Dialog 88

Ihr steckt wieder einmal in einem Gruppenprozess und der muss durchlebt werden. Dass ihr jetzt schon schneller als früher auf den Punkt kommt und arbeitsfähig bleibt, obwohl die ‚Gruppe gestört ist, zeigt, wie weit ihr schon bis heute mit euch gekommen seid.

Dialog 88, 14.03.1986

Ich fühle mich zur Zeit gruppenmäßig und haussuchemäßig ziemlich erschöpft und habe wieder einmal das Gefühl, dass wir nicht weiterkommen. Machen wir etwas falsch?

Ihr macht es so gut, wie ihr es zur Zeit eben machen könnt, und ich finde, ihr macht es gar nicht so schlecht. Monika hat verschiedene sehr gute Abende geleitet, die euch ein gutes Stück vorangebracht haben, und ihr alle seid euch (auch dadurch) über die Bedeutung eurer Gruppe sehr viel klarer geworden.

Mein Rat ist, euch jetzt wirklich verstärkt mit der Aufarbeitung eurer Situation über das Spiel zu beschäftigen. Ihr habt jetzt schon etliches zusammengetragen. Das lässt sich noch um ein gutes Stück erweitern, und dann könntet ihr euch bereits erste Gedanken um die praktische Umsetzung machen und darüber in eine erste Spielform kommen, die ihr ausprobieren könnt.

Dein Gedanke war übrigens gut heute, dass das Spiel verschiedene Ebenen haben sollte, die nicht unbedingt alle auf einem Brett stattfinden müssen. Es können zum Beispiel ohne weiteres mehrere Einzelspiele sein, die aufeinander aufbauen, und deren nächstes nur dann gespielt werden kann, wenn alle Mitspieler gemeinsam eine Ebene erreicht haben. Ihr könnt es natürlich auch ganz anders machen.

Monika geht es heute Abend nicht gut, nachdem es ihr, wie sie sagt, den ganzen Tag über sogar sehr gut gegangen war in puncto Einstimmung auf dich. Sie hat jetzt keine Frage dazu gestellt, aber so frage ich jetzt einmal für sie: Was war oder ist denn zur Zeit mit ihr los?

Monika reagiert jetzt immer sensibler auf Störungen in der Gemeinschaft. Sie ist mit der Aufgabe als Leiterin dieser Gruppe innerlich schon sehr tief verwachsen, und das Leben innerhalb der Gruppe teilt sich ihr direkt mit. Entsprechend auch ein „Tod“ innerhalb dieser Gruppe. Und Rebecca hatte gestern (und heute) Züge eines solchen „Todes“ in die Gruppe hinein getragen. Das hat Monika buchstäblich den Magen umgedreht. Deutlich wurde ihr das, als der Abend näher rückte. Für sie ist das natürlich hart, aber ihr beiden solltet froh sein, dass ihr eine solche Leiterin habt. Sie war von vornherein für diese Aufgabe gut geeignet, aber jetzt entwickelt sie mit meiner Hilfe noch ganz besondere Qualitäten, die ihr noch einmal sehr viel nützen werden, wenn diese Gemeinschaft einmal größer geworden ist und ihr Aufgabenfeld an Umfang zunimmt.

Gibt es für die weitere Arbeit noch irgendeinen Hinweis oder eine Hilfe?

Nein, im Augenblick kann ich euch nichts dergleichen geben. Ihr steckt wieder einmal in einem Gruppenprozess und der muss durchlebt werden. Dass ihr jetzt schon schneller als früher auf den Punkt kommt und arbeitsfähig bleibt, obwohl die ‚Gruppe gestört ist, zeigt, wie weit ihr schon bis heute mit euch gekommen seid.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

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