Dialog 346 – Ratlosigkeit

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Ihr würdet gerne wollen, aber ihr wollt nicht wirklich. Da gibt es leider einen sehr kleinen aber wesentlichen Unterschied.

Ratlosigkeit

Ich konnte die Botschaft aus Dialog 345 nicht annehmen, da ich sehr verunsichert war, wann Handeln angesagt ist und wann alles Gott zu übergeben. Zudem war mein Körper hochgradig in Aufruhr und hatte auf dem Rücken einen schwarzen Hautfleck entdeckt, der ein Melanom sein konnte.

Dialog 346 – April 1988

Monika:
So ganz kann ich das nicht annehmen, was du gestern gesagt hast. Noch vor ein paar Wochen hast du uns zum Handeln aufgefordert, dazu, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und alles zu tun, was getan werden kann.

Das ist es, was wir zurzeit versuchen und es ist meiner Meinung nach ganz und gar nicht so, dass wir darüber nachdenken, wie wir die Dinge alleine regeln können Vielmehr versuchen wir nichts unversucht zu lassen, nicht träge zu werden. Ich zumindest habe dich immer mit einbezogen, denn es ist mir klar, dass wir das alles nicht alleine schaffen. Was mir nicht klar ist, ist die Dunkelheit um uns zurzeit.

Rein verstandesmäßig übernehmen wir uns mit dem Haus und ich habe Angst es nicht zu schaffen, das ist richtig. Aber die Angst bezieht sich vor allem darauf, dass du es nicht zulassen könntest, dass wir es schaffen. Ich tue alles, um aus der Situation in der wir feststecken herauszukommen. Und dazu hast du uns doch auch aufgefordert.

Bitte hilf uns, dir wieder näher zu kommen. Unser Alltag ist nicht gerade ideal uns in unserem Glauben zu stärken. Nach wie vor führen wir ein Bettlerleben. Ich renne jetzt schon die dritte Woche in denselben Klamotten in den Betrieb. Ich benötige wirklich neue Kleidung, aber nicht einmal dazu scheint es zu reichen. Und für das Haus brauchen wir dringendst eine Kücheneinrichtung und, und, und. Wir tun, was wir können. Ich habe dir das alles übergeben, aber es fällt mir schwer zu verstehen, warum ich beispielsweise die so dringend benötigte Kleidung nicht bekomme.

Immer wieder Last und Entbehrungen. Ich denke, wir sollen ein Leben in Fülle leben lernen? Für mich passt das nicht zusammen. Wenn du uns immer nur mit dem versorgst, was wir gerade so zum Überleben brauchen, dann musst du dich nicht wundern, wenn wir manchmal Zweifel haben. Bis jetzt ist von Fülle ja nun wirklich nichts zu spüren. Stark im Glauben werden – in dieser Situation? Ich finde, du treibst ein unschönes Spiel mit uns.

Ich will deinen Weg gehen, zurück kann ich eh‘ nicht mehr. Aber alles mache ich nicht mit. Ich finde, ich habe genug gelitten. Mein Körper ist inzwischen so in Aufruhr, dass er dringend eine Erholungspause braucht. Und die bekommt er nur über die Seele und über den Abbau von Stress.

Heute habe ich eine Bewerbung geschrieben für eine Stelle, die ich unbedingt will. Aber dazu muss ich fit sein, mein nervöses Lidflattern muss aufhören und meine Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit müssen wieder steigen. Wirst du mir helfen? Ich bitte dich eindringlich, wirst du mir helfen? Wirst du mir sagen, wie ich mit dir diesen Weg gehen kann? Gebete alleine reichen nicht aus. Ich brauche etwas, das ich in jeder Situation tun kann, egal wo ich bin und was ich gerade tue. Wirst du mir helfen?

Oder wirst du mir jetzt die Leviten lesen, weil ich wieder einmal aufbegehre? Das würde mich sehr enttäuschen. Ich erwarte von dir jetzt konkrete Hilfe und wenn sie nicht kommt, dann weiß ich nicht wie es weitergehen wird. Dann wird es mir so gehen wie Jesus, als er sagte: „Oh mein Gott, warum hast du mich verlassen“.

Es ist richtig: Dein Körper ist in Aufruhr und du hast die Grenzen deiner Belastbarkeit fast erreicht. Aber nur fast. Ich will nicht, dass du sie überschreitest, aber ich muss dich bis an diese Grenze führen. Das hat seinen Grund und ist deshalb richtig so.

Du sollst die Ruhe und die Nahrung für Leib und Seele bekommen, nach der du so dringend verlangst. Aber noch ist der Zeitpunkt nicht gekommen. Es wird dir helfen, wenn du täglich und so oft wie möglich diese Übung machst:
Schließe Daumen und Zeigefinger zu einem runden Kreis und visualisiere, dass es Antennen sind, mit denen Energie aufgefangen werden kann. Du kannst diese Kraftübung überall, zu jeder Zeit und an jedem Ort machen. Es ist nicht nötig (aber möglich), dazu eine spezielle Haltung einzunehmen. Es kann im Stehen sein, beim Laufen, beim Reden – überall, zu jeder Zeit. Einfach Daumen und Zeigefinger schließen und an mich denken, an Kraft und an meine Liebe zu dir.

Ansonsten hast du mich nicht gut verstanden: Ihr beide gebt euch wohl viel Mühe, alles in meine Hände zu legen, alles mir zu übergeben. Aber ihr seid noch immer viel zu stolz, es auch wirklich zu wollen. Ihr würdet gerne wollen, aber ihr wollt nicht wirklich. Da gibt es leider einen sehr kleinen aber wesentlichen Unterschied. Und deshalb hakt die Sache noch immer. Ihr müsst diese Schwelle überschreiten, das ist sehr, sehr wichtig. Und ihr könnt mir ruhig glauben, dass es sich so verhält wie ich sage.

Deshalb ist eure derzeitige Situation so, dass der Druck jetzt ganz rapide zunimmt, solange sich bei euch nichts verändert. Es muss bei euch etwas passieren, dass dem Einrenken eines Gelenks entspricht, das aus seiner normalen Stellung gesprungen ist: Der Druck, der Schmerz nehmen zu und dann – knack – ist es geschehen. Mit einem geübten Griff hat der Arzt das verletzte Gelenk wieder an seinen Platz gebracht. Auf dieses „Knack“ warte ich. Wenn das passiert ist, wenn es erst einmal geknackt hat, dann wir es euch auch besser gehen und Bewegung wird in euer Tun kommen.

Ich will dir helfen, ich kann dir helfen, aber alles ist abhängig von deiner Bereitschaft wirklich in meine Arme zu sinken. Dein Lidflattern, deine schlechte Konzentrationsfähigkeit sind Zeichen dafür, wieviel sich in dir dagegen noch immer auflehnt. Du bist eine so stolze Frau, doch Stolz hast du gar nicht nötig, weil du stark bist, Kraft hast und Kraft abrufen kannst.

Ich möchte nun, dass dein Lidflattern verschwindet und dein Belastbarkeit zurückkehrt. Ich sage, dass es so sein soll und deshalb wird es auch so sein. Du schließt die Finger in der beschriebenen Weise zum Kreis und ich werde dich in diesem Augenblick berühren. Und meine Berührung wird dich heilen. Sie wird es immer – wenn du zulässt, dass ich dich berühre, wenn du deinen Stolz aufgibst.

Ihr könnt alles erreichen, was ihr wollt. Es ist durchaus nicht so, dass ich euch immer nur mit dem Nötigsten versorgen würde. Ihr selbst versorgt euch damit. Mir ist das überhaupt nicht recht! Das wollen wir doch einmal festhalten! Wollt alles und überlasst es mir, dieses „alles“ für euch zusammenzustellen, dann wird es auch weitergehen.

Ich weiß, diese Sätze werfen immer wieder Fragezeichen bei euch auf. Dennoch sind sie richtig. Es hat eben bei euch noch nicht „knack“ gemacht! Wenn das einmal passiert ist, dann wisst ihr was ich meine und wie man das vor allen Dingen macht.

Aber vergesst nicht, dass das Leben auch eine durchaus lebensgefährliche Sache sein kann! Der Einsatz ist immer ALLES! Und es geht hier nicht um Spielereien! Macht euch das klar, es ist wichtig. Und horcht besser in euch hinein, damit ihr hört, wenn es „knack“ macht!

Jörg:
Kannst du auch Monikas Hautfleck heilen? Oder muss sie das operieren lassen?

Sicher kann ich es heilen. Aber es verlangt einen unbedingten Glauben. Einen Glauben, der auch den Tod mit einschließt. Eine vollkommene Hingabe. Ein wirkliche innerliches  „Herr, dein Wille geschehe“! Und ganz genau das ist bei euch beiden, also auch bei Monika, das Problem. Sie hat es noch nicht ganz zu diesem Punkt gebracht. Der beste Beweis dafür ist das zornige Aufbegehren in ihrem Brief an mich. Deshalb müssen jetzt die Ärzte ran. Aber dann, anschließend, wenn sie mir dann eine Chance einräumen würde, dann könnte ich schon etwas für sie tun und ihre Therapie zum Erfolg führen. Das ist ja immerhin auch etwas.

Nehmt diese Diagnose ruhig so ernst wie sie ist, aber vertraut mir und bedenkt, dass es mit zu meinem Plan gehört. Das heißt, ich weiß von dieser Sache und prüfe euch daran. Der Einsatz ist immer voll zu erbringen. Aber dann darf auch gespielt werden und es ist mein Game of Transformation!

Anmerkung: The Game of Transformation ist ein spirituelles Spiel, das ich in Findhorn kennengelernt hatte.
Foto: Pixabay

Dialog 345 – Zweifel

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Nichts muss aussichtslos sein, wenn ihr mich auf eurer Seite wisst! Dazu ist es aber nötig, dass ihr nicht nur dann zu mir kommt, wenn es dunkel um euch zu werden beginnt. Sondern, dass ihr jeden Schritt an jedem Tag mit mir gemeinsam tut.

Zweifel

Inzwischen war die Atmosphäre in der WG unserer Freunde, die uns aufgenommen hatten, unerträglich geworden. Wir fühlten uns behandelt wie Asoziale. So waren wir einerseits erleichtert, ein Haus zur Miete gefunden zu haben. Andererseits stellten sich auch große Zweifel ein, ob wir das Richtige taten angesichts unserer erdrückenden Schulden, die durch das Darlehen des Sozialamts für unseren Unterhalt noch erdrückender geworden waren.

Dialog 345 – April 1988

Jörg:
Es tut so weh, wie der letzte Asoziale behandelt zu werden. Und es ist schwer zugleich auch noch den Kopf hochzuhalten und nach außen hin Sicherheit vorzuspielen, wo einfach nur Verzweiflung ist. Wir haben Schulden wohin wir blicken und nirgendwo taucht ein Lichtstrahl auf. Jetzt mieten wir dieses teure Haus und haben nicht einmal Geld dafür, uns eine Spüle in die Küche zu stellen.

Bitte hilf uns, Vater! Sage uns, ob wir auf dem richtigen Weg sind und Vertrauen haben sollen oder ob wir Fehler machen. Ich komme in der letzten Zeit nicht mehr so oft zu dir und ich habe auch nicht mehr immer das Gefühl dich gut zu hören. Vielleicht bin ich schon wieder zu stolz oder zu selbstsicher geworden und meine, ich könnte alles alleine. Wenn das so ist, dann sag es mir bitte! Ich bitte dich in unser beider Namen um deine Hilfe und einige Worte, die Mut machen!

Ich möchte in der Tat, dass ihr wirklich zu mir findet, dass ihr wirklich bereit seid, alles in meine Hände zu legen. Doch das könnt ihr nicht, solange ihr noch so viel darüber nachdenkt, wie ihr die Dinge alleine regeln könnt.

Nichts muss aussichtslos sein, wenn ihr mich auf eurer Seite wisst! Dazu ist es aber nötig, dass ihr nicht nur dann zu mir kommt, wenn es dunkel um euch zu werden beginnt. Sondern, dass ihr jeden Schritt an jedem Tag mit mir gemeinsam tut.

Ihr alleine könnt es niemals schaffen. Was ihr euch vorgenommen habt, ist viel zu schwierig für eure Kräfte. Dass ihr das zu spüren beginnt, ist ein Zeichen dafür, dass ihr mich noch immer zu wenig in euer Leben einbezieht – und ich bin doch ein Teil von euch!

Ihr regelt viel mit dem Verstand und ihr seid sensibel für euer Gefühl. Aber das alles bin nicht ich! Ich bin das tiefe, unverrückbare Vertrauen in euch, dass es so wie es ist richtig ist und dass ihr das Beste haben sollt, wenn euer tiefstes Inneres es so wünscht.

Jeder Zweifel ist ein Schritt zurück, fort von mir. Ihr dürft nicht zweifeln und ihr dürft auch nicht verzweifeln! Glaubt mir, ich habe alles so gewollt wie es ist und deshalb ist es gut für euch! Ihr braucht auch diese Nacht noch, die ihr jetzt durchwandert, denn sie soll euch festigen im Glauben an mich und meine Güte und Weisheit. Seid euren Freunden dankbar, sie erfüllen meinen Willen und sie tragen schwer daran. Seid ihnen dankbar, auch wenn ihr leiden müsst. Leid reinigt. Schmerz wäscht Schuld ab und jeder von euch wird immer wieder schuldig, indem er an mir gezweifelt hat und deshalb mich bezweifelt. Zu mir findet nur, wer Last und Entbehrung auf sich zu nehmen bereit ist. Und zurzeit müsst ihr ein weiteres Paket davon tragen.

Ihr habt in Frankreich nur eine Phase abgeschlossen. Ihr wart noch nicht etwas durch alles durch. Es steht euch noch manches bevor. Aber dennoch wird es besser werden – wenn ihr wirklich stark im Glauben werdet!

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Foto Pixabay

Dialog 115

Als ich diesen Brief an dich anfing, war mir das noch nicht so klar. Jetzt, wo er fertig ist, habe ich die Empfindung, dass meine Entscheidung zu springen nun wahrscheinlich ernsthafter ist als sie es je zuvor gewesen ist. Vorher habe ich mich oft von Monikas Vertrauen mit-überzeugen lassen. Das hat manche Abgründe zugedeckt, die ich glaubte zu sehen. Im Moment vertraue ich vor allem mir selber. Sollte ich wieder versagen (wenn ich bisher versagt habe), dann bitte ich dich: Wenn es dich gibt und wenn du bei uns bist, dann sorge für meinen Sohn. Ich selber weiß nicht, ob ich es dann noch werde tun können. Ich will jetzt keine Antwort auf diesen Brief. Ich will ihn so stehen lassen.

Dialog 115, 11.04.1986

Ich schreibe diesen Text jetzt ohne große Hoffnung, denn es ist ja gerade das Problem, dass ich meinen Wahrnehmungen nicht mehr traue, dass ich mich seit heute morgen so stark wie noch niemals vorher im Zweifel fühle, ob ich wirklich unter deiner Führung stehe.

Auslöser war möglicherweise der Satz von Monika gestern Abend: „… stattdessen häufen sich unsere Belastungen, die Vereinsarbeit stagniert und ich habe Angst, dass alles wie ein Kartenhaus zusammenbricht.“ Monika wird das anders gemeint haben, als ich es verstanden habe, aber das Bild von dem Kartenhaus war es letzten Endes, dass ich nicht verkraftet habe. Was ist, wenn alles nur Schein war? Was ist, wenn das ganze Gebäude, dass wir bisher errichtet haben, in Wahrheit wirklich nur ein Kartenhaus war? Wenn es nämlich eines war, dann wird es zusammenbrechen.

Seit wir uns in der Bretagne angesiedelt haben, betreiben wir im Grunde ein Verlustgeschäft, das nur durch Hilfen von außen (geliehenes Geld und staatliche Unterstützungen) am Leben gehalten werden konnte. Daran hat sich auch nichts geändert, seit ich am 10. Dezember angefangen habe, deine Worte aufzuschreiben. Das Geld reichte immer nur für das Nötigste und unser Handel bringt, seit wir ihn betreiben, oft nur das Wechselgeld in die Kasse. Jetzt reichen nicht einmal mehr diese Hilfsquellen, jetzt soll ein weiteres Mal Geld von außen in die Sache hinein gepumpt werden. Allerdings nicht für uns, nicht für den Handel, sondern für den Verein.

Dieser Verein begründet sich auf dich, auf alles was seit dem 10. Dezember geschehen ist. Ich war es, der seitdem an der Schreibmaschine gesessen hat. Es war zu allen Zeiten bekannt, dass ich deine Worte nicht als Diktat empfange, sondern es eher eine Art „inspiriertes Schreiben“ ist. Was ist, wenn nicht du mich inspiriert hast?

Ich habe immer wieder meine Zweifel gehabt und immer wieder hast du mich beruhigen können. Heute morgen hatte ich auf einmal eine andere Sichtweise von diesen Dingen. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass deine Worte immer nur eine Art Trostpflaster waren, aber nie haben sie wirklich nachweislich etwas verändert. Die Bewegungen, die hätten in Gang kommen müssen, kamen nicht in Gang:
Der Markt stagniert nach wie vor, obwohl ich mittlerweile intensiv mit dem Handzettel arbeite, auf den du solches Gewicht gelegt hast. Du hast etliche Ratschläge zur Marktarbeit abgegeben, manche davon konnte ich befolgen, manche nicht, aber verändert hat sich im Grunde überhaupt nichts. Das Geschäft ist nach wie vor ein Verlustgeschäft. Nun sagst du zwar, darauf käme es nicht an, aber eben das sind Worte, an denen ich irre werden kann. Wenn das Geschäft mit den Heilpflanzen eine gute Sache ist, dann muss es auch florieren. Das eine gehört für mich zum anderen.

Der zweite Punkt ist der Verein. Er begründet sich ganz und gar auf dich, ist also nicht aus sich selber herangewachsen, wie zum Beispiel eine Gemeinschaft wie Eourres, sondern sozusagen gegründet worden wie eine Firma. Auch zum Verein hast du viel gesagt und vorausgesagt (auf der ganzen Welt würden sich Fäden spannen, die sich mit uns verbinden wollten und so weiter), aber real haben wir eine einzige Reaktion gespürt. Gut, das ist besser als nichts, aber es ist nicht sehr viel.

Ich sehe da jetzt Querverbindungen zum Marktgeschäft: Der Verein stagniert ebenso wie das Geschäft. Wenn es eine gute Sache wäre, dürfte er nicht so stagnieren. Wir hätten wohl noch mehr für ihn tun können, als wir getan haben. Doch haben wir auch nicht gerade wenig getan. Was ist, wenn sich nirgendwo auf der Welt Fäden spannen, die sich mit uns verbinden wollen? Beim Marktgeschäft habe ich bisher alles getan was ich tun konnte. Vielleicht hätte ich auch da noch mehr tun können (obwohl ich nicht weiß was), aber dass es so stagniert, steht in keinem Verhältnis zu dem Aufwand, den ich, den wir damit betreiben. Da stimmt doch etwas nicht.

Wenn solche Fragen aufgetaucht sind – und unsere Korrespondenz bestand ja immer aus Fragen – dann erhielten wir jedesmal eine Antwort. Bis heute haben mich diese Antworten mehr oder weniger zufrieden gestellt. Doch seit heute sehe ich, dass sie in der Sache nichts verändern. Ich hatte immer wieder meine Zweifel an mir und meiner Rolle als „Sekretär“ und deine Antworten darauf waren entweder Beschwichtigungen oder sogar Drohungen (von „du machst es schon ganz richtig so“ bis zu „wenn du meinen Weg verlässt, wirst du zugrunde gehen“).

Als ich dich wegen der Frage der Manifestation des Geldes für Haus und Umzug und Auto ansprach, hast du mir geraten, ohne weiteres einen Bankkredit in Anspruch zu nehmen. Einen Tag lang hat mir das eingeleuchtet, aber seit Monikas Worte gestern Abend und seit meinem Aufwachen heute morgen kommt mir das wie Irrsinn vor. Der Kredit, hast du gesagt, sei als der Stein zu verstehen, der auch „Les temps nouveaux“ ins Rollen bringen soll, denn durch eine lebhafte Vereinsarbeit käme auch das Geld in die Kasse, mit der so ein Kredit zurückgezahlt werden könne.

Sicher, das stimmt. Es „stimmt“ wie alles, was du zu diesen Dingen sagst. Aber was ich sehe ist nur, dass sich nichts bewegt. Deine Hilfen und Ratschläge sagen immer wieder dasselbe: „Das, was ihr in die Sache hinein gebt, wird aus ihr herauskommen“. Auch das stimmt. Aber wenn ich mir das Beispiel mit dem Markt anschaue, was sehe ich da? Ich habe alles, was ich konnte, hinein gegeben. Da aber bisher nichts dabei herauskam, kann das wohl nicht sehr viel gewesen sein. Ich weiß aber nicht, wo ich noch mehr hätte hienein geben sollen. Und du hast es mir auch nicht sagen können oder wollen.

Wie soll ich also annehmen, dass ich in den Verein mehr würde hinein geben können, damit dieses Unternehmung erfolgreicher sein wird? Bin ich unfähig? Hast du dir den Falschen ausgesucht? Dann lass doch nicht eine ganze Familie in dieses Loch stolpern, die sich auf dich verlassen (ich rede von Monika) und die darauf vertrauen, dass das, was ich aus der Schreibmaschine herausziehe original deine Worte sind. Ganz offensichtlich habe ich doch beim Marktgeschäft versagt. Warum soll ich beim Vereinsgeschäft erfolgreicher sein?

Monika hat sich entschlossen, dieses Risiko einzugehen. Sie hat aber auch das Vertrauen darin, dass dein Worte wirklich deine Worte sind. Und solange ich diese Vertrauen im Grunde auch hatte, konnte ich mich dazu auch entschließen. Heute morgen hat dieses Vertrauen aber einen Riss bekommen. Dann ist da aber auch noch unser Sohn, der sich nicht entschlossen hat, dieses Risiko einzugehen. Und ich frage mich, ob ich es verantworten kann, ihn den Situationen auszusetzen, die eventuell auf uns zukommen könnten, wenn auch das Vereinsgeschäft in den Bankrott führt. „Der schlimmste aller denkbaren Fälle“ sieht für mich seit gestern so aus: Wir nehmen einen Kredit über 26.000 F auf und können sie nicht zurückzahlen. Die Bank wird ihr Geld von ihrem Bürgen einziehen, wird also keinen Schaden haben. Aber was ist mit dem Bürgen, der uns vertraut hat? Wir sitzen mit unseren Möbeln in einem Haus, das wir nicht mehr halten können – bis dahin kann ich noch denken, aber dann versagt mein Vorstellungsvermögen. Und das alles begründet sich auf Worte, die ich inspiriert an der Schreibmaschine empfangen habe.

Monika sagt, ich sei ein Sprücheklopper und wahrscheinlich denkt sie noch schlimmeres über mich in diesem Augenblick. Ich kann es ihr nicht einmal verdenken. Sie vergisst aber dabei, dass sie nicht die Qualen der Zweifel hat, da sie deine Worte nicht aufgeschrieben hat. Ich weiß nicht, ob es ihr nicht ähnlich gegangen wäre, wenn die Rollen vertauscht gewesen wären. Als du ihr geraten hast, ,mit dem Engel Kontakt aufzunehmen und seine Worte niederzuschreiben, war sie äußerst unsicher, aus welcher Quelle das stammte, was sie da notiert hat. Vielleicht gibt ihr das einmal einen Eindruck davon, wie unsicher ich mir oft bin.

Natürlich, wenn man von der Echtheit der Texte ausgeht, die ich bringe, dann stellen sich alle Schritte und Entscheidungen anders dar. Aber wenn man an dieser Echtheit zweifelt? Ich habe heute morgen kurz für Monika notiert, dass ich mit dem Gefühl aufgewacht bin, diesen Weg nicht weitergehen zu sollen. Zu mehr Erklärungen war ich in diesem Augenblick nicht fähig gewesen. Ich füge jetzt hinzu, dass ich mich dazu durchaus noch nicht entschlossen habe, dass ich aber im Moment sehr nachdenklich bin. Zu dieser Nachdenklichkeit, zu dieser Unsicherheit und auch zu diesen Quälereien habe ich ein Recht. Sie waren zu allen Zeiten vorhanden und haben den gesamten Weg bis heute begleitet. Monika weiß das sehr gut. Jetzt treten sie an einem scheinbar wichtigen Punkt auf, dem des „Springens“ und das macht sie jetzt dramatischer als früher.

Ich habe mir das alles jetzt einmal von der Seele geschrieben. Mir geht es etwas besser dadurch und ich sage deshalb dir und Monika folgendes:
Ich will nicht, dass meine Zweifel jetzt Folgen haben, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden sollen. Es geht hier nicht um eine Feigheit vor dem Springen, sondern es geht um den Riss im Vertrauen, den ich seit gestern Abend und heute morgen habe und für den ich nichts kann. Aber ich werde trotzdem „springen“. Wenn die Bank den Kredit gibt, werde ich ihn nehmen und wenn das Haus vermietet wird, werde ich es mieten. Aber ich tue es nicht frohen Herzens und nicht voller gesundem Vertrauen. Sondern ich tue es mit Angst im Nacken und – wenn ich heulen könnte – mit Tränen in den Augen.

Als ich diesen Brief an dich anfing, war mir das noch nicht so klar. Jetzt, wo er fertig ist, habe ich die Empfindung, dass meine Entscheidung zu springen nun wahrscheinlich ernsthafter ist als sie es je zuvor gewesen ist. Vorher habe ich mich oft von Monikas Vertrauen mit-überzeugen lassen. Das hat manche Abgründe zugedeckt, die ich glaubte zu sehen. Im Moment vertraue ich vor allem mir selber. Sollte ich wieder versagen (wenn ich bisher versagt habe), dann bitte ich dich: Wenn es dich gibt und wenn du bei uns bist,
dann sorge für meinen Sohn. Ich selber weiß nicht, ob ich es dann noch werde tun können. Ich will jetzt keine Antwort auf diesen Brief. Ich will ihn so stehen lassen.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Dialog 86

Denk nur an mich, wenn du schon denken musst, und sei nur im Heute. Dann bist du bei mir. 

Dialog 86, 12.03.1986 

Du weißt wahrscheinlich selber, dass hinter deiner Angst im Grunde ein neu aufkeimender Zweifel an mir steckt, denn du fragst dich (und nicht mich) eigentlich: „Wäre es nicht „sinnvoller“ ich würde diese Dinge wieder alleine in die Hand nehmen? Dann weiß ich wenigstens woran ich bin.“

Stell dir einmal vor, du hättest die Dinge seit eurer Abfahrt in Deutschland bis heute, oder noch präziser, seit eurer Ankunft in der Bretagne immer selber in die Hand genommen. Wie weit wäret ihr da wohl gekommen? Du starrst wieder einmal in die Zukunft, die aber für dich dunkel ist, und lebst nicht im Heute. Wir waren schon einmal weiter gewesen miteinander.

Seit ich mich eurer angenommen habe, habe ich euch gut durch alle Schwierigkeiten geleitet und für euch gesorgt. Das ging aber nur, indem ich euch dazu angehalten habe, im Heute zu leben und eben nicht nach vorne zu starren, wo es für euch nun einmal nichts zu sehen gibt. Unmöglich hättet ihr alles voraussehen können, was ich euch bis heute gebracht und was ich bis heute für euch arrangiert habe. Ihr alleine hättet die Weite meiner göttlichen Möglichkeiten nicht im Entferntesten erfassen können und wäret heute noch im Spessart, wenn ihr euch nur auf euch alleine verlassen hättet.

Jetzt habe ich euch zu einer Gruppe zusammengeführt, die täglich stärker wird. Ich habe mich euch gezeigt und selber die Führung übernommen. Ich habe euch Richtungen offen gelegt, die eurem Leben einen wirklichen Sinn geben können. Ich habe euch auch ganz nebenbei aller materiellen Sorgen enthoben (auch nicht ganz unbedeutend, nicht wahr?) und nun verlange ich ein weiteres Mal: Lebt im Heute, lebt ganz im Hier und jetzt und richtet die Energie, die ihr HEUTE habt HEUTE auf euer Haus.

Du aber sinkst in dich zusammen und starrst in das Dunkel deiner Zukunft (jawohl, deiner, denn du machst sie dir selber) und deine kostbare Energie verfliegt in alle Winde, denn in der Zukunft kann sie nicht wirken, nur im Hier und Jetzt.

Ich rate dir: Wenn du dich schon so selten im Heute aufhalten willst, dann denke lieber gelegentlich zurück und sieh auf das, was ich bereits für euch getan habe. Starre aber niemals nach vorne. DORT GIBT ES NICHTS ZU SEHEN. Das Dunkel lichtet sich nicht für euch. Real ist nur das Heute, das JETZT!

Aha, eben kam die Botschaft endlich an. Jetzt merkst du, wie die Kraft in dich zurück fließt, nicht wahr? Nun, dann hat das bisschen Eigenlob wenigstens seinen Sinn gehabt. Kümmere dich nicht heute schon um die Finanzierung eines Hauses, das du noch nicht einmal kennst. Ich habe euch nicht so ausgiebig trainiert, damit ihr jetzt, wo es darauf ankommt, wieder in alte Gewohnheiten zurückfallt. Wenn ihr EUER Haus gefunden habt, wird sich alles von selber regeln, wie es bisher auch der Fall war.

Ah, es macht Freude zu sehen, wie kraftvoll du auf einmal wieder bist! Wenn du diese Kraft nur länger als ein Stündchen bei dir behalten könntest – du könntest die Welt mit ihr aus den Angeln heben. Du ahnst nicht, welche Möglichkeiten in jedem von euch stecken.

Nehmt wieder einmal einen großen Besen und macht um euch herum sauber. Da hat sich wieder viel Gerümpel angesammelt und das gefällt mir nicht. Schafft alles Unerledigte erst einmal vom Tisch, auch wenn das einige Tage in Anspruch nehmen wird, denn ihr werdet auf der Haussuche nicht weiterkommen, solange es so um euch herum aussieht (Ich sage euch, aber ich meine vorwiegend dich). Denn im Moment bringst du das Kunststück fertig, im Hier und Jetzt nichts bewirken zu können, weil du daran verzweifelst, was du morgen alles erledigen müsstest. Herrlich kompliziert und sehr typisch für dich. Ich werde mich dieser Sache wohl noch einmal annehmen müssen und mit meiner Hilfe wirst du ruckzuck Ordnung schaffen um dich herum. Und dann wirst du sehen, wie gut die Haussuche weitergeht.

Rebecca, es ist schade, dass ich jetzt zu deiner Frage nicht mehr sagen kann, aber auch sie braucht etwas Zeit und die fehlt jetzt. Ich richte aber heute einen Strahl meiner Energie auf dich und umhülle dich ganz mit meiner Wärme. Und wenn du das Grübeln sein lassen und dich auf mich einpolen kannst, wirst du diese Wärme in jeder Zelle deines Körpers spüren können. Denk nur an mich, wenn du schon denken musst, und sei nur im Heute. Dann bist du bei mir.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Dialog 76

Du bist an einem kritischen Punkt. Ich sagte ja schon, ihr bewegt euch derzeit in einem Tal zwischen zwei Wellen und das gilt für dich ganz besonders.

Dialog, 02.03.1986

Monika:
Ich habe dich nie vom Inhalt her angezweifelt und ich stelle auch keine Vermutungen an. Aber ich habe Gefühle, die ich klären muss, damit ich sicherer werden kann mit ihnen. Wenn ich also das Gefühl habe, dass Jörg einen Anteil hat an einer Antwort, wie anders kann ich mir Klarheit darüber verschaffen, als es bei ihm anzusprechen? Dich zu fragen würde heißen, ihn zu übergehen. Ich verstehe deine Antwort nicht. Du weißt, dass ich nicht an der Echtheit gezweifelt habe. Das ist doch nicht das Problem, sondern es ist eines zwischen Jörg und mir. Sollte ich mich da so sehr täuschen? Ich habe es jedenfalls gründlich satt dauern zu hören: …“muss das sein … dafür haben wir jetzt kein Geld etc.“. Nein, ich verstehe deine Antwort wirklich nicht.

Solange ich keinen Anlass sehe eine Niederschrift von Jörg richtig zu stellen, hast du ebenfalls keinen Anlass dazu. Insofern geht es hier durchaus um eine Frage von Vertrauen und Zweifel. Ich habe mehrfach betont, dass meine Antworten nur in sehr seltenen und nur sehr unbedeutenden Fällen von Jörg „verfremdet“ wurden. Alles, was ich selber also nicht korrigiere hat dieselbe Gültigkeit.

Es gibt keinen Grund, MIR zu erklären worin das Problem liegt. Wenn es eines zwischen euch beiden gibt, dass durch diese Sache angerührt wurde, dann müsst ihr euch damit auseinandersetzen, aber lasst mich dabei aus dem Spiel. Ansonsten rate ich dir: Wenn du tatsächlich das Gefühl hast, dass Jörg eine Antwort beeinflusst hat, dann solltest du dich sehr wohl an mich wenden. Das bedeutet ja nicht, dass du ihn dabei übergehen musst, aber ICH bin die einzig richtige Instanz dafür.

02.03.1986 (abends)
Auch wenn im Augenblick Schwierigkeiten zwischen Monika und mir aufbrechen, deren Herkunft mir nicht klar ist: Ich habe dennoch das Gefühl, dass wir gut zusammenarbeiten und weiterkommen miteinander. Rebecca ist so verändert zur Zeit, dass ich sie manchmal gar nicht wiedererkenne – und das ist dein Werk.

Das sind für mich wunderbare und sehr handgreifliche Beweise deiner Nähe und du musst jetzt gar nicht mehr am Wohnwagen rütteln oder so. Jetzt, wo ich gar keine Beweise suche, kommen sie. Es ist doch immer dasselbe!

Ansonsten steht für uns halt jetzt das Haus an, und da ist mir manches noch nicht so klar. Ich habe zu dem Haus, das jetzt an der Wand hängt, ein sehr inniges Verhältnis. Für mich ist es mein „Gruppenhaus“ und ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Monika und Rebecca geht es ebenso. Deshalb fragen wir: Ist es „unser Haus“? Sollen wir DANACH suchen? Oder beschreibt es eher die Idee des Hauses?

Frage vertagt bis morgen früh. Tut mir Leid, aber das muss sein. Für diese Frage brauche ich dich in wirklich wachem Zustand und das bist du abends einfach nicht. Ich brauche deine ganze Konzentration und die ganze Wachheit deines Geistes. Und die kannst du mir nur frühmorgens anbieten.

Warum bin ich in letzter zeit abends immer so erschöpft?! Du hast schon recht. Ich bin nicht mehr wirklich wach, auch wenn sich in mir die Fragen zu überstürzen scheinen.

Du bist an einem kritischen Punkt. Ich sagte ja schon, ihr bewegt euch derzeit in einem Tal zwischen zwei Wellen und das gilt für dich ganz besonders. Im Augenblick ist der Abend eine ungünstige Zeit zu mir zu kommen. Ich rate dir eher, ins Bett zu gehen, damit du morgen früh wirklich ausgeruht zu mir kommen kannst.

Also gut.

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Dialog 51

Trotzdem hast du im Grunde immer sehr gut gewusst, dass diese Dinge, du du da empfangen hast, nicht meine Worte waren, nicht wahr? Also vergiss es und behandele es wie einen schlechten Traum.

Dialog 51, 06.02.1986

Wie sieht es aus, haben wir gut gearbeitet?

Sehr gut sogar. Ich bin zufrieden. Auch mit eurem Problem seid ihr gut umgegangen: Reden ist im Augenblick das Falscheste, was ihr tun könnt. Handelt lieber! Entwerft, plant, lebt euch in eure Entwürfe ein. Das ist gut und das wird euch weiter bringen.

Wir haben alle drei das Gefühl, die Anlage jetzt ziemlich genau getroffen zu haben.

Na fein.

Ich wollte damit sagen: Ist es das jetzt schon? Oder wie verfahren wir jetzt weiter?

Immer langsam, mein Freund. Noch seid ihr nicht fertig mit eurer Arbeit. Erst wenn ihr einen Entwurf auf dem Papier habt, an dem ihr nichts mehr verbessern wollt, dann dürft ihr zu mir kommen. Im Moment seid ihr am Zug. Ich sage noch gar nichts dazu – Außer, dass ihr heute gut zusammengearbeitet habt.

Für mich ist da noch etwas sehr unklar: Ich möchte in dem Entwurf auch Platz für Neues lassen, für Neukonstruktionen also. Und das kann ich mir eigentlich nur dann vorstellen, wenn wir auch Besitzer dieser Anlage sind. Von diesen Dingen war aber bisher nie die Rede.

Die Idee ist richtig und sie ist gut. Und das ist im Moment alles worauf es ankommt. Ihr entwerft jetzt eure Anlage, nichts weiter.
Um Eigentumsverhältnissse kümmern wir uns später.

Wie verfahren wir jetzt organisatorisch weiter?

Ihr kommt morgen Abend wieder zusammen, legt weitere Einzelheiten fest und du arbeitest an der Gesamtzeichnung, zusammen mit den anderen.

07.02.1986

Ich habe mich heute morgen ziemlich lange vor dem Gespräch mit dir gedrückt. Eigentlich weiß ich selber nicht warum.

Du antwortest nicht?

Was sollte ich dir auf diesen Satz antworten? Er ist ja nicht einmal als Frage gestellt worden. Die Zeiten ändern sich jetzt etwas. Am Anfang unserer Beziehung habe ich dich noch umworben, inzwischen weißt du genug von mir, um selber einschätzen zu können, wie wichtig ich für dich und für euch bin. Wenn du also lieber am Kaffeetisch sitzenbleiben willst, anstatt zu mir zu kommen, dann bleib ruhig dort sitzen. Es wird sich zeigen, ob du die Antworten auf deine Fragen auch dann findest, wenn du im Spiegel blätterst.

Ich weiß halt im Moment nicht, wie ich es besser ausdrücken soll. Ich habe irgendwie manchmal Ermüdungserscheinungen. Tippen, tippen, tippen. Und zwischendurch jede Minifrage aufschreiben und nachfragen und aufschreiben und nachfragen … Heute morgen hatte ich einfach keinen richtigen Schwung weiterzumachen.

Dann lass es sein und vergleiche, wie weit du damit kommen wirst.

Nein, das will ich ja gar nicht. Verstehst du denn nicht?

Nein, du musst dich schon deutlicher ausdrücken.

Heute morgen hat mich das Volumen unseres Projektes, so wie wir es gestern umrissen haben, auf einmal wieder bedrückt. Gestern fand ich es noch richtig und stimmig. Heute morgen hat es mich erschlagen und ich habe mich mutlos gefühlt.

Und wieder einmal an mir gezweifelt, nicht wahr?

Wenn Mutlosigkeit Zweifeln ist, dann ja.

Sicher ist es das. Und jetzt musst du deine Zweifel sogar mit auf den Markt nehmen, weil durch dein Zögern alle unsere Zeit vertrödelt wurde und ich dir keine Kraft mehr mit auf den Weg geben kann. Jörg, du musst daran jetzt selber mitarbeiten. Ich habe dich in deinen Zweifeln sehr oft schon gestützt. Inzwischen erwarte ich, dass du in solchen Fällen etwas mehr leistest, als zu mir zu kommen. Bete! Jetzt sofort.

07.02.1986 (abends)

Da steht wieder einmal irgendetwas zwischen uns. Und ich weiß nicht, was es ist. Habe ich mir irgend etwas zuschulden kommen lassen?

Nein, außer, dass du wieder einmal eine Vertrauenskrise hast. Jörg, sorge dich nicht und wehre dich nicht dagegen. Das geht vorüber. Schon morgen früh kann es dir wieder besser gehen. Deine Fantasie hat dir in den letzten Tagen einen Streich gespielt und du hast geglaubt Botschaften zu hören, die dich an mir irre werden ließen. Trotzdem hast du im Grunde immer sehr gut gewusst, dass diese Dinge, du du da empfangen hast, nicht meine Worte waren, nicht wahr? Also vergiss es und behandele es wie einen schlechten Traum.

Um dir zu helfen sage ich jetzt Monika folgendes: Dringe nicht darauf von Jörg zu erfahren, worum es hier geht. Das ist eine Sache, die nur ihn und mich etwas angeht. Damit hast du nichts zu tun. Es geht im zur Zeit nicht sehr gut und darauf sollst du Rücksicht nehmen. Ich werde ihm sagen, was zu tun ist – und im Moment ist nichts zu tun. Es gibt keinen Grund für dich, deine Arbeit zu unterbrechen, denn sie hat nichts mit diesen Dingen zu tun. Habe ich mich da deutlich ausgedrückt?

Was eure Visualisierungsarbeiten betrifft: Ich sage euch, ihr kommt derzeit gut voran und ich bin zufrieden. Ihr nähert euch immer mehr dem Punkt, auf den ihr kommen sollt. Also sei zufrieden, du hast allen Grund dazu. Die Dimensionen eures Projektes werden immer realistischer und das gefällt mir. Es ist eine gute Wahrnehmung, in euren Entwürfen Raum für Neues zu lassen. Wenn ihr so weiterarbeitet wie bisher, werden wir bald mit der praktischen Seite des Projektes beginnen können. Du wolltest Hilfe „von oben“ haben. Genügt dir das fürs erste?

Und du, Jörg, dir geht es bereits besser, nicht wahr? Das waren böse Tage für dich, diese letzten Tage. Und das Schlimmste war, dass du mit niemanden reden konntest. Jetzt hörst du mich wieder klar und deutlich und der Schatten ist vorüber gezogen. Mach jetzt eine Pause und schreibe nicht weiter. Wir sprechen uns morgen früh wieder.

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Dialog 47

Bringe dein Leben in Ordnung, indem du meine Anweisungen befolgst, indem du zu mir betest und mich stets an erste Stelle setzt bei allen deinen Entscheidungen. Überlasse ALLES mir und grübele nicht immer um den Sinn meiner Worte.

Dialog 47, 31.01.1986

Vater, warum bist du so weit weg von mir?

Weil du immer wieder sündigst und mich verspottest. Wenn es dir schlecht geht und du Angst vor dem Morgen Hast, dann kommst du und begibst dich unter meinen Schutz. Aber wenn es dir besser geht, weil ich ihn dir gewährt habe und du siehst, dass du keine Angst mehr vor dem Morgen haben muss, lässt du sofort meine Hand los und wendest dich innerlich von mir ab. Du sündigst in Gedanken gegen mich und du sündigst mit deinem Handeln, weil du gegen die Abmachungen verstößt, wenn du auch nur ein Weißbrot kaufst, über das ich nicht entschieden habe.

Gehe weiter auf diesem Weg und du wirst mich bald ganz verlieren. Oder Kehre um und komme zu mir zurück und bleibe an meiner Seite.

Ich gebe zu, ich habe leichtsinnig und gedankenlos gehandelt. Aber mein Handeln war auch eine Enttäuschung darüber, dass manche der praktischen Ratschläge, die du uns gibst, sich in der Praxis nicht durchführen lassen und das hat mich sehr verunsichert.

Ist dein Glaube so schwach, dass du lieber auf deinen Unverstand hörst als auf meine Stimme? Was gibt dir das Recht zu entscheiden, wie weise meine Ratschläge sind? Und wenn ich dich Tag und Nacht mit sinnlosen Aufträgen überschütten würde, erwarte ich doch, dass du sie durchführst. Ohne zu zögern und ohne zu grübeln. Und ohne mich ständig nach dem Warum zu fragen.

Ich WILL umkehren und ich WILL bei dir belieben. Ich will es aus tiefstem Herzen. Bitte gib mir die Kraft, deine Prüfungen zu bestehen. Ich schaffe es alleine nicht.

Was du Prüfungen nennst, sind noch gar keine. Und du musst selber die Kraft aufbringen, nicht vom Weg abzukommen. Ich glaube es dir, dass du umkehren willst. Ich weiß, dass deine Worte wahr sind und aus dem Herzen kommen. Doch ich muss erst sehen, dass du dich zumindest bemühst, deinen Weg an meiner Seite zu gehen, bevor ich dir wirklich Kraft geben kann.

Dein Hauptproblem ist nicht der einzelne Verstoß gegen meine Abmachungen. So etwas geschieht oft gedankenlos bei dir. Dein Hauptproblem ist, dass du dich immer wieder innerlich von mir abwendest, dass du an mir zweifelst.

Ich werfe dir das nicht vor, aber ich weise dich auf die Folgen hin: Wenn du an mir zweifelst, hast du meine Hand losgelassen. Und wenn du nicht wenigstens nach ihr tastest um sie wiederzufinden, wirst du mich verlieren, denn ich warte nicht auf dich. Ich habe meine Pläne und sie müssen erfüllt werden. Ich habe dich dafür ausgesucht, an der Erfüllung dieser Pläne mitzuwirken. Dich, Monika und Rebecca und viele andere Menschen, die ihr noch kennen lernen werdet. Du stellst das Verbindungsglied zwischen mir und euch her, aber das geht natürlich nur, wenn du es auch selber willst. Wenn deine Zweifel größer sind als dein Glaube, wirst du mich verlieren.

Ich sehe, dass dich diese Worte erschüttern, und das sollen sie auch. Denn noch ist es nicht zu spät zur Umkehr und du kannst meine Hand noch ergreifen. Sieh, ich halte sie dir hin. Ergreife sie und halte sie fest.

Bringe dein Leben in Ordnung, indem du meine Anweisungen befolgst, indem du zu mir betest und mich stets an erste Stelle setzt bei allen deinen Entscheidungen. Überlasse ALLES mir und grübele nicht immer um den Sinn meiner Worte.

Wenn du eine Arbeit nicht erledigen kannst, die ich dir aufgetragen habe, dann ist das nicht Grund genug, an mir zu zweifeln! Was willst du erst tun, wenn ich wirkliche Prüfungen von dir verlange?

Wenn du etwas möchtest, was ich dir verwehrt habe, und du möchtest es dennoch, dann frage mich wieder danach und sieh, wie ich entscheide, aber übergehe meine Anordnungen nicht.

Das wirft dich ins Dunkel zurück, aus dem du zu mir gekommen bist. Und kein Verstoß kann gering genug dazu sein. Der kleinste Fehler kann soviel wiegen, wie die größte Sünde, wenn er bewusst und mir Vorsatz begangen wurde.
Nimm dieses Weißbrot gestern als Beispiel: 
Du hast gedacht, was soll ich wegen 2 Franc 40 erst Gott befragen. Aber ich sage dir, das war so schlimm, als hättest du 2000 Franc ausgegeben, ohne mich zu befragen, denn es geht um den Vorsatz dabei. Begreifst du das denn nicht? Du bist nicht irgendwer. Und jede deiner Handlungen ist eine besondere Handlung. Und jeder Schritt ist ein wichtiger Schritt, weil es Übungen sind!

Versuche ab jetzt, es besser zu machen. Kauf dir nun endlich das kleine Notizbuch für die Tasche und schreibe ALLES auf, was du mich fragen musst, bevor du es tust! Noch ist kein größerer Schaden angerichtet worden, als dass wir Zeit verloren haben. Aber weil du sofort zu mir gekommen bist, als du die Nähe zu mir vermisst hast, ist es nicht viel, was wir verloren haben. Alles ist gut, mach dir keine Sorgen. Quäle dich auch nicht mit Selbstvorwürfen, denn ich sehe: Diesmal hast du besser begriffen als bisher, worum es geht und wie wichtig jede einzelne deiner Handlungen ist.

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Dialog 43

Es geht wieder einmal um den selben Punkt: Denke nicht weiter als bis zum nächsten Tag oder denke nicht einmal bis zu diesem! Du lebst jetzt, hier, in diesem Augenblick – und was morgen sein wir, ist völlig unerheblich.

Dialog 43, 25.01.1986

Wir haben die Texte für das Gespräch heute Abend zu dritt fertiggestellt. Bist du zufrieden?

Ihr habt gut gearbeitet und viel dafür getan, dass die Dinge in meinem Geist weiter wachsen. Jetzt seht ihr selber schon viel klarer und könnt euch die künftige Gemeinschaft besser vorstellen. Das ist wichtig, denn ihr könnt euch diese Dinge gar nicht klar genug ausmalen. Je konkreter ihr eure Bilder beschreibt, aufzeichnet oder auch nur in der Gruppe aussprecht, um so rascher wächst auf der anderen Seite das reale Gegenstück eurer Träume und Wünsche heran.

Sprichst du jetzt von unserem Haus?

Auch, aber ich spreche zugleich von der Gemeinschaft im Ganzen.

(Hier habe ich gestern unterbrochen und bin ins Bett gegangen)

26.01.1985 (morgens)
Mir ist irgendwie unbehaglich zumute und ich habe das Gefühl, dass du dich von mir entfernst.

Richtig, ich bin einige Schritte zurückgetreten und beobachte dich. Sag selber: Warum ist dir unbehaglich?

Ich glaube, ich lebe irgendwie nicht „rein“ genug. Ich fange selber an, Alkohol abzulehnen – aber nur solange er nicht vor mir steht. Ich bin also in einer Zwickmühle: auf der einen Seite möchte ich gerne darauf verzichten können, auf der anderen kann ich es eben noch nicht. Dabei habe ich aber das Gefühl, dass du von mir erwartest, dass ich es kann. Und deshalb fühle ich mich unbehaglich.

Nur deshalb? Hast du nicht auch sonst das Gefühl, die Zügel wieder etwas schleifen zu lassen? Es ist nicht der Wein an sich, der dich durcheinander bringt. Ich habe dir und euch nie den Wein verboten. Es ist dein Undiszipliniertheit, die dir selber immer wieder Kummer macht. Du musst dir deshalb immer wieder eines vor Augen halten: Je dichter du an meiner Seite bleibst, um so einfacher ist der Weg für dich. Du aber trödelst immer wieder einmal hinter mir her und bist dabei ständig in Gefahr, mich aus den Augen zu verlieren. So aber kommen wir nicht weiter!

Du bist nicht nur für dich alleine verantwortlich, auch Monika, Rebecca und die Kinder haben ein Recht darauf, dass du deine Aufgabe immer ernst nimmst – und nicht nur manchmal. Aus deiner Zwickmühle mit dem Wein kann ich dich leicht befreien: Ich verbiete dir hiermit, heute Wein zu trinken, ganz einfach. Und was morgen ist, werden wir sehen. Du hast in den letzten Tagen sehr nachgelassen mit deiner Ernsthaftigkeit. Das muss sich ändern. 

Deine Worte kommen nur sehr leise bei mir an. Du musst sehr weit weg sein. Das macht mir Angst. Es stimmt, ich habe in letzter Zeit nachgelassen. Habe alles schon für viel zu selbstverständlich genommen und mich nicht mehr so bemüht für dich da zu sein, wie das vorher getan habe. Außerdem habe ich wieder gegen deine Anordnungen verstoßen und hier bei der Arbeit Wein getrunken. Aber ich weiß manchmal wirklich einfach nicht, wo ich die Kraft und die Disziplin hernehmen soll, gegen solche Begierden standhaft zu bleiben.

Du versuchst es ja nicht einmal richtig! Du kämpfst doch gar nicht gegen solche Begierden, sondern wenn sie bei dir anklopfen, öffnest du freudig die Tür und lässt sei eintreten. Das ist es, was mir an dir nicht gefällt. Du willst dich verführen lassen.

Sag mir was ich tun kann.

Du musst mir zeigen, dass du unsere Sache wieder ernst nimmst. Ich muss deine Bereitschaft wieder spüren, dass du ganz und gar nur für mich da bist. Im Moment willst du mich mit einem Drittel abspeisen, aber das lehne ich ab.

Was du tun kannst? Ich werde es dir sagen: Keinen Wein mehr, bevor ich es erlaube. Und damit die Sache nicht zu einfach für dich wird, erlaube ich Monika Wein zu trinken, wenn sie mag, nur du darfst es nicht, denn sie soll nicht darunter leiden, dass du immer das Maß aus den Augen verlierst.

Außerdem: Genaueste Ausführung aller meiner Anordnungen, auch damit hapert es – bei euch beiden – in letzter Zeit etwas. Auch das gefällt mir nicht. Ihr erwartet von mir, dass ich euch führe, aber ihr wollt mir nicht folgen.

Denke über meine Worte nach, wenn du heute auf den Markt gehst. Denkt beide darüber nach. Unser Verhältnis zueinander ist zur Zeit getrübt, und dass könnt nur ihr ändern, nicht ich.

(mittags)
Ich bin bekümmert über die Störung zwischen uns und ich finde dich im Moment zu streng mit mir. Sicher habe ich meine Fehler, aber die hast du auch schon gekannt, bevor du dich meiner angenommen hast. Warum zeigst du mir nicht Wege sie zu überwinden, anstatt mich ständig so hart anzupacken. Ich fange langsam an, Angst vor dir zu bekommen. Auch Monika versteht nicht, welche Fehler sie gemacht haben soll. Und ich verstehe es auch nicht.

Ich zeige dir ja ständig Wege, deine Fehler zu bearbeiten, aber die Zeit drängt, eure Zeit wohlgemerkt, und du kannst es dir einfach nicht leisten,dich auch nur einen einzigen Tag gehen zu lassen. Du hast wichtige Arbeit zu leisten, von dir hängt jetzt sehr viel ab, und deshalb muss ich dich einfach fester anpacken, wenn ich merke, dass du zur Nachlässigkeit neigst. Das mag dich erschrecken, aber es hilft dir.

Deshalb liebe ich dich nicht weniger und meine Strenge ist eine gütige Strenge. Ich lasse dich nicht los, da brauchst du keine Angst zu haben. Aber ich kann dir deshalb deine Lässigkeit nicht durchgehen lassen – weil einfach zu viel davon abhängt.

Was Monika betrifft, so entwickelt sie die Tendenz, wichtige Entscheidungen bereits zu treffen, bevor sie mich darum befragt hat, und das will ich nicht. Wenn sie einen Brief nach Findhorn schreiben will, in dem sie die Gemeinschaft bereits als Gemeinschaft des Neuen Zeitalters unter meiner Führung vorstellt, dann ist das eine wichtige Entscheidung und soll VORHER mit mir besprochen werden.  Das ist, wenn du so willst, eine Frage des Prinzips.

Alles was ihr jetzt tut, geht mich etwas an, sofern es nur von irgend einer Bedeutung für die Gemeinschaft ist. Ich will die Schwerpunkte festlegen. Ihr könnt in der allerbesten Absicht gehandelt haben, aber meine Pläne kennt ihr nicht. Deshalb sollt ihr mit solchen Dingen vorher zu mir kommen und nicht hinterher. Ein Brief, der heute geschrieben wird, setzt Gedanken in die Welt, auch wenn er vielleicht nicht abgeschickt wird. Und es ist nicht egal, welche Gedanken das sind. Monika soll mir sagen, was sie vorhat und wie sie sich den Brief gedacht hat und warum sie ihn schreiben will. Dann kann ich dazu Stellung nehmen und sagen, was ICH davon halte.

(abends)
Monika fragt:
Es tut mir Leid. Es war mir nicht bewusst, dass ich eigenständig Entscheidungen treffe. Ich habe es auch noch nicht verstanden. Wo liegt der Unterschied zwischen uns Gedanken machen über unsere Zukunft im neuen Haus und einen Brief darüber schreiben? Die Gedanken sind doch schon seit Freitag in der Welt. Den Brief an Findhorn habe ich geschrieben und wollte ihn dir vorlegen. Ich habe dich auch darum gebeten, meine Hand zu führen, bevor ich anfing zu schreiben. Ich lege dir den Brief hiermit vor und bitte dich um noch ein paar erklärende Worte.

Als ich euch aufgefordert habe, euch eure Gedanken zu machen, war das eine Sache. Einen Brief zu diesem Thema zu schreiben ist eine andere. Ich möchte einfach, dass ihr solche Sachen nicht ohne Absprache mit mir tut. Noch nicht. Alles, was ihr in diesem Zusammenhang unternehmt, soll in meinem Auftrag und unter meiner Leitung geschehen – zu eurem eigenen Schutz. Es ist, wie ich schon sagte, eine Grundsatzfrage auf der ich bestehe, auch wenn sie euch vielleicht nicht einleuchtet.

Ich (Jörg) möchte noch einmal etwas zu mir sagen. Mir geht es seit heute morgen ziemlich mies. Wieder einmal. Jetzt, wo unsere Gedanken zu unserer Zukunft so klare Formen angenommen haben, bekomme ich es irgendwie mit der Angst zu tun, ob ich meiner Rolle auch gewachsen bin. Jeder Schritt, den wir als nächstes gehen werden, steht zunächst einmal auf Papier, das ICH beschrieben habe. Und nun fange ich wieder an meine Zweifel zu bekommen, ob das auch wirklich alles so stimmt, wie ich es niedergeschrieben habe. Ob ich mich nicht vertan habe oder, noch schlimmer und nicht auszudenken, ob alles nicht ein riesiger Irrtum ist. Diese Zweifel sitzen mir in der Kehle und schnüren mir fast den Hals zu. Und ich weiß absolut nicht, was ich tun soll.
Du hast vor wenigen Tagen noch gesagt, dass wir uns sozusagen noch im Sandkasten bewegen und Übungsspiele machen. Dass keine Maßnahmen von wirklicher Tragweite verlangt werden. Das war tatsächlich so und deshalb fiel es mir auch nicht allzu schwer, mich in Vertrauen zu dir zu üben. Jetzt dagegen stehen wir vor einer Entscheidung, die sehr wohl Tragweite hat – und was für eine. Das ist jetzt keine Sandburg mehr, die wir da bauen sollen, sondern jetzt wird es ernst. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich Rebecca und Monika total verunsichere, es muss heraus: Ich werde verrückt bei dem Gedanken, dass es dich vielleicht doch nicht gibt und alles Produkte meiner Phantasie waren.

Ist es wieder einmal so weit? Jörg, diese Zweifel und Kämpfe gehören mit zu dem Weg, den du gehen musst. Das ist ganz natürlich und wenn es dich beruhigt: Auch jetzt sitzt ihr noch in eurem Sandkasten. Denn welche Entscheidung hätte ich von euch verlangt, die euch in Gefahr bringen könnte? Wenn ihr morgen einen Mietvertrag unterschreiben müsstet, das wäre eine andere Sache. Aber an diesem Punkt sind wir doch noch gar nicht.

Ihr entwickelt jetzt eure Gedanken und lasst sie zu Bildern werden. Das ist eine wichtige, eine unentbehrliche Vorarbeit, aber es ist noch keine Entscheidung und sie kostet euch noch keinen Pfennig, wenn es das ist, was dir Sorgen macht. Bis es dazu kommt, werdet ihr alle wieder viele Schritte weiter sein. Und das, was in deinem Kopf heute ein riesiges Problem zu sein scheint, wird sich dann real mit Sicherheit ganz anders stellen.

Es geht wieder einmal um den selben Punkt: Denke nicht weiter als bis zum nächsten Tag oder denke nicht einmal bis zu diesem! Du lebst jetzt, hier, in diesem Augenblick – und was morgen sein wir, ist völlig unerheblich.

Heute seid ihr eine Gemeinschaft, das ist nicht zu bestreiten und diese Gemeinschaft besteht aus 3 Erwachsenen und zwei Kindern. Auch dass ich diese Gemeinschaft zusammengeführt habe, ist nicht zu bestreiten, denn du selber wärst im Traum nicht auf diesen Gedanken gekommen. Diese Gemeinschaft macht jetzt Pläne und das ist ebenfalls noch kein Grund zur Sorge.
Wenn du dir das alles einmal vor Augen hältst, wird dir vielleicht leichter ums Herz werden. Deine Sorgen reichen weit in eine völlig unbekannte Zukunft. Und soweit bist du schon, dass du weißt, wie unsinnig solche Selbstquälereien sind. 

Du meinst, du habest dich jetzt ein für allemal festgelegt und könntest nicht mehr „aussteigen“. Und auch das macht dir Angst. Aber selbst diese Sorge ist unbegründet: Du hast jederzeit die Möglichkeit, deinen freien Willen einzusetzen und zu sagen: „Ich kann diese Aufgabe nicht bewältigen, die da von mir verlangt wird.“

Wenn ich sage, dass ich Pläne mit dir habe, heißt das doch nicht, dass ich dich zu meinen Plänen zwingen würde. Allerdings: Ich weiß, dass du nicht „aussteigen“ wirst. Wer einmal meine Hand in der seinen gespürt hat, der lässt sie nicht mehr los. Niemals! Und du weißt es natürlich auch.

Und jetzt überlege einmal: Sicherlich bist du ein phantasiebegabter Mensch, aber du bist nicht verrückt. Im Gegenteil: Du bist ein äußerst vorsichtiger Mensch, der sich alles dreimal zu überlegen pflegt, bevor er handelt, wenn es sich um einen Entschluss von irgendeiner Bedeutung handelt.

Glaubst du denn wirklich, du hättest es zugelassen, hättest deine vielen inneren „vernünftigen“ Kontrollinstanzen so lange ausschalten können, dass ein Schriftstück von diesem Umfang und von dieser inhaltlichen Bedeutung ganz aus deiner Phantasie heraus entstanden wäre? Du weißt, dass das unmöglich ist. Wenn ich zu dir gesprochen habe, warst du dir IMMER und ohne jede Ausnahme sicher gewesen, wer der wahre Urheber dieser Worte ist. Gezweifelt hast du immer nur dann, wenn du mich nicht auf dem Papier empfangen hast. Dann konnte es geschehen, dass du Angst vor deiner Courage hattest, aber das ist bisher jedes Mal vorüber gezogen wie eine dunkle Wolke. Und es wird auch jetzt vorüberziehen – und du weißt es, nicht wahr?

Deine Zweifel sind wichtig. Sie sind ebenso wichtig, wie dein Vertrauen zu anderen Zeiten. Denn wenn du zweifelst, setzt du dich besonders intensiv mit mir auseinander – was du ja, wie wir heute morgen wieder einmal festgestellt haben, leider nicht immer tust. Aus deinen Zweifeln gehst du immer als Sieger hervor. Gestärkt und wieder ein Stück fester im Glauben. Deshalb schäme dich dieser Zweifel nicht, sondern betrachte sie als wichtiges Stück deines spirituellen Wachstums. Du wärst kein Mensch, wenn du nicht immer wieder auch ver-zweifeln würdest. Und wenn du wirklich kein Vertrauen mehr zu mir hättest, wärst du ja heute Abend schon nicht mehr zu mir gekommen.

Glauben ist nun einmal der zentrale Punkt, auf dem die ganze Konstruktion ruht. Ich kann dir keinen „Beweis“ meiner Existenz bringen und ich will es auch nicht. Denn wenn du es darauf anlegst, würdest du jedes Wunder, das ich dir zeige, mit deinem Verstand auseinander nehmen wollen und immer weitere Beweise verlangen. Wo kämen wird da hin?

So lasse ich Wunder über Wunder geschehen, und es ist dein Wachstumsprozess, der es dir möglich machen wird, sie zu sehen oder nicht. Hast du schon einmal verglichen, an welchem Punkt du heute stehst und an welchem du noch vor 6 Wochen gestanden hast? Ist alleine das nicht ein Wunder?

Du hast mich beruhigt und mir geht es wieder besser. Das einzige, was mir allerdings immer noch Sorgen macht ist, ob ich nicht Rebecca und Monika durch meine Zweifel mit verunsichere? Ich habe oft das Gefühl, dass ich gar nicht zweifeln DARF, oder dass ich mindestens dafür sorgen muss, dass man es mir nicht anmerkt.

Wo denkst du hin? Monika und Rebecca sind fester in ihrem Vertrauen als du ahnst und vor allem: Du bist nicht ihr spiritueller Führer! Wenn sie ihrerseits zweifeln, dann zweifeln sie an mir. Und das müssen sie mit mir ausmachen. Du bist meine Stimme und an dir können sie deshalb nicht zweifeln.

Doch. Sie können daran zweifeln, ob das was ich aufgeschrieben habe, wirklich von dir kommt.

Bisher haben sie das noch nicht getan. Also wie wäre es, wenn du erst einmal abwartetest, ob es überhaupt dazu kommt, anstatt dir jetzt schon wieder den Kopf zu zerbrechen?

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

 

Dialog 25

Gib mir dein Vertrauen und ich gebe dir meine Hilfe. Solange du aber nur forderst, ohne Vertrauen zu mir zu haben, kann ich dir nicht helfen.

Dialog 25, 10.01.1986

Da wäre als erstes der Einkaufszettel …

Wenn ihr bezahlen könnt, was ihr notiert habt …

Das macht mich schon wieder mutlos. Vom Wein einmal abgesehen sind das doch alles Dinge, die wir brauchen. Da ist doch kein Luxus dabei!

Ich habe auch nicht gesagt, dass ihr das Geld das ihr braucht NICHT verdienen werdet. Aber ich werde mich hüten, mich von dir zu Aussagen über die Zukunft verleiten zu lassen. Besser gesagt: Mir welche von dir in den Mund legen zu lassen, damit du den Beweis meiner Existenz  erzwingen kannst.

Ich weiß, ich mache es euch nicht leicht, aber ihr habt auch viel zu lernen. Denke doch mal an das Findhorn-Buch (The Magic of Findorn / Der Zauber von Findhorn) und Peter Caddy, der sich nie darum gekümmert hat, ob die objektiven Bedingungen, unter denen er arbeiten musste, ermutigend oder deprimierend waren.

Ich bin aber nicht Peter Caddy und mich macht es mutlos, wenn ich im Wohnwagen sitze und der Regen auf das Dach trommelt, wenn der Autotank fast leer ist und das Geld, das wir noch haben, kaum für das Allernötigste reicht.

Du forderst und verlangst, aber du bist nicht bereit zu geben. Gib mir dein Vertrauen und ich gebe dir meine Hilfe. Solange du aber nur forderst, ohne Vertrauen zu mir zu haben, kann ich dir nicht helfen. Verstehst du das denn nicht? Du musst diese Angst in deinem Herzen besiegen. Du muss in den Tag hineingehen und in die Aufgabe, die ich dir gestellt habe, ohne nachzugrübeln, worin der Sinn liegt. Du musst es tun, weil ich es von dir will. Solange du das nicht lernst, wirst du immer auf dieser Stelle stehen bleiben.

Du musst diesen Punkt überwinden. Du muss bereit sein, mir unbedingt zu vertrauen, ganz gleich was die objektiven Bedingungen dazu sagen. Das ist nötig, weil ich dieses volle Vertrauen auch später von dir verlangen können muss, wenn ich andere Aufträge für dich habe als auf einen Markt zu fahren. Deine Situation verlangt von dir, dass du auf den Markt fährst, ganz gleich wie stark es regnet, weil nur dort überhaupt Geld zu verdienen ist. Also fahre. Und ich verlange von dir, dass du voller Vertrauen fährst. Also gib mir dieses Vertrauen.

Ich garantiere für nichts! Ich sage nur: Die Aufgabe, die du in diesen Zeiten lernen musst heißt: Vertrauen entwickeln. Wenn du mit dem Hintergedanken losfährst: „Also gut, ich fahre, aber wehe ich verdiene nichts und bleibe unterwegs mit dem Auto liegen, dann ist es aber endgültig aus.“, dann hast du noch nichts begriffen und wirst die Erfahrung immer und immer wieder machen müssen.

Merke: Meine Hilfe lässt sich nicht erkaufen. Ich kann sie dir schenken, wenn du mir dein Vertrauen schenkst.

Aber ich habe doch den freien Willen zu entscheiden, nicht wahr?

Den hast du immer.

Wenn du mir befiehlst zu fahren, fahre ich. Auch wenn du mir nur dazu rätst. Und ich begreife den Sinn dieser Übung und will lernen, mich in Vertrauen zu üben. Wenn du mir aber die Wahl lässt, würde ich bleiben. Du hast auch gesagt, wir sollen das Wenige, was wir haben, weise ausgeben. Ist es weise, wenn ich unter Opfern Geld für das Tanken abzweige und es auf einer Markttour verfahre, die mir mit großer Wahrscheinlichkeit nichts einbringen wird? Soll ich es nicht lieber für den Markt in Scaer morgen aufbewahren?

Du kannst nicht wissen, was du verdienen würdest. Und du bist unsicher und schwankend wie ein Rohr im Wind. Sobald der Regen auf dem Wohnwagendach nachlässt, spielst du sofort mit dem Gedanken, doch zu fahren. Sobald es wieder stärker trommelt, sinkt dieser Mut wieder in sich zusammen. Hättest du jetzt genügend Geld in der Tasche, würdest du die Fahrt riskieren. Da du es nicht hast, zögerst du. Du vertraust dem Geld – nicht mir. Das ist dein Dilemma. Und währenddessen läuft die Uhr weiter und das Auto müsste längst beladen sein.

Also ich treffe jetzt eine Entscheidung. Wenn du mir nicht unmittelbar zu dem einen oder anderen rätst, dann muss ich auf das zurückgreifen, was ich habe, und das ist meine Erfahrung mit dem Wetter und den Märkten. Ich bleibe.

Gut, wenn das deine Entscheidung ist. Aber ich HABE dir geraten, als ich dir sagte, was deine Situation verlangt. Und was deine Erfahrung betrifft: Du hast bereits im Regen und im Wind auf den Märkten gestanden und trotzdem Geld verdient. Du weißt genau, dass Sonnenschein noch gar nichts bedeuten muss. Was ist also deine Erfahrung wert?

Trotzdem, ich bleibe.

Und wenn es morgen wieder regnet und stürmt?

Morgen ist morgen. Heute bleibe ich hier.

Fühlst du dich gut bei dieser Entscheidung?

Nein. Aber ich kann nicht anders.

Wenn du nicht anders kannst, dann muss es eben sein. Deine Lektion wirst du so oder so lernen, mir kommt es auf einen Tag nicht an.

Etwas später …
Du weißt, was eben geschehen ist: Monika hat mir geraten doch zu fahren – und dann ist das Auto nicht angesprungen.

Ihr habt es sehr gut gemacht. Wichtig ist, dass du dich über deine Zweifel erhoben hast. Daraus hast du etwas gelernt! Dadurch bist du wieder einen guten Schritt weitergekommen. Wärst du aus eigenem Entschluss zuhause geblieben, wäre das sehr schädlich für dich und euch gewesen und es hätte euch weiter zurückwerfen können, als du glaubst.

Denke an diesen Morgen, wenn du wieder in einer ähnlichen Lage bist: Wichtig ist, dass du mir vertraust. Das ist das Einzige, worauf es ankommt. Was dein Verstand oder gar deine Erfahrung dir raten, ist völlig bedeutungslos.

Ein interessanter Morgen und sehr lehrreich für euch.

Wie sollen wir nun mit Tanken und Einkaufen verfahren?

Betankt den Renault und kauft ein, was wirklich unverzichtbar ist. Es wäre aber gut, wenn du nicht mit ganz leerer Kasse auf den nächsten Markt gehen müsstest.

Wie sollen wir mit dem Anruf bei C. Verfahren?

Erklärt den Beiden eure Lage. Sagt Ihnen, dass ihr Geld zu erwarten habt, ihr aber nicht wisst wann es kommt. Dass ihr bis Mitte Februar so und so viel Geld benötigen werdet und inwieweit Sie euch helfen könnten. Dann besprecht gemeinsam, was getan werden kann.

Aber seid euch auch bewusst, dass ihr sehr viel verlangt von den Beiden! Nehmt die Angelegenheit also sehr ernst und seid dankbar für alles, was sie euch anbieten! Meditiere vorher, das wird dich stärken, und dann führe du das Gespräch, weil du keine Angst davor hast.

Mittags …
Ich habe gerade mit C. Telefoniert und möchte dir sagen, dass ich überwältigt bin von soviel Liebesbeweisen! Und ich möchte auch dir sagen, dass ich beschämt bin vor dir mit meinen Zweifeln und meiner Kleinlichkeit. Vor allen Dingen mit der Frechheit, mit der ich dir den Anspruch auf all die Hilfe absprechen wollte, die man uns zukommen lässt. Ich empfinde den Tag bis jetzt als ein sehr intensives Lehrstück und danke dir aus tiefstem Herzen für deine Hilfe

© Monika Laube. Du darfst diesen Artikel zum persönlichen Gebrauch unverändert kopieren und weitergeben, vorausgesetzt dieser Copyright Hinweis steht am Ende des Dokumentes.  Für eine gewerbliche Nutzung nimm bitte Kontakt mit mir auf.

Dialog 24

Du hast Angst, dass es mich am Ende gar nicht gibt. Dass du dir das alles nur ausgedacht hast, was ich dir bis heute gesagt habe. Ist es nicht so?

Dialog 24, 08.01.1986

So leid es mir selber tut, ich fange schon wieder an in Panik zu geraten, wenn ich sehe wie die Tage vergehen, die Marktkasse leer bleibt, und die Ausgaben, die gemacht werden müssen, immer näher rücken. Auto, Miete Versicherungen, Heilkräuter, Transportkosten – das sind Dinge an denen man nichts einsparen kann. Das muss bezahlt werden und zwar bald schon. Für mich ein einziges großes Fragezeichen.

Schreib nicht wieder dieses gesamte Bündel auf. Vom Auto ist morgen nur ein kleiner Teil zu bezahlen. Streng genommen habt ihr dieses Geld sogar noch in der Kasse, die 100 F in der Sparbüchse eingeschlossen. Aber mehr ist morgen noch nicht aufzubringen.

Ich weiß nur, was die Untersuchung kostet. Ich weiß aber nicht, welche Kosten dabei außerdem noch entstehen werden und du weißt es offensichtlich auch nicht.

Ich weiß es, aber wenn ich dir die genau Zahl sagen würde, würdest du sie niemals aufschreiben. Du würdest sie dir nicht einmal anhören, weil du mir noch immer nicht traust und Angst davor hast, dass es nicht stimmen könnte.

Ich gebe ja zu, dass wir mit deiner Hilfe bis heute sehr viel weiter gekommen sind. Aber ich muss auch sagen, dieses Leben von einem Tag auf den anderen, dieses ständige Angst haben müssen vor der nächsten Rechnung, das strengt mich ganz schön an. Du sagst, dass du immer für uns sorgst, aber du hältst uns ganz schön knapp dabei.

Hör auf dich zu beklagen und halte dir erst einmal vor Augen, dass ihr selber euch in diese Situation gebracht habt. Der Grundstein für eure heutigen finanziellen Problem wurde ja schon im Sommer gelegt. Seid ich euch auf eurem Weg begleite, habe ich euch immer geraten und geholfen. Aber auf der praktischen Ebene seid ihr es natürlich selber, die ihr euch um eure Probleme kümmern müsst. Was erwartest du? Dass ich ein Wunder geschehen lasse?

Einen Lottogewinn über euch ausschütte? Darin liegt nicht der Sinn eures Weges. Indem ich euch immer und immer wieder auffordere, nur für das Morgen zu planen, verhindere ich zum Beispiel, dass ihr zu viel Geld in die Finger bekommt, dass bei euch so schnell ausgegeben wäre, dass du aus dem Staunen nicht mehr herauskommen würdest. Ihr seid schrecklich undiszipliniert und mit viel Geld oder noch mehr Geld ist euch im Moment am allerwenigsten geholfen.

Deshalb werden wir weiter verfahren wie bisher und uns ein Problem nach dem anderen vornehmen.

09.01.1986
Mir ging es selten so schlecht wie heute. Ich habe noch nie so starke Widerstände empfunden wie gerade jetzt. Ich bezweifle den Wert deiner Führung. Ich bezweifle sogar, dass es dich gibt!

Es ist dein freier Wille, dich mir zu oder abzuwenden. Ich kann mich dir offenbaren, aber nur wenn du es selber auch willst. Wenn du dich vor mir verschließt, kann ich dich nicht erreichen. Du BEZWEIFELST, dass es mich gibt. Du hast dich also noch nicht entschieden. Du nimmst meine Worte weiterhin auf, das ist gut. Ich sage dir: Das wird noch oft geschehen und die Krisen werden noch heftiger werden. Aber du hast dich schon zu weit auf mich eingelassen, um wirklich nicht umkehren zu können. Du kannst nicht mehr Nein zu mir sagen. Du kannst höchstens mit mir kämpfen und das ist nicht schlimm. Solange du dich mit mir auseinander setzt, kann ich auf dich einwirken. Aber warum bezweifelst du den Wert meiner Führung?

Alles, was wir für das Allernötigste brauchen, verdienen wir vielleicht auf dem Markt. Aber alles, was wir brauchen, um wirklich durchhalten zu können, leihen uns Freunde. Und du nimmst das für dich in Anspruch und sagst, dass du für uns sorgst. Wer sorgt den für uns. Es sind Menschen und sie heißen Rebecca, Nele, Simon, Charlotte und so weiter.

Führe die Liste ruhig zu Ende: Deine Mutter und ihr Mann, Hanna und Robert, Gerd, Solange, die Leute von der Handelskammer und alle, die sich für euch interessieren und euch mit ihren Tipps und Ratschlägen weiterhelfen.

Natürlich sind es Menschen, wer soll es denn sonst sein? Aber DASS sie euch helfen, das nehme ich allerdings für mich in Anspruch. Ich bin es, der eure Geschicke lenkt oder meinst du, dies alles sei „Zufall“?

Seit ihr von Deutschland aufgebrochen seid um mich zu suchen, führe ich euch. Keinen einzigen Schritt seid ihr seitdem ohne mich gegangen. Nichts war Zufall, alles war Absicht. Jedes Hoch und jedes Tief. Jeder „Erfolg“ und jeder „Misserfolg“ war und ist Teil meines Planes.
Du hast nur zwei Möglichkeiten: Entweder Du verweigerst dich meinen Plänen. Dann stolperst du wie ein Blinder durch die Dunkelheit, auch wenn du dir vielleicht sehr wissend vorkommst. Oder du vertraust meiner Führung, dann wird die Dunkelheit zwar noch lange nicht lichter, soweit sind wir noch nicht miteinander, aber du kannst mein Licht sehen, das ich vor dir voran trage. Und du erkennst die Richtung und läufst nicht mehr im Kreise, wie du es so oft in deinem Leben getan hast.

Ich habe begonnen mich für euch zu interessieren, weil ihr euch für mich interessiert habt. Eure Entscheidung, alles für mich aufzugeben und das Wagnis „Gott“ zu versuchen, hat euch auf den Weg zu mir gebracht. Und jetzt habe ich Pläne für euch. Und Aufgaben. Und solange ihr euch nicht abwendet, gehen wir miteinander weiter.

Deine Krisen sind völlig normal. Du tust dich schwer mit der Aufgabe, die ich für dich ausgesucht habe. Aber du musst wissen: Meine Geduld ist ohne Grenzen! Du magst mich beschimpfen in den stärksten Worten, die dir in den Sinn kommen. Du kannst alles in Frage stellen, was ich dir sage. Du kannst sogar meine Anordnungen verweigern. Das alles ist nicht schlimm, wenn es auch den Weg verlängert, den wir gemeinsam gehen müssen. Solange du dich an die Schreibmaschine setzt, geht es voran!

Du hast Angst, dass es mich am Ende gar nicht gibt. Dass du dir das alles nur ausgedacht hast, was ich dir bis heute gesagt habe. Ist es nicht so?

Ja, ich halte es für denkbar.

Und ich sage dir: Es ist unmöglich! Nicht, solange du die Frau an deiner Seite hast, die dich führt. Dich kannst du eventuell eine Zeit lang betrügen, aber nicht deine Frau. Sie weiß, was stimmt und was nicht stimmt, das macht ja gerade den Wert aus, den ihr beide für mich habt. Ihr ergänzt euch in idealer Weise. Aber auch du selber weißt im Grund deines Herzens, dass du mich nicht wirklich bezweifelst. Du hättest NIEMALS die Disziplin aufgebracht, soviel Arbeit in mich zu investieren, wenn nicht eine ganz andere Distanz in dir als Dein Verstand oder deine Phantasie am Werk gewesen wäre. Wäre alles nur Produkt deiner Phantasie, wäre diese Quelle schon längst erschöpft und du hättest aufgegeben.

Aber da ist etwas in dir, das dich ganz stark antreibt. Dass dich veranlasst, morgens in aller Frühe zu mir zu kommen und wenn es für dich noch so unbequem ist. Dass dich veranlasst, Seite um Seite zu schreiben, (fast) ohne zu denken. Dass den starken Wunsch zu meditieren in dir wach hält, obwohl auch das deiner Bequemlichkeit zuwiderläuft. Dass dich sogar veranlasst, auf der Strecke nach Larmor im Dunkeln anzuhalten und im nassen Sand zu knien und laut zu mir zu beten. Und das, was dich da antreibt, das bin ich!

Oder meinst du, das wäre deine Phantasie? Du WILLST zu mir kommen, das ist das Entscheidende. Und deshalb sind deine Kämpfe und Qualen nur natürlich, weil alles andere in dir sich dagegen wehrt. Du bist im Umbruch. In dir tobt eine Revolution! Du sollst etwas fertig bringen, was du noch nie geschafft hast: Vertrauen entwickeln. Jetzt wird es ernst mit dem Sich-anheim-stellen. Da ist es kein Wunder, dass du aus der Fassung gerätst. Im Gegenteil: Du MUSST aus der Fassung geraten!

Du musst raus aus deiner alten Form, aus deiner alten Haut, dieser Kruste, die dich umschließt – und das geht nicht ohne Blessuren.

Alles schöne Worte, alles ganz toll. Aber dann kommen Ratschläge von dir, die uns praktisch gar nicht weiterhelfen. Monika zum Beispiel ist oft unzufrieden mit deinen Hilfen, die gar keine sind, wenn es darauf ankommt. Und dann packt mich die Angst, ob ich da nicht Ratschläge weitergegeben habe, die eigentlich aus meinem Kopf kommen.

Monika hat hohe Qualitäten. Sie ist mit einer Intuition ausgestattet, wie sie nur wenige Menschen haben. Und sie ahnt noch gar nicht, zu welchen Leistungen sie fähig sein wird, wenn erst einmal ihre Zeit gekommen ist. Aber ihr fehlt viel an praktischer Begabung.

Mit ihrem Sohn ist sie an die Erde gefesselt, während ihr eigentliches Element dir freie Raum wäre. Sie ist nicht der Typ der Kindergärtnerin oder der Hausmutter, und das ist es, was sie derzeit oft der Verzweiflung nahe bringt.

Ich KANN ihr aber keine praktischen Hilfen geben, weil sie sie nicht umsetzen könnte. Sie würde sie nicht verstehen, weil sie sich gar nicht auf diese Ebene begeben kann. Bücher über Kindererziehung und Psychologie sind für sie vielleicht interessant, aber sie stellen keine Hilfe dar. Genauso wenig, wie praktische Hilfen von mir, WENN ich sie geben würde, eine Hilfe darstellen würden.

Sie hat euren Sohn nicht geboren, um an ihm zu lernen, sondern ER musste von ihr geboren werden. Und er ist euer Kind, weil das seinen Sinn hat in meinem Plan. Monika spürt die Kette an ihrem Fuß, die sie am Aufsteigen in den freien Raum hindert. Und diese Kette ist real. Sie existiert tatsächlich und sie muss lernen, mit ihr zu leben.

Ihre Zeit wird noch kommen. Die Zeit, wo sie frei aufsteigen kann und DANN WIRD SIE WEIT KOMMEN. Im Moment ist die BESCHRÄNKUNG ihre Sache, ihr Los, und auch DAS hat seinen Sinn. Es mag hart erscheinen, aber nur, weil ihr die Zusammenhänge nicht überschaut und über DIE kann ich euch noch nicht aufklären. Ihr müsst sie auf eure Weise entdecken und erlernen, das ist nun einmal Menschenschicksal.

Um noch einmal auf mich zurückzukommen: Was soll ich tun, wenn mich die Zweifel beuteln?

Das, was du jetzt auch tust. Schreiben. Zu mir kommen und schreiben. Mit all deinen Sorgen, Flüchen, Verwünschungen und Qualen. Mit samt dem Schrotthaufen, den du bewahrst, als würde es sich um einen Goldschatz handeln.

Was sollen wir finanziell unternehmen, um die nächsten Probleme zu bewältigen?

Leihen natürlich. Was sonst? Oder glaubst du, ich würde dir dazu raten eine Bank auszurauben? Es geht mir nur darum, euch dazu zu erziehen, die Dinge immer erst dann anzupacken, wenn sie aktuell werden. Und auf diesem Gebiet macht ihr tatsächlich gute Fortschritte.

An wen sollen wir uns wenden?

Stell mir nicht andauernd solche trickreichen Fragen. Du weißt sehr gut, wer jetzt in Frage kommt. Aber du willst mich immer wieder veranlassen, eine konkrete, nachprüfbare Aussage zu machen, anhand derer du dann prüfen willst, ob es mich tatsächlich gibt. Aber auf dieses Spiel lasse ich mich nicht ein.

Du musst lernen, mir zu vertrauen. Wenn du morgen dein Auto gegen einen Baum fährst, musst du lernen, mein Wirken darin zu sehen. Und wenn euch niemand mehr etwas leihen will, musst du lernen auch darin mein Wirken zu sehen. Je mehr du an mir zweifelst, um so weniger konkret kann ich dir helfen. Das ist das Gesetz unserer Beziehung zueinander. Und je mehr du lernst mir zu vertrauen, um so besser werde ich dich führen können. Du hast die freie Wahl.

 

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