Dialog 96

Ich habe eure Aufgabe jetzt mitten in die Wirklichkeit gesetzt und euch konkret gezeigt, was zu tun ist. Wenn du immer noch nicht zu handeln bereit bist, kannst du an diesem Prozess nicht teilnehmen!

Dialog 96, 22.03.1986

Monika:
Ich bin wütend. Auf mich, weil ich die Wut nicht raus gelassen habe. Und auf Rebecca, die ich zur Zeit wieder als Klotz am Bein erlebe. Für Rebecca scheint es nur Rebecca zu geben. Sie hat sich zurückgenommen. Und ich weißt nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll. Am liebsten würde ich ihr sagen, sie soll sich dann eben wirklich nur um Rebecca kümmern und erst dann wieder zu uns kommen, wenn sie außer Rebecca auch noch dich sieht und für dich etwas tun will.

Jörg ist enttäuscht von dem Abend und ich bin jetzt total durcheinander, habe das Gefühl alles verpatzt zu haben. Meine ganze Energie geht für Rebecca drauf. Jetzt bin ich leer und habe nichts mehr übrig für die Aufgaben, du uns genannt hast.

Stellt mir zunächst jetzt auch Rebeccas Frage. Sie gehören zusammen.

Rebecca:
Ich komme mit meiner Tochter nicht mehr zurecht. Immer, wenn ich einen ganzen Tag mit ihr alleine bin, packt mich die Verzweiflung. Mein einziges Mittel mich durchzusetzen ist Erpressung. Von Liebe keine Spur. Sie stört mich und ich bin voller Ablehnung und total egoistisch geworden und denke überhaupt nicht mehr an ihre Rechte. Ist es nicht ein Schutz vor meiner Kälte, dass sie so dick wird?
Mein ganzes Leben erscheint mir wieder verkorkst und ich fühle mich unwürdig, von dir auserwählt zu sein und in einem Haus des New Age zu wohnen.

Ich habe in den Friedhof meiner Seele geschaut und meine Kindheit gleicht wohl eher einer Horrorgeschichte als einer heilen Familienwelt. Aber mache ich nicht dasselbe mit meinem Kind? Was muss ich denn noch alles entdecken, bis ich unseres Hauses würdig bin? Ich bekomme langsam Angst, dass ich es nicht rechtzeitig schaffe. Ich bin immer noch verstopft und gepanzert, habe keine rechte Lust an unserer Aufgabe und alle guten Vorsätze kommen aus dem Kopf und sind wirkungslos. Wenn eine Einsicht ein Samenkorn ist, wie du es beschreiben hast, welchen Einfluss kann ich dann auf sein Keimen nehmen?

(Am nächsten Morgen:) Heute morgen habe ich in der Meditation meinen Totenkeller geräumt und gereinigt und es ist ein helles Gewächshaus daraus geworden. Der Boden ist bereitet und die zukünftigen Pflanzen wollen ihre Wurzeln tief versenken. Danke!

Ich habe diese beiden Texte gegenüber gestellt, weil sie sehr gut zusammen passen. Rebeccas Darstellung, wenn auch einige Tage alt, bestätigt sehr deutlich die Richtigkeit von Monikas Wahrnehmungen.

Rebecca, ich unterstütze Monikas Wunsch und fordere dich hiermit auf, der Gruppe solange fernzubleiben, bis du wieder bereit bist ehrlich mit mir zu sein! Du entwickelst wieder alte Züge, Vergangenes kommt wieder, nur tarnst du es sehr viel geschickter. Du stellst nicht mehr sinnlose Fragen, so wie zu Beginn, sondern du spielst mir die in sich gekehrte Rebecca vor, die schonungslos mit sich ins Gericht zu gehen scheint, aber damit täuschst du vielleicht Monika und Jörg, mich nicht. Denn in Wahrheit lieferst du Spiegelgefechte und denkst nicht daran, auch nur deinen kleinen Finger krumm zu machen, um dich wirklich zu ändern, geschweige denn für mich zu arbeiten.

Wenn es dir soviel Vergnügen bereitet, in dir selber zu wühlen, dann kannst du das ebenso gut auch alleine tun. Du belastest damit die Gruppe und behinderst die Aufgaben, die ich gestellt habe, und das lasse ich nicht länger zu.

Was sollen diese scheinbar selbstquälerischen Fragen? Vor allen Dingen, wenn du dir anschließend selber die Antwort darauf gibst? („Ist es nicht ein Schutz vor meiner Kälte …“). Was versprichst du dir davon, wenn du mir mit deinem Gejammer über dein verkorkstes Leben in den Ohren liegst? TU etwas! Tue es jetzt und sieh nach vorne!

Ich könnte ja noch Verständnis dafür haben, wenn du nach hinten schauen würdest, wenn du dich WIRKLICH mit deiner Vergangenheit auseinandersetzen würdest. Aber nicht einmal das tust du. Du wühlst einfach nur in dir selber herum, beförderst ab und zu eine (ausgewählte) Handvoll Abfall deiner Seele nach außen und erwartest, dass ich dir dafür anerkennend auf die Schulter klopfe.

Rebecca, du bist nicht aufrichtig. Zu dir nicht, zu den anderen nicht und schon gar nicht zu mir. Spiel nicht die schwer arbeitende Seelenputzfrau („Was muss ich denn noch alles entdecken …“), sondern erkenne was du wirklich bist: Ein eitles kleines Mädchen, das sich „auserwählt“ fühlt.

Deine Bilder von dem Totenkeller sind völlig uninteressant! Und noch weniger interessiert es mich zu hören, dass du auch dieses Problem brav ohne meine Hilfe gelöst zu haben glaubst. Es ist kein großes Kunststück sich selber ein Problem zu stellen und es dann zu lösen. ICH stelle hier die Aufgaben, wie wäre es, wenn du dich mit denen einmal beschäftigen würdest? Wenn „der Boden bereit ist“, wie du schreibst, und „die zukünftigen (warum zukünftigen?) Pflanzen ihre Wurzeln tief versenken wollen“, dann lass sie es doch tun?!

Aber solche Absichtserklärungen sind jedesmal das aller äußerste, was du mir anbietest. Von dort aus gehst du keinen Schritt mehr weiter, sondern findest als nächstes regelmäßig einen neuen Grund, dich handlungsunfähig zu fühlen.

Ich habe eure Aufgabe jetzt mitten in die Wirklichkeit gesetzt und euch konkret gezeigt, was zu tun ist. Wenn du immer noch nicht zu handeln bereit bist, kannst du an diesem Prozess nicht teilnehmen! Das ist eine sehr deutliche Warnung, und ich hoffe, dass du sie dir merkst!

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