Dialog 217

icebeauty120731

 

Veränderungen, die wirkliche Einschnitte mit sich bringen, beginnen innen und leben aus dem Inneren heraus, von wo aus sie auf das Äußere zu wirken beginnen und es verändern. 

 

Dialog 217 – 6.11.1986

So sehr mir deine Botschaft gestern eingeleuchtet hat, so ist da immer noch etwas, was nicht stimmen will. Wenn ich mir zum Beispiel vorstelle in Moelan Land zu suchen, dann ist das in etwa wie die Suppe ohne Salz. Will sagen, ich kann die rechte Freude nicht aufbringen. Irgendetwas erkenne ich vermutlich nicht oder sehe es nicht richtig. Nur was?

Wir haben bisher ein bestimmtes Leben hier geführt, haben uns auf eine bestimmte Weise „eingerichtet“. Für mich sind der Beginn des Anbaus von Heilpflanzen und Erfahrungen mit dem Naturgarten aber auch Einschnitte, die Veränderungen in unser Leben bringen sollen. Was mir an der Montagne d’Arrée Idee wohl gefallen hat war, dass man nach allen Vorbereitungen dann dort oben, wo man völlig unbekannt ist, eine neue Seite beginnen kann. Während wir hier in Moelan irgendwie schon so „festgeschrieben“ sind.

Veränderungen, die wirkliche Einschnitte mit sich bringen, beginnen innen und leben aus dem Inneren heraus, von wo aus sie auf das Äußere zu wirken beginnen und es verändern. Wenn du nur deshalb in die Montagne d’Arrées gingst, weil es eine Veränderung ist, würdest du den Karren vor das Pferd spannen. Umgekehrt funktioniert es besser: Es muss eine innere Veränderung stattgefunden haben. Und wenn diese euch zwangsläufig in die Montagne d’Arrées führt, dann ist dieser Ort der richtige für euch.

Ähnlich war es mit eurer ganzen Frankreich-Fahrt. Ihr seid ja nicht deshalb aufgebrochen, weil ihr angenommen habt, dass sich dann alles für euch ändern und neu ordnen würde. Sondern die entscheidenden inneren Veränderungen und Wandlungen des Bewusstseins hatten doch bereits stattgefunden. Der Entschluss nach Frankreich zu gehen, war dann nur noch eine logische Folgerung gewesen.

Wenn dir an meinem Vorschlag in Moelan zu bleiben etwas nicht gefallen sollte oder wenn die Vorstellung Land zu pachten nichts in dir auslöst, dann solltest du erst einmal bei dir selber nachschauen, ob die entscheidende Änderung schon stattgefunden hat oder ob da nicht noch viel Wunschdenken mit im Spiel ist? Denn eines ist sicher: Wenn die Idee nicht wirklich eine natürliche Manifestation einer inneren Wandlung ist, hat sie keine Lebensfähigkeit.

Beredet das noch einmal miteinander. Was wollt ihr?

61 – Veränderungen

Veränderungen

Lange schon bewege ich mich im spirituellen Sinne, hatte als Kind einen intensiven Kontakt zu unserem lieben Gott. Bin Einzelkind und meine Erfahrung zeigte mir, dass ich immer einen besten Freund habe: Wenn mir keiner mehr zuhörte, so sprach ich mit Gott. Er hatte stets Zeit für mich und in der Zwiesprache sah ich mich geborgen, ja ein Einsamkeitsgefühl kam fast gar nicht auf, es sei denn ich hatte den Kontakt vorübergehend abgebrochen.

Viele Jahre dazwischen war ich eher getrennt von meinem lieben Freund, da ich dummerweise ja dem Trend folgen wollte, und dazu gehörte nun einmal nicht der „feste Glaube“. Ich wurde also abtrünnig.

Heute bin ich wieder in Kontakt, ja ich bekomme Antworten und fühle mich überaus glücklich darüber. Trotzdem plagen mich zeitweilig immer mal wieder Ängste, und ich gehe mit schwerem Herzen durch dieses Leben. Habe zeitweilig dieserhalb ein sehr unsicheres Gefühl, ja dann sehe ich mich förmlich in der Schwebe, hin- und hergerissen.

Ich habe dazu für mich natürlich auch eine Antwort: Insgeheim spüre ich, dass mein Leben sich von Grund auf umkrempeln wird. Alles scheint derzeit aus den Fugen zu geraten, egal wohin ich auch schaue und mich hineinfühle. Sehr genau kommt mir, dass ich vor einer sehr großen Veränderung stehe, doch mein Verstand scheint irgendwie in den alten Fesseln zu kleben.

Ich will mich auf den Weg machen und das mit aller Kraft, denn meine Aufgabe scheint es zu sein, meinen Mitmenschen mit sehr viel Liebe zu begegnen und ihnen stets hilfreich zur Seite zu stehen. Warum aber stehe ich mir dabei selbst so sehr im Wege? Es kann doch nicht sein, dass ich nicht in der Lage bin, diese Hürde zu nehmen, zumal ich mich selten in meinem Leben in gefestigten Refugien fühlte. Schien irgendwie nie mein tiefes Bedürfnis zu sein. Im Grunde genommen wollte ich immer nur helfen. Was hindert mich also?

Antwort:

Geh behutsam mit dir um und nimm es deinem Verstand nicht übel, wenn er an Vertrautem festhalten will und sich dagegen sträubt, mit dir Neuland zu betreten. Es ist sein gutes Recht so zu empfinden und dir gibt es die Möglichkeit, die Ernsthaftigkeit deiner Motive sorgfältig zu prüfen, bevor du zu Entscheidungen kommst.

Das ist kein versteckter Hinweis darauf, dass es an der Aufrichtigkeit deiner Absichten irgendeinen Zweifel gäbe, versteh das nicht falsch, aber es soll dich daran erinnern, auf welche Weise wichtige Veränderungen in einem Leben stets eingeleitet werden: Veränderungen von Bedeutung gehören niemals zu den einfachen Geburten. Leichten Herzens wird kein vertrauter Pfad verlassen, denn selbst die ausgetretensten Wege haben gegenüber unbekanntem Gelände einen Vorteil: Sie sind berechenbar und das ist auch für abenteuerlustige Menschen, die das Risiko der Umwege und Irrwege nicht scheuen, von Bedeutung.

Oft ist ein Weg noch nicht wirklich abgeschlossen, auch wenn alles in einem nach neuen Zielen zu drängen scheint. Wenn das der Fall ist, stellt der Verstand sich besonders widerborstig an, schafft Widerstände und Probleme wo er nur kann, und tut alles in seinen Möglichkeiten stehende um zu verhindern, dass neue Pfade zu früh beschritten werden.

Sei deshalb nicht zu ungeduldig mit dir. Die Führung des Herzens ist zwar eine der wichtigsten Orientierungshilfen, wenn es um spirituelle Entwicklungsprozesse geht. Aber auch der Verstand sollte letztendlich ja sagen können zu allen bedeutenden Veränderungen in deinem Leben. Auch ihn brauchst du, um auf deinem Weg voranschreiten und in neuen Lebenszusammenhängen bestehen zu können.

Wenn du den Eindruck hast, dass in deinem Leben Vertrautes aus den Fugen gerät, so kannst du in der Tat davon ausgehen, dass wichtige Veränderungen für dich anstehen. Du brauchst den Dingen aber nicht entgegen zu laufen. Sie kommen auch so rasch genug auf dich zu. Wichtig ist, dass du für die anstehenden Veränderungen auch wirklich bereit bist.

Wenn ich dir rate, mit deinen inneren Entscheidungen behutsam vorzugehen, so hat das nichts mit Vorsicht zu tun. Es geht mir darum, dass du zu jedem Schritt, den du in nächster Zeit gehst, wirklich und mit vollem Herzen JA sagen kannst. Je kraftvoller deine Entscheidungen sind, um so segensreicher können sie sich auswirken, und kraftvoll sind sie erst dann, wenn du ihre Bedeutung mit allen Sinnen erfassen kannst.

Der Verstand wird oft gescholten als der ewig gestrige, übervorsichtige Taktierer, der alles mindestens dreimal abgesichert wissen will, bevor er einer Veränderung in seiner gewohnten Welt zustimmen kann. Aber auch er hat seine Bedeutung. „Mit allen Sinnen“ bedeutet also in deinem Fall: Du musst wirklich in innerer Harmonie sein, wenn du an die Neugestaltung deiner Welt gehst. Es stehen wichtige Veränderungen für dich an und du solltest jeden der vor dir liegenden Schritte im Einklang mit deinen BEIDEN großen inneren Ratgebern tun. Herz und Verstand sollen dich begleiten.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Dialog 92

Erst wenn ihr eine Situation nicht mehr glaubt ertragen zu können, seid ihr gewöhnlich bereit euch zu ändern.

Dialog 92, 18.03.1986

Monika:
Abgesehen von der Erkenntnis, dass wir als Gruppe immer noch nicht genügend motiviert sind für deine/unsere künftigen Aufgaben, scheine wir festzustecken. Ich habe heute Abend zum ersten Mal das Gefühl gehabt, wirklich versagt zu haben. Wie macht man aus einer Einsicht eine Veränderung, wie motiviert man sich? Die Gruppe kommt mir leblos und leer vor, gerade so wie Rebecca in alten Zeiten. Alles nur Gerede. Unser Herz ist nicht dabei.
Oh Vater, ich glaube, wir alle sehnen uns nach dir und leiden unter der Starre. Verzeih uns. Es ist zum Verzweifeln. Wie lernt man zu wollen?

Und doch hast du nicht versagt! Du darfst nicht vergessen: Du bist nicht nur Leiterin dieser Gruppe mit keinen sonstigen Verpflichtungen, sondern du bist zugleich auch Teil dieser Gruppe und in ihren Prozess eingeschlossen. Die Starre, die du siehst, lähmt auch dich, und natürlich schränkt dich das in deinen Möglichkeiten ein. Man kann sich nun einmal nicht selber aus dem Sumpf ziehen. Jetzt zum Beispiel, ist es deine Leistung, dass du diese Starre erkennst, spürst und vor allem ansprichst. Dass du nicht sofort Lösungen zur Hand hattest gestern Abend, liegt eben unter anderem daran, dass du selber Teil dieser Gruppe und ihrer Lage bist.

Ohne dich wäre diese Gruppe nicht lebensfähig oder würde nur unter sehr großen Schwierigkeiten und beträchtlichen Opfern ihren Weg gehen können. Dein Problem ist allerdings, dass du leiten sollst, ohne selbst den Weg zu kennen. Das ist ein ganz besondere Situation, und sie ist schwierig. Ich kann dir den Weg nicht zeigen, weil ihr alle ihn finden sollt. Wenn ich dich trotzdem bitte, die Gruppe zu leiten und sie deine Hand spüren zu lassen, dann hat das dennoch seinen Sinn. Du erfüllst nicht nur eine Aufgabe damit, sondern du schulst dich selber für weitere Aufgaben, die noch kommen werden. Wichtig ist jetzt, dass du deine Aufgabe als Gruppenleiterin richtig siehst: du sollst das Leben dieser Gruppe erkennen, erspüren und korrigieren oder mindestens den Prozess unterbrechen und „halt“ rufen. Du brauchst nicht über deine Möglichkeiten hinaus zu wachsen und dort Wege finden, wo ich Dunkelheit bestimmt habe.

Zu deinen Fragen: Wie macht man aus einer Einsicht eine Veränderung? Wie motiviert man sich?
Du hast gerade eine sehr gute Leistung auf diesem Gebiet erbracht: Es ist dir gelungen, bei Jörg eine Einsicht so tief in seinem Inneren zu versenken, dass ein Wollen daraus geworden ist. Du hast ihn zur richtigen Zeit in der richtigen Weise angesprochen und seine „Einsicht“ konnte ungehindert alle üblichen Sperren durchbrechen und in direktes Handeln einmünden. Und das beantwortet auch die Frage. Die Einsicht ist ein Samenkorn, das zur richtigen Zeit auf den richtigen Boden fallen muss. Diesen Zeitpunkt zu erkennen und dann die richtigen Maßnahmen vorzunehmen ist Aufgabe einer Gruppenleiterin. Und es ist zugleich deine starke Seite.

Auch wenn du es jetzt bezweifelst. Eine solche Situation muss heranreifen, es müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen, dann schlägt Einsicht sofort in Handeln um. Diese Voraussetzungen sind – in der Regel – Leiden und Druck. Erst wenn ihr eine Situation nicht mehr glaubt ertragen zu können, seid ihr gewöhnlich bereit euch zu ändern. In eurem Falle habt ihr eine Einsicht gewonnen, aber die Verbindung zu eurem Leben noch nicht gesehen. Das ist kein Wunder, denn die Einsicht, so richtig sie ist, ist noch himmelweit von euch entfernt – und doch ganz nahe.

Eurer Weg ist ein Leidensweg und nur durch Leiden habt ihr bisher eure Änderungen vollzogen. Das muss nicht so bleiben, aber so ist es im Augenblick.
Du schreibst: „Wir alle sehnen uns nach dir und leiden unter der Starre.“ Bist du dir da auch ganz sicher? Oder bist nicht vor allem du es, die sich nach mir wirklich sehnt und unter der Starre leidet?

Wir müssen hier unterbrechen, aber meine Botschaft geht noch weiter.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.