Dialog 93

Wenn Angst da ist, sollt ihr diese Angst sichtbar machen, damit ihr sie erkennen könnt. Sonst lähmt sie euch. Wenn Resignation da ist, gilt dasselbe. Es ist nicht schlimm, Angst zu haben, man muss sie nur erkennen und um sie wissen.

Dialog 93, 19.03.1986

Fortsetzung der Botschaft vom 18.3.1986:

Wenn du in der Gruppe Starre empfindest, musst du prüfen, was die Ursache dafür ist. Es kann Starre auftreten, weil man vor Angst erstarrt. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Ziel, auf das die Gruppe zuarbeitet, Angst auslöst, die nicht bewältigt werden kann. Wenn diese Angst nicht an Tageslicht kommen kann, wirkt sie im Unbewussten und lähmt alle Entwicklung wie ein Nervengift. Äußerlich scheint die Gruppe noch intakt zu sein, aber in ihrem Inneren hat sie sich verändert oder ist einfach nur stehen geblieben. Dann müsst ihr diesen Punkt finden und ihn bearbeiten.

Eure Aufgabe lautet derzeit, das Haus zu finden, und nicht über Spülmittel zu diskutieren. Versteh mich richtig: Die Diskussion über Spülmittel hat nach außen hin scheinbar ihren Sinn und ihre Berechtigung, aber sie ist auch ein Hinweis darauf, dass die Gruppe sich nicht mehr ihrer eigentlichen Aufgabe zuwenden will.

„Wie lernt man zu wollen“, fragst du? Die Antwort ist ganz einfach: Indem man will! Indem man will, lenkt man seine ganze Energie in ihrer ungeteilten Kraft auf den einen entscheidenden Punkt. Wer nicht wirklich „will“, kann diese Energie nicht fließen lassen. Er hält den größten Teil davon unbewusst zurück, weil etwas in ihm zu sagen scheint: „Sieh dich vor und gib nicht alles in diese Sache. Du musst Kräfte sammeln, weil du bald große Belastungen wirst ertragen müssen.“.

Monika, du musst herausfinden, wie es in dieser Hinsicht um eure Gruppe bestellt ist. Wenn Angst da ist, sollt ihr diese Angst sichtbar machen, damit ihr sie erkennen könnt. Sonst lähmt sie euch. Wenn Resignation da ist, gilt dasselbe. Es ist nicht schlimm, Angst zu haben, man muss sie nur erkennen und um sie wissen.

Diese Gruppe ist ein lebendiger Organismus geworden, er hat einen Pulsschlag, den man erfühlen kann. Versuche herauszufinden, wie kraftvoll, leise oder regel- oder unregelmäßig der Puls der Gruppe zur Zeit schlägt. Vielleicht findet ihr eine Möglichkeit, über eine spielerische Form an diesen Punkt heranzukommen?

Eine weitere Hilfe, die ich dir geben möchte: Die Gruppe ist zwar so klein, dass keiner ihrer Teilnehmer die Rolle eines Beobachters übernehmen und sich damit aus dem Gruppenprozess herausnehmen kann, ohne eben diesen Prozess zu stören, aber es wäre nicht unwichtig, wenn das trotzdem gelänge:
Mein Vorschlage ist deshalb: Wenn du es für richtig hältst, solltest du die Leitung der Gruppe entweder an Jörg oder an Rebecca delegieren und selbst dafür verstärkt die Fokussierung der Gruppe übernehmen. Das ist kein Widerspruch, auch wenn es so aussieht: Die Leitung eines Gruppenabends kann auch nur eine Art „Geschäftsführung“ sein, während der Fokus auf dem Gesamtgeschehen liegt. Du beobachtest also nicht nur die Gruppe, sondern auch ihre Leitung und bist selber nur noch soweit Mitglied, wie diese Rolle das zulässt. Ein schwieriges Verfahren, aber eure Situation ist ja auch eine ganz besondere.

Du hast dich in den letzten Tagen trotz deiner vielfältigen Belastungen sehr für diese Gruppe einsetzt und hast versucht Strukturen zu erarbeiten, die der Gruppe und damit eurer Aufgabe nützen können. Das ist keine geringe Leistung und ich freie mich darüber. Denn du schaffst damit auch die Basis für weitere, schwierigere Führungsaufgaben, die ich für dich vorgesehen habe, und für die du dich ausbilden musst. Du machst deine Sache sehr gut und ich werde deine Arbeit deshalb jetzt weitergehend unterstützen, indem ich auf Jörg und Rebecca einwirken werde.

Hier müssen wir unterbrechen, aber meine Botschaft ist noch nicht zu Ende.

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