Sich führen lassen: Ein Bericht

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Der Umzug nach Berlin liegt hinter mir und bis auf wenige Kisten ist alles ausgepackt und schon recht wohnlich.

Heute möchte ich euch daran teilhaben lassen, wie ich zu dieser Wohnung geführt wurde. Vor gut zwei Jahren verschlechterte sich meine Muskelerkrankung, unter der ich seit 15 Jahren leide, in einem immer schnelleren Rhythmus. Die ersten 10 Jahre beeinträchtige sie meinen Alltag kaum, aber ab 2010 gab es Veränderungen und im Jahr 2013 war es abzusehen, dass ich bald eine barrierefreie Wohnung benötigen würde, da es immer schwieriger für mich wurde Treppen zu steigen.

Mir war klar, ich wollte nach Berlin, da mein Bruder dort lebt und auch mein Sohn. Außerdem war mir eine gute Infrastruktur wichtig. Ich weiß nicht, was alles auf mich zukommen wird, aber ich wollte auf alles vorbereitet sein. Nun ist es nicht einfach in Berlin eine bezahlbare Wohnung zu finden, und ich hatte gewisse Vorstellungen, was die Größe betrifft und die Anzahl der Zimmer, mal abgesehen davon, dass sie barrierefrei sein musste. Dazu wusste ich überhaupt nicht, wie ich es anstellen sollte vom Spessart aus eine Wohnung zu suchen. Alle Informationen die ich erhielt, machten mir nicht gerade Mut, im Gegenteil, ich wurde von Tag zu Tag ratloser und fühlte mich absolut hilflos und ausgeliefert. Ich mag es nicht, wenn ich die Kontrolle verliere. Und es fällt mir sehr schwer Hilfe anzunehmen. Ohne Hilfe würde ich es aber nicht schaffen, weder finanziell noch körperlich. Mein Bruder und mein Sohn boten mir zwar ihre Hilfe an, aber da ich nichts unternahm, hatten sie wohl das Gefühl, dass es mir mit Berlin nicht ernst war.

Ich erstarrte immer mehr und meine Verzweiflung wuchs. Ich wusste nicht weiter. Außerdem hatte ich typische Symptome einer Depression. Aus Erfahrung wusste ich, dass Psychopharmaka helfen konnte, aus der Erstarrung zu finden und handlungsfähig zu werden. Die Zeit drängte, denn ich schaffte die Treppe zu meiner Wohnung kaum noch. In Absprache mit meinem Neurologen, begann ich mit der Einnahme mit einem Antidepressivum. Und nach ein paar Wochen hellte sich meine Stimmung spürbar auf, ich war wieder hoffnungsvoll. Ich fing an, in meinen morgendlichen Einstimmungen Gott um Hilfe zu bitten und ließ dabei Schritt für Schritt von allen Vorstellungen los.

Dieses loslassen von Vorstellungen ist eine Voraussetzung dafür, dass Hilfe als solche überhaupt erkannt wird. Jedenfalls, kaum hatte ich losgelassen bot mir mein Bruder an, die Kosten eines Komplett- Umzugs zu übernehmen. Und ergab sich, dass ich ein Gespräch mit einer befreundeten Astrologin aus Berlin führte, um meine Handlungsunfähig und Mutlosigkeit astrologisch zu untersuchen und zu bearbeiten. Während des Gesprächs kamen wir auch auf meine Erkrankung und Wohnungssuche. Sie kannte eine Wohnanlage, die aus barrierefreien kleinen Wohnungen bestand, in der ältere und gehbehinderte Menschen lebten und wo öfter mal eine Wohnung frei wurde, die zudem durch Fördermittel noch bezahlbar war.

Sie hatte dort einen Verwandten untergebracht gehabt und stellte für mich einen Kontakt her. Außerdem schickte sie mir Bilder von der Wohnung. Noch vor wenigen Monaten hätte ich eine Ein-Zimmer-Wohnung weit von mir gewiesen. Doch ich hatte losgelassen und an Gott übergeben. Und so „wusste“ ich, dass ich jetzt eine Wohnung finden würde. Ich nahm Kontakt zu der Hausverwaltung auf und bekam sofort die nächste freie Wohnung angeboten. Und als diese dann frei wurde, bekam ich ohne Aufwand einen Mietvertrag. Ich hatte nur Bilder gesehen und sagte zu, da ich wusste, dass ich zu dieser Wohnung geführt worden war. Ich war voller Vertrauen. Und ich konnte die Hilfe annehmen, die von vielen Menschen kam. Mein Bruder besichtigte die Wohnung und erledigte die Wohnungsübergabe. Mein Sohn kam aus Berlin, um mit mir die Wohnung zu reinigen und zu übergeben und chauffierte mich dann nach Berlin. Am Umzugstag nahmen mein Bruder und eine liebe Freundin, das Umzugsgut in Empfang und versorgten die Helfer. Auch nach dem Umzug halfen mir mein Bruder und mein Sohn beim Auspacken, schufen Stauraum und machten Einbauten.

Als ich die Wohnung zum ersten Mal betrat, fühlte ich mich sofort wohl, trotz sich stapelnder Kisten und Chaos. Sie ist klein, aber kuschelig und hat doch Weite. Ich fühle mich reich beschenkt. Danke!

So ist es, wenn man losgelassen hat und sich führen lässt.

Den nächsten Dialog gibt es in ein paar Tagen.

Dialog 350 – Sorgen an Gott übergeben

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Befreie dich, in dem du alles Schwere mir übergibst.

Sorgen an Gott übergeben

Dialog 350 – Juni 1988

Wir hatten den Eindruck, finanziell keinen Schritt von der Stelle zu kommen, egal wie sehr wir uns anstrengten. Bei Jörg löste der finanzielle Druck eine schöpferische Blockade aus, zumindest dann, wenn er an seinen eigenen Schreibprojekten arbeitete, also nicht für einen Auftraggeber. Wir fragten uns, wann wir endlich lernen würden, all diese Sorgen an Gott zu übergeben. Unsere Gebete halfen jeweils nur kurz, der Druck und die Angst kamen immer wieder. Wir sehnten uns nach finanzieller Freiheit.

Alles hängt miteinander zusammen und ist eng verknüpft. Es beginnt bei mir und endet bei mir. Mir alles zu übergeben wäre wirkliche Freiheit. Was du mit finanzieller Freiheit meinst, ist nur eine eingebildete, eine Illusion. Die existiert nicht. Umgekehrt kann es funktionieren: Befreie dich, in dem du alles Schwere mir übergibst. Dann hast du die Leichtigkeit beispielsweise gut zu schreiben, ob werblich oder literarisch, und dann stimmt es auch wieder finanziell.

Auch das viele aussichtsreiche Sachen nicht näherkommen wollen hat diesen Grund. Du ziehst sie nicht an, im Gegenteil, da ist sogar etwas in dir, das weist sie zurück.

Wie man es anfängt seine Sorgen mir zu übergeben – das muss jeder selbst herausfinden. Dazu gibt es keinen anderen Rat als den, es immer wieder zu versuchen.

All deine Sehnsüchte nach materiellem Besitz sind nichts anderes als Einflüsterungen, die dir nicht gut tun – euch beiden nicht. Ich stehe lediglich mit leeren Händen da, das ist richtig. Ich biete euch keine Reichtümer an, damit ihr zu mir kommt, sondern nur meine offenen Arme. Wenn ihr die aber gefunden habt, dann wird es keinen Mangel mehr geben. Das ist das ewig Paradoxe, das man verstehen muss, wenn man spirituell wirklich reifen will. Ich verspreche nichts und habe doch alles zu geben, während „die andere Seite“ euch viel verspricht, aber in Wahrheit nichts zu geben hat, sie tut nur so.

Konkret rate ich euch folgendes:
Beten muss man natürlich auch lernen und je öfter ihr es versucht, umso größer ist die Chance, dass ihr es schafft innerlich zu euch selbst und damit zu mir zu kommen.
Nicht zu beten ist jedenfalls keine Lösung. Bittet mich, euch die Last abzunehmen. Das ist alles was ihr tun könnt, müsst und sollt. Ich bin bereit, aber ihr müsst mir eure Sorgen auch übergeben, müsst loslassen. Und dazu wiederum müsst ihr beten.

 

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Dialog 265

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An der Südküste der Bretagne

Loslassen heißt nicht, blinden Vertrauens in einen Abgrund zu springen. Das wäre Torheit. Richtig gehandelt wird, wenn eine Entscheidung in innerem Frieden getroffen wird und vor allem, wenn sie innerlich „einstimmig“ war. Es gibt so viele „innere Stimmen“ und nicht alle raten zum Guten.

Dialog 265 – 07.05.1987

Jörg:
Heute Morgen kam mir plötzlich in den Sinn, nicht nach C. auf den Markt zu fahren. Mit diesem Gedanken fühlte ich mich eine Weile sehr einverstanden. Plötzlich meldete sich aber ein enorm heftiges Gefühl, welches das Gegenteil verlangte. Es war so stark, dass ich überhaupt nicht anders konnte, als auf den Markt zu fahren. Das Ergebnis war: Null Einnahmen und unnötige Unkosten. Ich begreife das nicht und bin mir total unsicher, wie weit ich meinen Gefühlen trauen kann und soll.

Außerdem bin ich total niedergeschlagen wegen des Ergebnisses. Ich habe inzwischen das Gefühl, mich auf einem sinkenden Schiff zu befinden. Bitte sage mir, was da los war heute Morgen und überhaupt.

Heute Morgen war der Fall eindeutig: Du hast dich einerseits ganz richtig verhalten, indem du auf das stärkere von deinen Gefühlen gehört hast. Andererseits aber auch wieder nicht: Bei etwas mehr Besinnung oder Übung in diesen Dingen hättest du merken können, dass das stärkere Gefühl nichts anderes gewesen ist, als die Stimme deiner Angst. Sieh dir mal den zweiten Teil deiner Frage an: Du leidest unter der finanziellen Krise, durch die ihr hindurch müsst, und du willst das Ruder ständig herumwerfen. Immer wieder träumst du von fantastischen Umsätzen, die du dir vom Sommer versprichst, und du meinst, der Sommer könnte doch schon langsam mal angefangen haben.

Sei vorsichtig mit diesen Hoffnungen. Du wirst zwar auf manchen Märkten an manchen Tagen schöne Umsätze machen, aber vergiss nicht, dass das auch höhere Kosten mit sich bringt. Die Lösung liegt auch im Sommergeschäft nicht, wenngleich nichts dagegen spricht es nach Kräften zu nutzen.

Die Lösung liegt in dem, was ich euch schon geraten habe: In der richtigen Verteilung eurer Energien. Darin, Dinge zu tun, die Kraft bringen, nicht Kraft kosten. Der heutige Tag muss dir das doch deutlich gezeigt haben. Das finanzielle Ergebnis war Null. Auf der Soll-Seite stehen aber angeschlagene Nerven, Mutlosigkeit, Trauer, verstärkte Angstgefühle und außerdem nicht erledigte Arbeiten, die auf dich gewartet haben.

Hast du nicht gestern Abend gespürt, wie viel Kraft dir das Land noch immer geben kann? Welchen Gewinn hättest du aus einem Vormittag auf dem Land ziehen können! Von den Unkosten, die dieses blinde Vertrauen in die Einflüsterungen deiner Angst gemacht hat, ganz zu schweigen.

Ich habe dir geraten, jeden Morgen intuitiv zu entscheiden, ob du einen Markt machen willst oder nicht. Heute Morgen hatte die richtige Stimme dir das Richtige geraten. Merke: Die erste Eingebung ist meistens die richtige!

Zum sinkenden Schiff einmal ganz grundsätzlich: Es sinkt nicht! Nur den Kurs kannst du zurzeit nicht bestimmen. Du kennst ihn nicht einmal. DAS macht dir Angst. Letztes Jahr habt ihr voller Vertrauen in eure Entscheidung Markt gemacht. Etwas anderes wäre euch gar nicht in den Sinn gekommen und wenig hätte ich erreicht, wenn ich euch davon abgeraten hätte. Jetzt wisst ihr inzwischen, dass der Markt – jedenfalls so wie ihr ihn gestaltet habt – eure Zukunft nicht sein kann. Deshalb seid ihr offen für das, was sich anbietet. Das könnt ihr aber nur, wenn ihr eure Kräfte richtig verteilt.

Voller Angst um die Sous auf die Märkte zu rennen und sich dort seelisch fertig machen zu lassen, ist mit Sicherheit nicht die Lösung. Arbeitet, wenn dein Gefühl sich an einem Tag gegen das Marktmachen ausgesprochen hat, auf dem Land, in eurem Garten oder im Haus. Oder tut etwas anderes, wenn ihr dazu eine Neigung verspürt. In jedem Fall wird euch das stärken und das macht euch offen und empfangsbereit, wenn „die Lösung kommt“.

Entscheid von nun an jeden Morgen neu, ob du fahren willst oder nicht und versuche, die ERSTE Eingebung zu erspüren, bevor alle Seiten von dir anfangen auf dich einzureden.

Das Boot sinkt nicht, aber das muss natürlich nicht heißen, dass alles schön gemütlich nach deinem Wunsch geht. Indem du dich auf mich eingelassen hast, hast du das Abenteuer „Gott“ gewählt. Dann musst du dich aber auch wirklich auf mich einlassen und nicht ständig versuchen, die Dinge alleine meistern zu wollen. Ich will gewiss nicht, dass es euch schlecht geht, aber solange ihr mir nicht wirklich vertraut, kann es euch natürlich auch nicht gut gehen.

Immer wenn dieser Satz kommt weiß ich, dass er natürlich stimmt. Aber ich weiß nie, was ich nun tatsächlich dazu tun kann!? Soll ich denn mit allen Märkten aufhören und nur noch auf dem Land arbeiten?

Rät dir deine innere Stimme das zu tun?

Nein. Sie rät mir, wie du schon sagtest, behutsam mit den Märkten fortzufahren, abzuwarten und Kräfte zu sammeln.

Eben. Loslassen heißt nicht, blinden Vertrauens in einen Abgrund zu springen. Das wäre Torheit. Richtig gehandelt wird, wenn eine Entscheidung in innerem Frieden getroffen wird und vor allem, wenn sie innerlich „einstimmig“ war. Es gibt so viele „innere Stimmen“ und nicht alle raten zum Guten.

Vertrauen in mich zeigst du, wenn du keine Angst mehr empfindest. Wenn du dich ängstigst, vertraust du mir nicht.

Wenn du sicher sein willst, finanziell immer abgesichert zu sein, dann hättest du in Deutschland bei deinem Job bleiben müssen. Auf jeden Fall hättest du niemals Markt machen dürfen. Wenn du dir sicher sein willst, dass deine übrige materielle Welt immer schön unerschütterlich dasteht, so wie sich das der Kleinbürger wünscht, der das Risiko scheut, dann musst du schleunigst einen anderen Weg eingeschlagen: Mich verlassen und die Augen nach sicheren Existenzmöglichkeiten aufhalten.

Ich sage dir: Wenn du materielle Sicherheit als das höhere Gut betrachtest, kannst du nicht an mich glauben. Wer aber an mich glaubt, den kann ich reich beschenken – auch mit materiellen Gütern.

Manchmal denke ich mir: Wenn ich alleine wäre, hätte ich weniger Sorgen darum, meine materielle Welt abzusichern. So aber quält mich immer die Sorge um die Familie, für die ich mich verantwortlich fühle.

Das redest du dir ein. Alleine wärst du nie dahin gekommen, wo du jetzt bist (Monika allerdings auch nicht). Deine Verantwortung der Familie gegenüber verlangt von dir: LOSZULASSEN von deinen kleinbürgerlichen Idealen! Du kannst nicht zwei Welten mit beiden Armen festhalten wollen. Rechts die Welt der materiellen Sicherheiten, die „alte“ Welt, links die der geistigen Ideale. Wärest du materiell abgesichert, du würdest zu schlimmsten Kleinbürger verkümmern oder sonst irgendwie untergehen. In jedem Fall aber würdest du ich schon nach allerkürzester Zeit schrecklich langweilen, denn es ist deine Sache nicht, ein solches Leben zu leben. Dazu bist du nicht auf der Welt.

Du hast andere Aufgaben zu erfüllen und du stehst noch immer an deinem inneren Wendepunkt, gehst vor und zurück, bist mutig und hast dann wieder Angst vor der eigenen Courage. So wirst du aber nicht weit kommen.

Vertraue mir! Geh auf den Markt, wenn es das ist, was du morgens wirklich willst. Und widme dich anderen Arbeiten, wenn deine innere Stimme dir vom Markt abrät. Ob draußen die Sonne scheint oder gerade der Monatserste ist oder ob sonst ein sachlicher Grund für oder gegen einen Markt zu sprechen scheint, das solltest du möglichst außer Betracht lassen. Du musst es innerlich wollen, dann ist der Tag gut verbracht.

Großes leisten kannst du nur, wenn dein Geist sich frei entfalten kann. Dazu musst du aber den Käfig deiner kleinbürgerlichen Ideale öffnen, musst die Hüllen von Angst und Zweifel abwerfen, die ihn noch immer umschatten. Großes leisten kann nur der Geist. Vergiss das nicht!

Rede dir nicht ein, du habest Verantwortung für „deine“ Familie zu tragen. Auch das ist kleinbürgerlicher Unsinn. Die Familie besteht aus drei eigenverantwortlichen, großartigen Menschen. Du bist nicht für Monika verantwortlich und für Florian nur insoweit, als dass er als Kind noch nicht für sich selbst sorgen kann. Jeder von euch ist aber verantwortlich dafür – und zwar mir gegenüber – dass er alles tut, um seinen Geist freie Entfaltung zu ermöglichen. Das ist eine der Möglichkeiten, für die ihr mit eurem Abbruch in Deutschland den Grundstein gelegt habt.

Übrigens: Vergesst nie, dass ihr alle Möglichkeiten der Wahl habt. Niemals habe ich gesagt, dass ihr nur in Frankreich oder nur in der Bretagne zu euren Zielen kommen werdet. Fühlt euch nicht etwa an irgendetwas gebunden, wenn etwas euch sagt, dass es an der Zeit ist, etwas anderes zu wagen. Ich weiß, das hört sich geheimnisvoll an, soll es aber gar nicht sein. Ich wollte das nur noch einmal in Erinnerung gerufen habe.

Tatsächlich aber ist es jetzt nicht mehr so sehr eine praktische Entscheidung, die die Dinge in Fluss bringt, sondern die Freiheit, die ihr eurem Geiste lasst.

Dialog 258

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Es ist alles ganz einfach und dennoch fast unlösbar für einen Menschen. Das ist das Paradoxe, das scheinbar Paradoxe. Wer einmal losgelassen hat und in meine Hände gesunken ist, der wird nie begreifen, wieso er solange festgeklammert hat. Er wird auf diese Phase seines Lebens mit Verwunderung und mit Belustigung zurückblicken, während er mit großen Schritten voranschreitet.

Dialog 258 – 07.02.1987

Darf ich mit einer Frage zu dir kommen?

Warum schreibst du die Antwort nicht hin, die du eben bekommen hast?

Wie ich mir nicht sicher bin, sie richtig verstanden zu haben. Denn ich habe sowohl ein Ja wie auch ein Nein gehört.

Das ist die Antwort. Du darfst mit allen Fragen zu mir kommen, aber es ist eigentlich noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür gekommen. Ihr seid noch nicht wirklich bereit für mich. Deshalb steht es zu befürchten, dass ihr die Antwort entweder gar nicht oder nur zum Teil verstehen werdet.

Ebenso mag es S. ergehen. Merke: Ich bin nicht euer persönlicher Gott und sie hat keinen Grund, einen Dritten zu bitten mich etwas zu fragen. Sie sollte es selbst versuchen, wenn sie wirklich Kontakt zu mir haben will.

Ich weiß, es ist ja soviel bequemer, wen da jemand ist, der es aufschreibt. Vor allem nimmt einem das die eigene Verantwortung, selbst den Weg zu mir zu finden. Aber wieviel vollgeschriebenes Papier zu nützen vermag, das habt ihr doch bei euch selber gesehen. Hunderte und aberhunderte von Seiten habe ich diktiert, wahre Schätze habe ich euch in die Hände gelegt – und ihr habt nichts daraus gemacht.

Nichts daraus machen können. Ich mache euch keinen Vorwurf. Es hat alles seinen Sinn in meinem Plan. Ich habe euch angerührt und ihr seid ein wenig wacher geworden. Jetzt möchte ich erreichen, dass IHR mich wollt, anstatt dass ich ständig händeringend hinter euch herlaufen muss. Das ist sozusagen der 2. Schritt, nachdem wir den ersten gemeinsam gegangen sind.

Wenn ihr mich wieder gefunden habt, können wir zusammen den 3. Schritt tun: Ihr werdet meine Führung wieder regelmäßig bekommen. Mit dem Unterschied allerdings, dass ihr die Botschaften auch verstehen und vor allem werdet ihr sie umsetzen können!

Die Schwierigkeiten die ihr erlebt sind die Schwierigkeiten aller Menschen, die ihren Weg zu mir suchen. Kein wirklich Suchender kommt an dieser Phase vorbei. Keiner! Ihr könnt es euch etwa so vorstellen: Ihr seid wie Radios, die auf einer bestimmten Frequenz empfangen können, für andere Frequenzen aber zunächst nicht erreichbar sind. Solange ich auf eurer Frequenz „sende“, so wie jetzt gerade, könnt ihr mich gut verstehen. Sobald ich aber eine „göttliche“ Frequenz ansteuere, empfangt ihr nur noch „Wellensalat“, wenn überhaupt.

Ich muss meinen Sender und ihr müsst mit mir langsam und sehr sorgfältig euren Empfänger auf meine Frequenz umstellen. Das ist der berühmte Einweihungsweg, den alle Suchenden gehen müssen, und es gibt unzählige Möglichkeiten ihn zu beschreiten. Regelmäßiges Beten ist dabei nur eine Übung und beinahe die unwichtigste, wenn sonst nichts getan wird. Das Leben muss sich ändern, das ist das Entscheidende.

Da man das aber nicht freiwillig tut – niemand vermag das – geschieht es oft unter dem Druck der Ereignisse. Und je angstvoller man an seiner alten Identität klebt, um so schmerzhafter ist das Losreißen. Bei euch steht das Losreißen an. Und alles was ich zur Zeit tue ist eigentlich nur, dass ich euch hier und da einmal ein bisschen am Bein zupfe, um zu sehen, ob ihr schon lockerer gelassen habt.

Wenn ihr also einen Orientierungspunkt braucht, um zu wissen, wo ihr euch genau befindet: Ihr seid am Ende des zweiten Schrittes, aber in der schwierigsten Phase. Jetzt tut das Leben auf einmal weh! Ich weiß das und verstehe euch gut. Nein, einen Vorwurf mache ich niemandem und auch ihr solltet euch keinen machen.

Es ist alles ganz einfach und dennoch fast unlösbar für einen Menschen. Das ist das Paradoxe, das scheinbar Paradoxe. Wer einmal losgelassen hat und in meine Hände gesunken ist, der wird nie begreifen, wieso er solange festgeklammert hat. Er wird auf diese Phase seines Lebens mit Verwunderung und mit Belustigung zurückblicken, während er mit großen Schritten voranschreitet.

Wer aber noch vor diesem Punkt steht, wessen Finger sich noch angstvoll in die schroffe Felswand krallen, die er nicht loslassen will, weil er Angst hat sonst in das Nichts zu fallen, der kann das alles nicht verstehen. Und genau das ist eure Situation, auch wenn euch das nicht gefällt und vielleicht meint schon viel weiter zu sein. Ihr krallt euch in der Felswand fest und wollt nicht loslassen. Doch diesen Schritt kann ich euch nicht abnehmen, und wenn du tage- und nächtelang Botschaften aufnehmen würdest. Deshalb habe ich mich „zurückgezogen“. Doch ich bin immer bei euch. Immer. Ich verfolge jeden eurer Schritte und warte gespannt auf eure Entscheidung. Denn sobald ihr euch fallen lasst, bin ich da, um euch aufzufangen.

Jetzt wollt ihr natürlich wissen, was ihr tun sollt, um loslassen zu können beziehungsweise wie das Auffangen im Einzelnen vor sich gehen wird. Aber ich sage Euch noch einmal: DAS müsst ihr selber herausfinden. Gerade das kann ich euch nicht sagen! Denn genau darin besteht ja die Leistung.

Zurzeit haben wir also das Problem mit dem Senderempfang. Während wir den ersten Schritt gemeinsam gegangen sind, habe ich so zu euch gesprochen, dass ihr mich in eurer Sprache gut verstehen konntet. Und ich habe versucht, erste Einstellungen an eurem Empfänger vorzunehmen, damit ihr auch meine Frequenz empfangen könnt. Das hat die erwarteten Schwierigkeiten gebracht, ihr habt euch taub gestellt. Nun ist es an euch an den Knöpfen des Radios zu drehen und mich zu suchen.

Bevor dies gelungen ist, haben meine Botschaften wenig Zweck, denn ich kann nicht mehr auf der alten Welle senden. Das haben wir hinter uns und ich tue es heute nur ausnahmsweise. Ihr seid schon weiter als ihr ahnt. Wir verschwenden unsere Zeit, wenn wir auf die alte Weise noch miteinander kommunizieren wollen.

Zu S. sage ich noch persönlich (gilt aber auch für euch): Wer Angst hat zeigt darin zwar einerseits Zweifel an mir. Zugleich aber lebt er auch immer auf einen sehr wichtigen Punkt in seiner Weiterentwicklung zu: Angst mag anfangs lähmen, aber dann zwingt sie zum Handeln, so dass diese Augenblicke, die du jetzt erlebst, in Wahrheit die wichtigsten sind und die wertvollsten. Du näherst dich zumindest der Chance, eine Veränderung einleiten zu können. Ob du sie begreifst, diese Chance, das wird sich zeigen. Aber sie kommt auf dich zu.

Diese Veränderung kann entweder „nur“ innerlich stattfinden (in Wahrheit geschieht alles innerlich und nichts findet auf der äußeren Ebene wirklich statt, aber das könnt ihr noch nicht sehen), sie kann aber auch von äußeren Umständen begleitet sein, die sich äußerst wichtig machen und viel Raum für sich einnehmen. Aber Änderungen sind es in jedem Falle und in ihnen liegt eine Chance.

Ich kann dir jetzt nicht sagen, was du tun oder lassen sollst. Denn ich würde dir damit selber die Chance nehmen, die vor dir liegt. Du wirst handeln müssen. Und es gibt etwas in dir, das sehr genau weiß was zu tun ist. Dem musst du Raum geben. Diese Stimme musst du hören lernen, es ist meine. Nicht über das Papier kann ich so zu dir sprechen, dass du mich auch verstehst. Kein Dritter kann meine Botschaften für dich in ihrer ganzen Bedeutung erfassen. Das gelingt bis zu einem gewissen Punkt. Doch sowohl Monika und Jörg als auch du seid über diesen Punkt hinausgewachsen und braucht jetzt die Botschaften aus dem eigenen Inneren.

Es gibt keine bestimmte Handlung, die besser wäre als eine andere, sondern alles ist gleich. Deshalb gibt es nichts zu raten. Ich sage dir nur: Ich steht neben dir und wenn du dich fallen lässt,, wirst du in meine haltenden Hände sinken  von welchen äußeren Bedingungen dieser „Sturz“ aus den Wolken deines menschlichen Unverstandes auch immer begleitet sein wird. Es gilt also auch für dich: Du bist am Zug, nicht ich, und bevor du nicht gezogen hast, kann das Spiel nicht weitergehen. Aber ich bin bei euch, also fürchtet euch nicht.

Dialog 71

Damit es zu diesen Worten kommen konnte, die du mir eben gesagt hast, musstest du einen gewaltigen Schritt gehen und du bist ihn gegangen.

Dialog 71, 24.02.1986

Der Prozess eurer Gruppenfindung und der der Haussuche stehen jetzt in einem direkten Zusammenhang und sind voneinander abhängig. Ihr könnt also bei der Haussuche nicht weiter kommen, als ihr mit euch selber seid. Macht euch das sehr deutlich bewusst, wenn ihr das nächste Mal zusammenkommt.

Wenn ihr etwas bei euch selber übergeht, weil es vielleicht zu unbequem ist, sich damit zu beschäftigen, haltet ihr den gesamten Prozess an. Überlasst ihr euch aber wirklich mit Haut und Haaren diesem Prozess und gebt ihr alles in die Gruppe, was ihr geben könnt, werdet ihr sofort weiter kommen.

Und was ihr geben könnt und müsst sind: Stolz, Angst und alle Gefühle von Ablehnung, in welcher Form sie sich auch bei euch dem anderen gegenüber eingenistet haben. Legt diese Dinge als Opfer auf den Altar und reinigt euch davon, dann wird Raum in euch entstehen, in den die Liebe einfließen kann. Behaltet ihr aber diesen Unrat an irrealen Empfindungen in euch, vertut ihr eure Zeit und eure Chance. Dann ist das Treffen nur eine Farce und bewirkt gar nichts.

Um ein Beispiel zu geben: Wenn du Rebecca ablehnst und sie dabei anlächelst, gerät NICHTS in Bewegung. Ihr müsst einen Weg finden, eure Empfindungen zueinander auf den Tisch zu legen, um sie gemeinsam betrachten zu können. Das erscheint hart und grausam, aber viel härter und grausamer ist es, auf diese Weise weiterzuleben, angefüllt mit negativen Gefühlen, die den Geist in euch beleidigen.

Ihr habt die Pflicht, da durch zu gehen. Tut ihr es nicht, wird die Konsequenz die sein, dass ihr euer Haus nicht findet. Nehmt diese Dinge also ernst!

Wenn ihr eine Einführungsrunde macht, sprecht nicht nur allgemein über eure Empfindungen, als müsstet ihr eine unbedeutende Pflichtübung absolvieren. Geht so tief in euch, wie nur irgend möglich. Stecht den Spaten ganz tief in die Erde eurer Gefühle zueinander und befördert soviel Aushub wie möglich nach draußen, anstatt nur ein bisschen an der Oberfläche herumzukratzen. Sagt also den anderen auch, was ihr in diesem Augenblick von IHNEN denkt und was ihr für sie empfindet – oder nicht empfindet. Holt tief Luft und stürzt euch in dieses Abenteuer. Ihr könnt theoretisch in wenigen Tagen euer Haus haben – oder nie. Ihr habt dieses Haus sichtbar gemacht und zu Papier gebracht, damit es jeder sehen kann. Jetzt macht euch sichtbar und tretet aus dem Schatten heraus.

24.02.1986 (abends)
Monika ist der Meinung, Rebecca sei heute sehr sie selbst gewesen, und sie habe keine „falschen Töne“ herausgehört. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich merke derlei auch viel weniger sensibel als sie. Gegen Monika komme ich mir manchmal vor wie ein Hackklotz. Dabei habe ich mich immer für sehr gefühlvoll gehalten.

Du und gefühlvoll? Du kannst ein Eisberg sein, wenn es um beziehungsweise gegen deine Interessen geht. Monika hat in dieser Hinsicht ein viel feineres Instrument zur Hand als du und sie macht nicht gleich „zu“, so wie du es tust, wenn sich etwas gegen dich zu verkehren scheint.

Deshalb habe ich sie ja auch für die Aufgabe der Gruppenleiterin ausgewählt. Trotzdem möchte ich, dass sie diese Aufgabe für die nächste Sitzung einmal abgibt. Ich will, das Rebecca die Leitung der Gruppe für den nächsten Abend übernimmt.

Wir haben uns über den heutigen Abend unsere Gedanken gemacht. Nach unserer Meinung hat sich Rebecca bisher weder für dich noch für die Gruppe entschieden. Andererseits fragen wir uns, ob wir uns bisher eigentlich schon für Rebecca entschieden haben? Schaffen wir also vielleicht selber ein Klima, in dem Rebecca sich nicht entfalten kann? Sie sage heute, in unserer Gegenwart fühle sie sich immer wie tot.

Aha, so langsam kommt ihr also doch an die entscheidenden Punkte heran. Ja, so ist es, liebe Freunde. Ich habe euch Rebecca zugeführt, weil ich sehr wohl meine Pläne mit ihr habe, und ihr habt euch noch nicht für sie entschieden.

Wie können wir das ändern?

Diese Frage stellt sich Rebecca für ihr Problem auch schon die ganze Zeit und ich rate ihr nicht, weil sie das unbedingt alleine herausfinden muss. Dasselbe gilt auch für euch.

Wir haben uns auch schon Gedanken gemacht, so ist es nicht. Wir fragen uns, ob es wirklich so sein muss , dass Rebecca immer dasselbe Tempo läuft wie wir? Ich glaube, wenn sie sich von weniger unter Druck gesetzt fühlen würde, könnte sie eher ihren eigenen Rhythmus finden. Und der Druck würde dann wegfallen, wenn zum Beispiel die Haussuche nicht mehr von der Einigkeit unter uns dreien so absolut abhängig gemacht werden würde wie bisher. Wir glauben, wir könnten auf Rebecca freier zugehen, wen wir, was zum Beispiel die Haussuche betrifft, „schon mal lospreschen“ könnten.

Es ist aber leider so, dass die Hausfindung von der inneren Einigkeit von Euch dreien abhängt. Lospreschen könnte ihr soviel ihr wollt. Aber noch seid ihr eine Dreiergruppe und es ist die Einigkeit und Harmonie zwischen euch, die euch zum Ziel bringen wird, nicht eure Ungeduld.

Aber diese Harmonie kann man doch nicht erzwingen!

Wer tut das denn? Höchsten ihr.

Trotzdem meinen wir: Würde Rebecca innerhalb der Gruppenarbeit eher „ihren“ Raum einnehmen können, also Arbeiten machen, die ihr eher liegen zur Zeit, als die, die wir von ihr fordern, würde vielleicht manches anders laufen. Mir ist dieser Gedanke bei der Übersetzungsfrage des Vereinstextes gekommen. Das ist eine wichtige Arbeit und sie hat für den Verein eben soviel Bedeutung wie jede andere, die Monika und ich leisten. Sollten wir also die Arbeiten nicht zunächst einmal sinnvoller verteilen untereinander, so dass Rebecca Raum für sich gewinnt und mal wieder zum Luft holen kommt?

Sinnvoller verteilen! Ja, das könnt ihr, wenn ihr wisst, was sinnvoll ist und was nicht, Aber wisst ihr es denn? An diesen Dingen hängt euer Problem doch überhaupt nicht. Rebecca hat ganz andere Probleme zu bewältigen. In der Gruppensituation treten sie lediglich jetzt zutage. Lasst die Dinge einmal weiter ihren Weg gehen und wir werden sehen, was in den nächsten Tagen geschieht.

Wir waren heute morgen bei Rebecca. Sie hatte nach dem Abend gestern etwas aufgeschrieben, was ich dir gerne vorlegen möchte:

„Was soll ich da noch sagen? Nie so tot gewesen wie jetzt. Und es rührt mich nicht. Nichts rührt mich. Schön tot. Kein Schmerz. Tot sein ist schmerzfrei. Dann muss Leben weh tun. Ich will nicht leben, weil Leben weh tut.
Schön tot. Seine Ruhe haben. Allein sein – keiner stört mich. Nicht geliebt werden. Niemand will etwas von mir. Und Gott?

Erst hatte ich einen, den „lieben“. Dann kam ein anderer, der hat mir den „lieben“ kaputt gemacht. Jetzt habe ich gar keinen mehr. Was habe ich noch? Irgendetwas habe ich noch, das ich nicht hergeben will, sonst könnte ich ja springen. Was habe ich noch zu verlieren?

Die Liebe meiner Mutter.
Ich weiß nicht, warum ich mich immer noch an dich wende. Du nimmst mir alles weg, was mich aufrecht erhalten hat und ich fühle mich dem Tod immer näher. Die liebevolle, geduldige Mutter Rebecca, die ihrem Kind alles geben wollte – ich kenne keine Liebe mehr. Es gibt Momente, wo ich meine Tochter hasse, hässlich und hart finde, und sie belästigt mich nur noch. Ich kann ihr keine gute Mutter sein. Ich bräuchte selbst eine.

Meine Mutter willst du mir jetzt auch noch wegnehmen. Natürlich misstraue ich dir da. Meine letzte Zuflucht. Warum muss ich 1000 km zwischen mich und meine Mutter legen, wo ich mich doch anscheinend so gut mit ihr verstehe? Es ist in ihrer Gegenwart, wo mich alle Lebensgeister verlassen und mein Madonnendasein blüht. Sie hat es in mir gezüchtet und gepflegt, wie eine edle Blume im Garten. Und alles, was seinen Schatten darauf warf, wurde wie Unkraut herausgerissen.

Rebecca, ich muss dir alles nehmen, was dich daran hindert zu leben, das weißt du jetzt. Vieles habe ich dir schon genommen und damit Platz geschaffen in dir, damit das Leben in dich einfließen kann. Du empfindest diese Leere und es tut dir weh, aber du muss froh darum sein!

Du hast allen Grund mir zu danken und wirst es eines Tages auch tun können. Jetzt aber sind wir noch an einem anderen Punkt. In dir ist Leere und damit Raum für das Wirkliche geschaffen worden. Du bist schon viel realer als du es jemals gewesen bist, auch wenn dir das jetzt nichts zu bedeuten scheint und bitter weh tut. Damit es zu diesen Worten kommen konnte, die du mir eben gesagt hast, musstest du einen gewaltigen Schritt gehen und du bist ihn gegangen. Zwar bist du ihn nicht gerade freiwillig gegangen und man musste dich schieben und ziehen zugleich, aber deshalb ist es doch geschehen und wie immer zählt am Ende nur das Ergebnis. Sei zufrieden, wenn du mir schon nicht dankbar sein kannst. Du hast allen Grund dazu!

Bereite dich innerlich auf deine Aufgabe heute Abend vor. Sie ist wichtig, denn vielleicht wirst du es schaffen, mich in dich einfließen zu lassen, wenigstens ein Stück weit. Und ich möchte, dass du das fühlst, wie das ist. Wenn du das einmal gespürt hast, dann wirst du nie mehr Briefe schreiben müssen, wie den jetzigen. Erwarte mich. Heute Abend.

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