Dialog 98

Ich habe stets gesagt, dass du den freien Willen hast, deinen eigenen Weg zu gehen, oder zumindest das, was du dafür hältst. Das gilt natürlich auch jetzt. Also, wie willst du dich entscheiden?

Dialog 98, 24.03.1986

Monika:
Jörg und ich haben eben versucht, unser mögliches Arbeitsgebiet zu definieren. Ich habe das Gefühl, das alles stimmt so nicht, kann aber nicht sagen warum. Ich fühle mich traurig und mutlos. Solch ein Informationszentrum könnte JEDER machen, WIR sollten mehr schaffen mit unseren speziellen Möglichkeiten. Das kommt mir vor wie Verschwendung.

Es wäre weniger Verschwendung als eine Überforderung, denn das Paket, dass ihr euch da aufladen wollt, könntet ihr zu dritt unmöglich tragen. Das setzt eine gut funktionierende Gemeinschaft mit mehr Mitgliedern und einem eingearbeiteten Büro voraus. Mit anderen Worten: die Sache hat noch nicht euren spezifischen Zuschnitt. Aber ihr habt ja auch gerade erst angefangen, diese Dinge zu Papier zu bringen, das heißt sie auszuarbeiten.

Rebecca:
Bitte vergib mir. Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich fast alle deine Anweisungen nicht befolgt habe und dich nie richtig ernst genommen habe. Deine Warnung hat wahnsinnige Angst in mir ausgelöst. Ich WILL nicht zurückgehen.

Warum merke ich nicht, wenn ich in altes Verhalten zurückfalle? Ich habe dich und die anderen nicht absichtlich getäuscht. Ich werde jetzt meine ganze Kraft in die Gemeinschaft setzen und mich jeden Tag neu für dich entscheiden.

Du sollst dich aber nicht jeden Tag neu für mich entscheiden. Einmal genügt völlig. Warum plusterst du dich bloß immer wieder so auf? Und du sollst auch nicht „deine ganze Kraft in die Gemeinschaft stecken“, das sind leere Worte. Und dass du nicht „merkst, wenn du in alte Verhaltensweisen zurückfällst“ liegt daran, dass du deine alten Verhaltensweisen praktisch noch nie wirklich aufgegeben hast. Du bist allenfalls hier und da einmal in neue Verhaltensweisen hineingefallen! So herum steht die Sache bei dir!

Eine kritische Phase, in der du dich jetzt gerade befindest, denn jetzt würde wirklich vereinte Energie dringend benötigt, um das Haus zu finden! Stattdessen flatterst du wie ein aufgeregtes Küken durch die Gegend, das Schutz unter den Fittichen seiner Mutter sucht.

23.03.1986 (mittags)
Monika:
Wir sind, wie du sagst (und wie wir alle wissen) noch zu „jung“, um eigene Workshops geben zu können. Aber wir könnten den Raum schaffen, dass solche Workshops in der Bretagne stattfinden können! Wir könnten also „Gast-Focalizer“ aus anderen Zentren einladen, bei uns Workshops zu geben, könnten Tourneen organisieren (Les temps nouveaux – Terre Nouvelle – Greuthof usw.) und auf diese Weise im Netzwerk des Lichtes wirken, bis die Gemeinschaft daran gewachsen ist und vielleicht selber durch eigene Veranstaltungen zusätzliche Beiträge leisten kann.

Mit dieser Idee seid ihr sehr nahe an der „Mitte“! Ein sehr guter Gedanke, der mir gefällt. Ein solches Vorgehen ist eurer Situation sehr viel angemessener als eure bisherigen Pläne, denn alles, was ihr bisher wolltet, waren sehr ehrgeizige Vorhaben. Räume, die ihr nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten hättet ausfüllen können. Jetzt entwickelt einmal diesen Gedanken zu Ende und legt mir eure Ideen vor. Mich dabei einzuplanen ist nicht ausgeschlossen.

Monika:
Arkan-Schule: Esoterische Studien. (Anmerkung Monika: Die Arkan-Schule ist eine der „alten“ esoterischen Schulen, die die „Geheimlehre“ allgemein und speziell die Sichtweise von Alice Bailey lehrt.) Gehört diese Schule zur
alten oder zur Neuen Zeit? Sie interessiert mich, doch bin ich mir unsicher, ob diese Art Dinge zu erklären zeitlos oder überholt ist.

Sie ist einerseits zeitlos, andererseits ist sie überholt. Esoterische Betrachtungsweisen enthalten viel zeitlos Gültiges, aber als Mittel die Welt zu erklären, sind sie überholt. Ihre Zeit ist vorüber und man bedarf ihrer heute nicht unbedingt mehr.

Das Neue Zeitalter hat ganz andere Wege beschritten und wird ganz andere Wege gehen. Es bedarf keines langwierigen trockenen Studiums mehr, um auf diesen Wegen voranschreiten zu können. Das Neue Zeitalter ist Liebe und die Kinder dieses Neuen Zeitalters sind offene Kelche, in die Liebe fließen kann. Die Welt wird nicht gerettet durch verstaubtes Wissen, das die Köpfe nicht verlassen hat, sondern einzig durch Liebe.

Deshalb sind diese Studien von ihrem Wert her natürlich nicht weniger wichtig, aber man bedarf ihrer heute nicht mehr, um das Neue Zeitalter Wirklichkeit werden zu lassen.

Rebecca:
Ich suche verzweifelt Halt. Und du gibst mir keinen. Alle meine Bemühungen, deinen Anweisungen zu gehorchen, schlägst du in den Wind. Jetzt habe ich überhaupt keine Lust mehr zu gehorchen und fühle mich wie ein trotziges Kind, das am liebsten das Gegenteil machen würde von all dem, was von ihm verlangt wird.

Wie wir so allerdings das Haus finden sollen, weiß der Himmel. Aber ich weiß wirklich nicht, wo ich die Energie her holen soll, die du von mir verlangst. Ich fühle mich sehr respektlos. Du hast einmal ausdrücklich Respekt von mir verlangt, aber nicht einmal den kann ich mehr aufbringen.

Alles, was ich von dir verlange ist, dass du damit beginnst, du selbst zu sein. Natürlich ist das viel verlangt, aber was erwartest du? Ich habe dir Dutzende von Hinweisen gegeben, wie du auf diesem Weg weiterkommen kannst, aber du nimmst das wenigste davon an. Was seid ihr Menschen doch für seltsame Geschöpfe!

Wenn du jetzt lieber trotzig sein möchtest, dann werde ich dich daran gewiss nicht hindern. Allerdings: Der „Himmel weiß“, dass ihr das Haus dann nicht finden werdet.

Der Respekt, den ich von dir verlange, ist nicht der Respekt der Alten vor dem Gott der Kirchen und Tempel, sondern es ist der Respekt vor dem göttlichen Plan, der allem Lebenden zugrunde liegt und die tiefe innere Hinwendung zu den Gesetzen der Liebe, auch wenn du das noch nicht verstehst.

Von dir verlange ich deshalb nur: Innere Aufrichtigkeit zu dir selber. Diese Aufrichtigkeit macht keine großen Worte. Sie ist so einfach und so überzeugend, dass sie das gar nicht nötig hat. Du dagegen treibst einen gewaltigen Aufwand, um die Welt davon abzulenken, wer du selber eigentlich bist. Das nimmt dich so in Anspruch, dass du nichts anderes mehr siehst und hörst.

Wenn du wirklich meinen Weg gehen wolltest, würdest du das in ganz einfachen und schlichten Worten sagen können., Aber diese Worte würden glitzern und blinken vor Leben, wenn es dir gut geht und du dich selber spürst. Und sie würden einfach und traurig sein, wenn du dich schlecht fühlst.

Diese Zustände hast du immer wieder einmal gehabt und es waren echte Chancen gewesen weiterzukommen, aber du hast den Faden immer wieder losgelassen. Ich habe stets gesagt, dass du den freien Willen hast, deinen eigenen Weg zu gehen, oder zumindest das, was du dafür hältst. Das gilt natürlich auch jetzt. Also, wie willst du dich entscheiden?

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Schreibe einen Kommentar