Dialog 370 – Mangel und Fülle

 

full-moon-534480_640

Mangel ist ein Zustand wie jeder andere. Er unterscheidet sich in seinen inneren Qualitäten nicht von der Fülle.

Mangel und Fülle

Dialog 370 – April 1992

Ich will, dass ihr euren Mangel als Fülle empfinden lernt.

Jörg:
Den Mangel als Reichtum empfinden? Das geht gut, wenn darüber etwas liest. Aber in der Praxis ist das schwer. Ja, da fallen die Leute in Findhorn ein, mit dem Wohnwagen vor der Müllkippe bis zur heutigen Findhorn Foundation. Erfolgsgeschichten. Aber uns fallen die Klamotten bald als Lumpen vom Leib. Und das sollen wir als Reichtum empfinden?

Ja.

Dann habe zumindest ich noch etwas zu lernen. Dann fühle ich mich dieser Aufgabe nicht gewachsen.

Dann hast du nichts begriffen, nichts gelernt.

Aber es geht doch nicht darum, Mangel nicht als Mangel zu empfinden, sondern, dass ein Mangelzustand objektiv gegeben ist. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Die Ausgaben übersteigen regelmäßig die Einnahmen. Was wir übrig haben, investieren wir in das Nötigste für die Kinder. Was ist daran so verkehrt?

Solange ihr nicht lernt, den Reichtum in euch zu erkennen und zu schätzen, solange habt ihr nicht begriffen.

Mangel ist ein Zustand wie jeder andere. Er unterscheidet sich in seinen inneren Qualitäten nicht von der Fülle. Er ist nur nicht so angenehm zu ertragen. Fülle aber ist für die, die begriffen und ihr Leben entsprechen eingerichtet haben. Mangel ist für die, die ihr Leben nicht einrichten wollen, obwohl sie begriffen haben, und für die, die noch nichts begriffen haben.

Nehmen wir mal das Lotto spielen. Die richtige innere Haltung dazu ist, auf einen Gewinn zu hoffen, der euch einfach soweit entlastet, dass ihr wieder Luft holen könnt. Die falsche innere Haltung ist es, auf den Hauptgewinn, auf die Millionen zu hoffen.

Die Macht des Geistes ist eine gewaltige Macht. Das Entscheidende ist, dass ihr den Mangel nicht als einen Zustand begreifen dürft, den man halt gottergeben ertragen muss und der hoffentlich irgendwann einmal wie von Geisterhand verschwindet. Sondern, dass er die Erde ist, in den ein Samen gelegt wurde. Ihr alleine bestimmt, ob er aufgeht. Ihr allein habt das in der Hand.

Wenn ihr es schafft zu begreifen, wieviel ihr eigentlich habt und glücklich zu sein mit euren beiden gesunden und aufgeweckten Kindern, wenn ihr an die Möglichkeiten glaubt, wirklich glaubt, die in euch stecken, dann wird sich auch eurer Leben ändern.

Ihr habt immer wieder von den richtigen Dingen zur falschen Zeit geträumt. Das Haus in Südfrankreich steht jetzt nicht an. Solange ihr in Fernzielen denkt, mit denen euch noch gar nichts verbindet bis auf einen Traumwunsch, solange der Blick noch so weit in die Ferne gerichtet ist und ihr das nicht seht, was vor euren Füßen liegt, solange kann aus Südfrankreich nichts werden. So sind die Gesetze der Manifestation nun mal.

Es geht immer um das Nächstmögliche und das Nächstnötige. Es geht aber nicht darum, nun für die nächsten 20 Jahre klein-klein zu denken. Es geht darum, innerlich auch wirklich zu akzeptieren, was jetzt ist. Wenn euch das gelungen ist, steht der nächste Schritt an. Solange ihr aber den verkehrten Zielen nachhängt, bewegt sich überhaupt nichts.

Ich möchte, dass ihr Frankreich loslasst. So wie Monika vor kurzem ihren Diplom-Abschluss bei API losgelassen und festgestellt hat, dass es ihr damit gut geht. Jetzt sollt ihr auch Frankreich loslassen. Gebt es auf. Es ist nicht der Schritt, der jetzt ansteht. Solange ihr das nicht gänzlich aus euren Wünschen tilgt, auch den ganz verborgenen, solange kann sich nichts bewegen.

Mir ist viel lieber, ihr pflanzt Spargel in eurem Garten, von dem ihr erst in Jahren ernten könnt, als dass ihr falschen Träumen nachhängt. Ihr wisst doch gar nicht, ob ihr euch wirklich ein Leben in Frankreich realisieren würdet, wenn ihr es könntet! Ihr könnt nicht wissen, was ihr tätet, wenn genügend Geld da wäre. Als denkt nicht mehr daran. Denn nur an das Geld an sich zu denken, nur auf große Hauptgewinne zu schielen, das ist das Verkehrteste was ihr machen könnt.

Denkt an den nächstwichtigen Schritt. Ihr müsst eure Energien auf das nächstwichtige Ziel fokussieren und es damit auch ernst meinen. Und ihr müsst lernen, selbst euren derzeitigen Mangelzustand als Fülle zu betrachten. Eben als den Grad von Fülle, der jetzt für euch der richtige ist. Es sind ja noch ganz andere Mangelzustände vorstellbar, oder?

Denker empfehlen einfachste Verhaltensweisen auf der äußeren Ebene anzuwenden, auch wenn man sich ganz anders fühlt. Sie empfehlen zu lächeln, auch wenn einem eher zum Weinen ist. Und sie haben Recht! Man kann sich selbst konditionieren. Man hat es in der Hand, aus einem tristen Zustand einen wunderschönen zu machen. Oder umgekehrt. Ihr schafft euch eure Welt ganz alleine. Es ist eure und ihr erschafft sie euch.

Stellt euch vor, ihr steht vor einem Regal mit vielen Schubladen. Auf manchen steht: Sorge, Kummer, Stress, Angst usw. Auf anderen eben das Gegenteil: Freude, Lust, Harmonie, Liebe usw. Es liegt an euch, welche ihr morgens aufzieht, wenn ihr einen der neuen Tage beginnt, die ich euch geschenkt habe

Morgen gibt es nicht. Es ist nur ein Wort. Es gibt nur ein Heute. Es gibt auch kein Gestern, nur Erinnerungen. Es gibt nur das Heute und innerhalb des Heute das Hier und Jetzt. Hier und Jetzt stellt ihr alle Weichen in eurem Leben.

 

Dialog 367 – Mangel und Fülle

money-1034447_640

Quelle: Pixabay

Vertraut mir – und ich helfe euch.

Dialog 367 – November 1991

Monika:
Jetzt im Nachhinein habe ich angesichts unserer finanziellen Lage große Probleme damit, dass ich zu dem Seminar nach München gefahren bin. Ich habe rein gar nichts Neues erfahren und bin sehr enttäuscht. Zwar hätte ich ewig geglaubt, etwas verpasst zu haben. Doch ich hätte einen entsprechenden Rat von dir angenommen. Stattdessen hattest du gesagt, du willst, dass ich fahre.

Auf Kosten der Familie werde ich die Ausbildung nicht zu Ende machen können, das würde ich nicht aushalten.

Natürlich ist die finanzielle Situation ein Problem. Und es kann sogar noch dicker kommen. Dieses Mal möchte ich, dass ihr die Situation meistert. Und zwar ohne Auflösungsprozesse und Verzweiflung. Denn die sind immer ein Zeichen dafür, dass ihr nicht angeschlossen seid, mir also nicht vollkommen vertraut. Vertraut mir – und ich helfe euch.
Rechnungen, die ihr nicht bezahlen könnt, könnt ihr nicht bezahlen. Keine Panik wegen dieser Rechnungen.

Dass du nach München musstest, war wirklich unverzichtbar. Nicht wegen des Inhaltlichen, sondern weil ich dir vor Augen führen wollte, wo deine Lehrer stehen und wo du stehst. Das war die Fahrt allemal wert.

Für die nötige Winterkleidung der Kinder und euren Verpflichtungen bei der französischen Bank, rate ich euch den Restkredit bei der hiesigen Bank bei gleichbleibenden monatlichen Belastungen aufzustocken.

Jörg:
Noch einen Kredit?! Wir schaffen doch jetzt kaum die Rückzahlungen.

Wenn ich das vorschlage, werde ich mir schon etwas dabei gedacht haben. Ich muss euch über eine Brücke bringen. Auf der einen Seite Mangel, auf der anderen Seite Fülle. Die Brücke heißt Vertrauen. Wählt selbst. Wollt ihr die Brücke betreten oder nicht?

Du stellst komische Fragen. Unser oder jedenfalls mein Problem ist, dass es mittlerweile ungeheuer schwer fällt, noch an Fülle zu glauben. Über eine Brücke gehen? Ich gehe gerne über sie, aber wo ist sie?

Die Brücke ist in euch. Sie heißt Vertrauen. Ihr tragt den Schlüssel zu Fülle bei euch, aber ihr wisst es nicht. Oder ihr nutzt ihn nicht. Meinem Vorschlag einer Kreditaufstockung jedenfalls könnt ihr bedenkenlos vertrauen. Wenn ihr vertrauen könnt.