Dialog 97

Du hast die Wahl, entweder ohne mich zurückzugehen oder mit mir voranzuschreiten.

Dialog 97, 22.03.1986

Monika hätte gerne noch eine Antwort auf ihre Frage von gestern Abend gehabt: Hat sie den Abend richtig geleitet oder tatsächlich „alles verpatzt“, wie sie sich ausdrückte?

Durchaus nicht. Ihre Ideen waren gut und sie waren fruchtbar. Die Leitung war ausgezeichnet. Monika findest sich gut zurecht in der Rolle der Leiterin/Teilnehmerin und trennt das eine vom anderen, ohne selber aus dem Prozess herausgetreten zu sein.

Dass sie manche Dinge, speziell Rebecca betreffend, erst verspätet erfasst und daher nicht immer die ganze Kontrolle über alle Abläufe hat, ist weder schlimm noch besonders bemerkenswert, denn es gehört wirklich einiges dazu, Rebecca auf die Schliche zu kommen, wenn sie sich einmal entschlossen hat, sich selbst zu täuschen. Entscheidend ist, dass diese Dinge letzten Endes an Tageslicht kommen, ob nun mit etwas Verspätung oder nicht.

Noch ein Hinweis für Rebecca:
Wenn du mit deiner Tochter nicht zurecht kommst, liegt das daran, dass dieses Kind nun einmal realer ist als du. SIE IST ganz und gar im Heute, Du nicht. Das macht sie dir immer wieder deutlich und deshalb stört sie dich. Du bist nicht egoistisch GEWORDEN, wie du schreibst, sondern du BIST durch und durch egoistisch. Das macht das Kind dir ebenfalls deutlich, deshalb lehnst du es ab. Natürlich ist ihre Fettschicht ein Polster gegen deine Kälte, was denkst denn du?!

Rebecca, wir haben jetzt keine Zeit mehr, die alten Spiele von vorne zu beginnen. Du warst schon einmal wesentlich weiter gewesen als heute und hast dich zurückfallen lassen. Willst du denn unbedingt wieder zurück? Dann geh – ich prophezeie dir allerdings, dass du dort nur verlassene Stätten vorfinden wirst, wo einmal deine Welt gewesen ist. SOWEIT bist du nämlich SCHON gekommen! Du bist mit anderen Worten in einer schwierigen Situation. Du hast die Wahl, entweder ohne mich zurückzugehen oder mit mir voranzuschreiten. Wenn du dich aber nicht bald einmal entscheidest, wird es zu spät sein! Du bist nicht „auserwählt“ wie du schreibst, sondern ausGEwählt! Das ist ein enormer Unterschied. Ich hätte Arbeit für dich – aber nur wenn du wie auch suchst!

22.03.1986 (abends)
Monika:
Wir haben eben das Haus in St. Thurien besichtigt. Danach war mir übel und ich empfand Grauen. Doch haben meine Augen nur ein heruntergekommenes Haus gesehen und einen Mann, der mir unsympathisch war. Weshalb reagiere ich so stark und worauf?

Ich könnte mir nicht vorstellen, in solche einem Haus zu leben. Beengt und ohne privaten Garten. Doch ich habe Angst, dass du genau das von mir willst. Ja dazu zu sagen, so zu wohnen, und irgendwie deine Arbeit zu tun. Ich stelle deine Aufgaben an die erste Stelle, doch wenn du von mir erwartest in einem solchen Haus zu wohnen, dann bitte ich dich, mir das zu sagen. Alleine würde ich so einen Schritt nicht tun können.

Nein, das verlange ich nicht von dir. Es ging tatsächlich, wie Jörg schon ganz richtig vermutet hat, darum, ihm zu zeigen, dass es auch Häuser solcher Größenordnung sehr wohl zu mieten gibt. Und meine Botschaft scheint ja bei ihm auch gut angekommen zu sein.

Für euch sieht die Sache zur Zeit so aus: Es gibt gute und kraftvolle Orte, an denen Häuser stehen. Und wenn ihr einen solchen Ort findet, werdet ihr es spüren und euch entscheiden können, selbst wenn das Haus einen heruntergekommenen Eindruck machen würde. Und es gibt gute und ordentliche Häuser, die an weniger bedeutenden Punkten stehen. Beides ist gut.

Das Haus heute war weder noch. Im Gegenteil: Es war stark belastet mit sehr unguten Schwingungen. Und du wärst nicht Monika, wenn dir das entgangen wäre. Außerdem hast du aber auch Angst gehabt: Die Umstände, die zu diesem Haus geführt haben, schienen ja schon ganz besondere gewesen zu sein, und du hattest gewaltige Angst, ich könnte auf diesem Haus bestehen.

Ich erwarte von euch, dass ihr jetzt mit meiner Arbeit anfangt, und ich möchte, dass ihr euch sobald wie möglich ein geeignetes Haus sucht. Vorerst bestehe ich auf keinem bestimmten. Es mag aber sein, dass sich das ändert. Derzeit könnt und sollt ihr noch selber entscheiden, und ich bin nicht so grausam von dir ein Opfer dieser Art zu verlangen. Von dir verlange ich keine Opfer, denn deine Bereitschaft mir zu folgen kenne ich und erkenne sie an. Ich brauche keine Treuebeweise von dir.

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