dem Haus gelegen hat – ohne dass ihr das selber sehen konntet.

Ihr wart oft genug schon sehr nahe am Ziel gewesen, und habt es nicht gewusst. Vor allem, weil ich bei eurer praktischen Suche immer wieder jede Orientierung aus den Augen verliert.

Ich möchte, dass Jörg heute nach dem Markt alleine eine Fahrt unternimmt, und ich will versuchen, bei ihm zu sein und ihn zu leiten. Das gibt euch die Möglichkeit, ebenfalls zu fahren, also ohne ihn, denn zur Zeit scheinen persönliche Spannungen eure Konzentration zu stark zu beeinträchtigen. Zu diesen Spannungen werde ich mich später äußern. Heute ist dafür keine Zeit mehr.

Ihr drei, haltet euch fest bei den Händen, wenn ihr durch solche Erfahrungen geht, und gebt euch gegenseitig dadurch Kraft. Es sind Erfahrungen von unschätzbarem Wert für euch – und ihr müsst sie machen. Plant jetzt auch die Suche flexibler und denkt euch andere Möglichkeiten aus. Ihr müsst nicht unbedingt zu dritt sein, dass hatte ich auch nicht verlangt.

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