Dialog 95

Ich habe euch alles an die Hand gegeben, was ihr braucht, um springen zu können Ich habe euch gründlich ausgebildet, ihr habt den besten Lehrer gehabt, den ihr finden konntet. Und ich selber stehe jetzt an der offenen Flugzeugtür und halte die Reißleine eurer Fallschirme in den Händen. Die Frage ist, wer wird springen, wenn ich das Zeichen dazu gebe?

Dialog 95, 20.03.1986

Monika:
Ich bin müde und traurig. Deine Botschaft hatte eine euphorische Stimmung in mir ausgelöst. Ich fühlte mich beschenkt und dankbar für die Aufabengebiete unserer Arbeit.
Später beim Hausanschauen und beim Makler wurde mir bewusst, dass es um vieles schwerer sein wird, ein geeignetes Haus zu mieten, als UNSER Haus zu finden. Wir waren so nahe dran – und nur weil es für uns ein leeres Haus war, das wir nicht füllen konnten, nur deshalb haben wir es nicht gefunden.

Und in der Gruppe gestern Abend wurde mir noch mehr klar: Jörg und Rebecca haben meine Enthusiasmus nur zögernd geteilt. Rebecca findet sich nicht in den Aufgaben und Jörg macht auch nicht gerade Luftsprünge. Und mein Feuer kann so groß nicht sein, wenn man es so leicht zum Erlöschen bringen kann. Wir sind deiner nicht würdig. Das tut so weh! Was sollen wir jetzt nur tun?

Es gibt einen ganz einfachen Namen für das, womit du es hier zu tun hast: Angst! Es ist Angst, derentwegen Rebecca sich nicht in den Aufgaben wiederfindet und es ist Angst, die Jörg daran hindert Luftsprünge zu machen. Angst blockiert sie und fesselt sie – jeden von ihnen auf seine Weise.

Als ihr EUER Haus finden solltet, war das eine große, wunderbare Aufgabe. Zu groß und vielleicht zu wunderbar für euch, denn so konntet ihr diese herrliche Aufgabe auf ein Bild malen und an die Wand hängen, wo sie weit genug von euch entfernt war, um euch in eurem täglichen Leben nicht zu belästigen.

Jetzt, wo ich diesen Prozess unterbrochen habe, ist eine ganz reale Arbeit daraus geworden, und damit rückt auch alles andere plötzlich in sehr greifbare Nähe: Jetzt soll ein Haus gefunden werden, das nicht mehr durch eine Art Wunder finanziert werden muss, sondern dass ihr tatsächlich aus eigener Tasche bezahlen könnt. Und jetzt steht ihr plötzlich unmittelbar vor der Verwirklichung eurer Pläne, Ansprüche und Ideen. Alles ist greifbar nahe gerückt jetzt. Und bei Rebecca und Jörg löst das Angst aus.

Diese Angst war natürlich schon immer vorhanden gewesen und ich will, dass ihr euch jetzt ihrer voll bewusst werdet, denn sie muss aus eurem Leben verschwinden, wenn ihr auch nur einen Schritt weiterkommen wollt. Deshalb habe ich die Haussuche abgebrochen, die euch nicht weitergeführt hätte und euch mitten in die Realität hinein gesetzt: Ein Mietshaus zu finden ist das Banalste von der Welt und es gibt keinen Grund, dieser Sache jetzt die volle ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen, wie ihr das bei EUREM Haus glaubtet tun zu müssen.

Damals konntet ihr noch sagen: Wir müssen uns jetzt ganz und gar auf das Haus konzentrieren und können deshalb noch keine Energie für etwas anderes aufbringen“. Aus diesem Grunde ist das Haus immer leer geblieben.

Jetzt ist es so, dass ihr praktisch heute schon mit eurer Arbeit beginnen könnt, denn jetzt habt ihr kein Haus mehr mit Leben zu füllen, sondern ihr sollt leben und euch nebenbei ein Haus suchen. Das ist wie das Aufwachen aus einem schönen Traum für Rebecca, aber auch für Jörg. Denn jetzt zeigt sich die Angst auf einmal: Das Tuch ist mit einem Ruck weggerissen worden, unter dem sie sich solange verbergen konnte, und jetzt liegt sie offen.

Das ist eine Chance! Und es ist eine Aufgabe – für jeden von euch. Ihr müsst euch diese Angst jetzt einmal packen und sie euch ganz genau von allen Seiten anschauen. Schaut, was an ihr dran ist. Sprecht sie aus, sprecht sie an, zeichnet alle ihre formen und Linien nach, macht sie euch bewusst. Dann seht euer Leben an. Schaut, wo ihr steht und entscheidet, ob ihr dort bleiben wollt. 

Ihr habt wieder einmal Angst loszulassen. Ihr glaubt, mit dem was ihr habt doch eigentlich nicht schlecht bedient zu sein, und fürchtet darum, wenn ihr loslasst, wieder mit leeren Händen dazustehen. Ihr müsst jetzt eine innere Entscheidung treffen. Ihr müsst wissen, was ihr wollt, wieweit ihr zu gehen bereit seid mit mir.

Wenn ihr das wisst, dann setzt euch ein klares Ziel. Wenn ihr euch ein klares Ziel gesetzt habt, betrachtet den Weg, der zu ihm führt – und zwar mit allen seinen Gefahren – und entscheidet noch einmal, ob ihr ihn zu gehen bereit seid. MIT all seinen Gefahren, aber auch mit mir an eurer Seite. Wenn ihr das entschieden habt, wenn ihr es wirklich entschieden habt, dann hat „Les temps nouveaux“ eine Chance das zu werden, was ihr euch vorgenommen habt.

Keine Zeit ist allerdings mehr dafür vorhanden, jetzt gemütlich im eigenen Inneren zu graben. Ihr müsst euch jetzt entscheiden! Wenn ihr euch jetzt nicht entscheiden könnt, eure Angst ans Tageslicht zu zerren und trotzdem zu gehen, euch auf den Weg zu machen, wenn ihr also jetzt noch immer nicht das Vertrauen aufbringt mir zu folgen, dann solltet ihr „Les temps nouveaux“ bei der Prefecture wieder abmelden.

Ich sage es noch einmal: Dass ihr Angst habt ist nichts besonderes. Die Frage ist: Wer wird mir trotzdem folgen? Entscheidet euch, aber kommt nicht mit Lippenbekenntnissen.

Eure Situation ist so, als würdet ihr in einem Flugzeug sitzen, mit einem Fallschirm auf dem Rücken, und würdet euch dem Punkt nähern, wo euer Ausbilder die Tür öffnet und das Zeichen zum Absprung gibt. Die Angst, die euch in der Kehle sitzt, mag fürchterlich sein, aber andererseits wisst ihr: Euer Fallschirm ist mit einer Reißleine am Flugzeug befestigt, es besteht also kein Grund anzunehmen, dass er sich nicht öffnen wird. Und außerdem seid ihr gut ausgebildet worden vor dem Sprung. Wenn ihr jetzt trotz eurer Angst springt, seid ihr frei und keine Aufgabe wird mehr unmöglich sein. Wenn ihr es vorzieht sitzen zu bleiben, wird das Flugzeug eine Schleife fliegen und zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren. Dann seid ihr genau da, wo ihr begonnen habt – und werdet aller Wahrscheinlichkeit nach auch dort bleiben.

Das ist eure Situation.
Ich habe euch alles an die Hand gegeben, was ihr braucht, um springen zu können Ich habe euch gründlich ausgebildet, ihr habt den besten Lehrer gehabt, den ihr finden konntet. Und ich selber stehe jetzt an der offenen Flugzeugtür und halte die Reißleine eurer Fallschirme in den Händen. Die Frage ist, wer wird springen, wenn ich das Zeichen dazu gebe?

Monika, deine Aufgabe ist es nicht ein Feuer zu entfachen, das groß genug ist, um auch die anderen anstecken zu können. Deine Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass dieses Feuer nicht erstickt werden kann. Und es ist deine Aufgabe anderen zu helfen, die Streichhölzer zu finden, die sie irgendwo verlegt haben, um ihr eigenes Feuer entfachen zu können. Alles andere ist meine Sache. Du bist meiner sehr wohl würdig und jeder von euch ist es. Ihr habt die Qualitäten, die jetzt gebraucht werden. Das ist Einzige, was euch jetzt noch daran hindert, sie leben zu lassen, ist schlicht und einfach Angst. Und die werden wir uns jetzt gründlich vornehmen. Ich helfe dir dabei, darauf kannst du dich verlassen.

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