Dialog 94

Niemand hat auch nur ein Wort über das Haus verloren, das noch nicht gefunden war, und den Druck, der sich daraus ergab. Das schrumpfte plötzlich zu einer Sorge zusammen und war keine wirkliche Angst mehr.

Dialog 94, 20.03.1986
Fortsetzung der Botschaft vom 18./19.03.86:

Nach dem gestrigen Abend kann ich die Fortsetzung meiner Botschaft nun doch beenden. Ihr habt die Lösung eures Problems selber gefunden und habt ausgezeichnet gearbeitet: Konzentriert, straff und zielgerichtet. Die Führung der Gruppe war gut verteilt und so konnte jeder sein Bestes geben. Mithin ein ausgezeichnetes Ergebnis, das euch einen guten Schritt voran gebracht hat.

Ihr wisst nun, woran ihr seid und habt eure Angst beim Namen genannt. Neben dieser Angst verblasst alles übrige, was euch noch quälen könnte, zu Sorgen und tritt in den Hintergrund. Es kann hervorgeholt und bearbeitet werden, wenn die Angst selber bearbeitet wird. Aber es nimmt keinen zentralen Raum mehr ein.

Ihr wisst nun, dass der Aufbau des Neuen Zeitalters wahrhaftig Pionierarbeit ist. Und ihr wisst nun auch, dass ihr dort, wo ihr seid, zunächst alleine steht und mit wenig Hilfe, wohl aber mit Anfeindungen rechnen könnt.  Ihr wisst nun, dass mein Auftrag Opfer verlangt und dass es keine Thema für blumige Briefe an allerlei ahnungslose Freunde und Bekannte ist. Mein Auftrag ist eine ernste, harte aber wunderbare Aufforderung, die alles von euch verlangen wird, aber euch auch alles geben kann.

Ihr müsst das Licht suchen und selber für sein Ausbreiten sorgen, denn ich kann es nur mit eurer Hilfe tun. Ihr müsst euch dieser Aufgabe in ihrer ganzen, tiefen Bedeutung klar werden und euch ihr mit allen euren Kräften widmen.

Ihr müsst durch Taten hervortreten, nicht durch Worte. Worte nämlich, die euren Taten allzu weit vorausgehen, sind wie Seifenblasen, die man in den Wind geblasen hat – sie haben kein Gewicht und zerplatzen, ohne etwas anderes zu hinterlassen als Bedeutungslosigkeit. Verfrühte Worte machen euch zugleich aber auch angreifbar und schutzlos, denn ihr habt den Angreifern nichts entgegen zu halten außer weitere Worte, während die, die euch angreifen – und sei es auch nur durch ihre Kritik – sehr wohl auf einem Fundament stehen, so wenig real es in Wirklichkeit auch sein mag.

Schafft euch deshalb zunächst euer eigenes Fundament und beginnt damit eure Arbeit zu entwickeln. Schweigt ansonsten gegenüber allen, die sich nicht mit einer wirklichen Frage an euch richten, und plappert nicht länger von einem Neuen Zeitalter daher, das es für diese Menschen noch nicht gibt. Lasst es zunächst, wie in den Handzetteln beschrieben, „ein Stück weit Wirklichkeit werden“. DANN könnt ihr lauter reden und eure Stimme hören lassen.

An diesem Punkt ist auch die Haussuche zunächst beendet!
Ich habe euch eine große und schwierige Aufgabe gestellt und ihr habt euch an ihr gemessen und eure reale Position gefunden. Ihr wisst nun, wo ihr steht und was ihr jetzt leisten müsst. 

Die Haussuche hat ihren Zweck als Aufgabe erfüllt – jetzt stelle ich euch eine andere, noch größere Aufgabe: Findet euer Fundament und lasst „Les temps nouveaux“ (LTN) als Gemeinschaft des Neuen Zeitalters Wirklichkeit werden. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, braucht ihr kein spezielles Gebäude, sondern Raum um euch, in dem ihr in Ruhe arbeiten könnt. Eure Arbeiten sollen sein:

● Gruppenfindung.
Ihr müsst zu einer einzigen Einheit zusammenwachsen und stark werden. Im Augenblick seid ihr wie der Kern einer jungen Frucht, der sich langsam zu festigen beginnt, aber ihr seid noch immer weich und verformbar. Das muss sich ändern und ich werde euch Schritt für Schritt zu diesem Ziel führen.

● Zentrum werden.
Ihr sollt Kontakt aufnehmen zu allen Lichtpunkten dieser Welt und die silbernen Fäden spannen, die das Netzwerk des Lichtes ausmachen. Ihr sollt publizieren und gezielt nach außen treten. Und ihr sollt auch Hilfe und Stützpunkt für andere Menschen, Gruppen und Zentren sein, die nun auch in der Bretagne einen „Heimathafen“ finden werden, den sie anlaufen können. Ihr seid noch nicht stark genug, um durch Veranstaltungen im Sinne von Workshops wirken zu können und im Grunde wisst ihr es auch. Aber ihr sei entwickelt genug, um mit denen Kontakt aufnehmen zu können, die selber schon auf dem Weg sind, die keine Hilfe, wohl aber Unterstützung brauchen. Der Verein „Les temps nouveaux“ soll zunächst in der warmen Sonne des Lichtes heranwachsen, das auf der Welt bereits leuchtet, bevor er stark genug geworden ist, ein eigenes Licht ins Dunkle zu richten.

● Weiterbildung.
Ihr habt jetzt viel zu lernen und es gibt viele Möglichkeiten dazu. Bildet euch in eurer neuen Aufgabe aus und sucht eurerseits Kraft dort, wo sie zu finden ist: In anderen Gruppen und Zentren, die bereits existieren und weiter sind als ihr.Um diese Aufgaben erfüllen zu können, braucht ihr etwas mehr als einen Wohnwagen als Stützpunkt, obgleich ich mich über dieses Opfer gefreut habe, dass ihr mir zu bringen bereit gewesen seid. Es war die Grundlage für das Ergebnis, das ihr gestern erreicht habt.

Ich stelle euch also jetzt zunächst die Aufgabe, ein geeignetes Haus zu finden, in dem ihr eure Arbeit zunächst in aller Stille aufnehmen könnt. Dieses Haus wird nicht zu kaufen, sondern zu mieten sein, und ich möchte, dass ihr es schnell findet. Es muss soviel Platz haben, dass ihr euch nicht eingeengt fühlt, braucht aber nicht für die Zukunft ausgelegt sein, denn die wird dort nicht stattfinden.

Seid nicht enttäuscht über diese unerwartete Wendung der Dinge. Ihr habt nicht etwa versagt, sondern die Entwicklung hat den Weg genommen, den ich bestimmt habe. Ich möchte, dass ihr euch den Aufgabenbereichen, die ich oben kurz beschrieben habe, mit ungeteilter Aufmerksamkeit widmen könnt. Zwar hättet ihr euer Haus finden können, es war also durchaus eine reale Aufgabe, die ich euch gestellt habe, aber ihr habt zu viel Zeit für eure Selbstfindung gebraucht und nun muss euer Weg eine Wendung nehmen. 

Ihr habt gesagt: Das Haus zu finden, wird unsere größte Leistung im Sich-anheim-stellen sein! Das ist richtig. Aber mir genügt die Leistung, die ihr bisher darin erbracht habt. Ich möchte nicht, dass ihr euch dabei am Ende aufreibt, sondern ich will eure wunderbaren Fähigkeiten entwickeln und sie nutzen.

Ihr werdet vielleicht einige Zeit brauchen, um mit dieser unerwarteten Wendung der Dinge zurechtzukommen, und wahrscheinlich werdet ihr doch enttäuscht sein. Verbringt aber nicht zu viel Zeit dabei! Das jetzige Haus zu finden ist auch nicht viel einfacher und eure Zeit ist nicht mehr geworden.

Ihr habt gestern Abend eure Angst sichtbar gemacht. Ist euch daran nicht etwas aufgefallen? Eure Angst bezog sich bei jedem von euch auf den Bruch zwischen der alten und der neuen Welt, auf die Anfeindungen, denen ihr euch ausgesetzt sehen könntet, auf die Einsamkeit eurer Position als Pioniere des Neuen Zeitalters. Niemand hat auch nur ein Wort über das Haus verloren, das noch nicht gefunden war, und den Druck, der sich daraus ergab. Das schrumpfte plötzlich zu einer Sorge zusammen und war keine wirkliche Angst mehr.

Nehmt das als Zeichen für eure Festigkeit, denn die war nicht von Anfang an da gewesen, und nehmt diese Festigkeit als Basis für eure Arbeit jetzt.

Hier endet die Durchsage, denn ich sehe, dass Jörg jetzt erschöpft ist.

Ja, ich bin erschöpft – und ich bin doch enttäuscht. Ich bin traurig und habe das Gefühl, sehr wohl versagt zu haben. Mit dieser Wendung der Dinge komme ich im Augenblick überhaupt nicht klar. Oh, Mann, ich komme mir vor, als sei ich die ganze Zeit einem Phantom nachgerannt.

Das bist du nicht. Die Aufgabe war real und das Haus existiert. Aber ihr werdet es nicht mehr zeitig genug finden, und ich will nun einmal nicht, dass ihr in den Wohnwagen zieht. Das ist nicht die Basis, von der aus ihr arbeiten könnt. Aber diese Möglichkeit war von Anfang an ausgesprochen gewesen: Ich hatte euch vom ersten Moment an darauf aufmerksam gemacht, dass das Haus in einer bestimmten Frist zu finden sein muss. Dass ihr es nicht gefunden habt, hat mit Versagen überhaupt nichts zu tun. Solche Maßstäbe gelten für mich nicht.

Ihr habt eure Qualitäten daran geschult und seid gereift aus dieser Aufgabe hervorgegangen. Betrachtet euch doch nur einmal selber und fragt euch, ob ihr noch dieselben seid, wie vor zwei Monaten.

Aber ich möchte die Arbeit jetzt unterbrechen, du bist jetzt nicht mehr aufnahmefähig.

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